mini|Pfarrkirche St. Stephan Die Pfarrkirche St. Stephan ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude in Gmünd in Niederösterreich. Sie ist dem Heiligen Stephanus geweiht.

Lage und Architektur mini|Nördliche Außenwand mit Sakristei Die Pfarrkirche St. Stephan befindet sich im Nordosten der Marktsiedlung an einer Geländestufe über dem Fluss Lainsitz.

Es ist eine dreischiffige Staffelkirche mit Westturm, die noch die Grundstruktur der romanischen Ostturmkirche enthält. Die Anfänge gehen in das Jahr 1200 zurück. Es sind noch Reste des romanischen Frieses der alten Außenmauer zu erkennen. Aus der romanischen Zeit ist außerdem ein Grabstein erhalten. Das Kreuzrippengewölbe stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut bzw. erweitert, sodass heute mehrere Baustile und Epochen in dem Gebäude zu finden sind. Die Kirche ist dem hl. Stephanus – dem ersten Märtyrer – geweiht. Die Wandmalereien, die teilweise erst Anfang des 20. Jahrhunderts und in den 1980er Jahren freigelegt wurden, datieren auf das 14. und 15. Jahrhundert. Die Glasmalereien aus dem Jahr 1903 schuf die Tiroler Glasmalerei.

Einrichtung mini|Innenraum mit Blick zur Orgelempore

Die neugotischen Altäre sind Werke des Bildhauers Johann Schönbauer aus Böhmisch Krumau. Am Hochaltar befinden sich Schreinfiguren, die die Heiligen Laurentius, Stephanus und Leopold darstellen. Im Gesprenge steht der Heilige Josef mit dem Jesuskind auf den Armen. Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar, der rechte ein Florianialtar. Auf der ehemaligen Kanzel sind Evangelisten-Reliefs und auf dem Taufstein ein neugotischer Aufsatz mit einer Johannes-der-Täufer-Figur angebracht. Die Pfeiler des ehemaligen Ostturmes sind mit zwei Fresken aus der Zeit um 1350 gestaltet.

Die Orgel erhebt sich über der spätgotischen Musikempore, deren Brüstung mit neugotischen Formen verziert ist. Sie hat 14 Register, drei Koppeln und 1040 Pfeifen. Gebaut wurde sie 1968 von den Gebrüdern Krenn, Graz, und am 12. Oktober 1968 geweiht.

Der Turm enthält fünf Glocken.

Geschichte In ihrem Kern ist die Pfarrkirche St. Stephan ein romanisches Gebäude mit nur einem Kirchenschiff, das zwischen Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. An der Stadtmauer gelegen, diente die Kirche auch der Befestigung der Stadt. Vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde sie seitlich erweitert. Ihr Chor datiert ursprünglich auf den Beginn des 14. Jahrhunderts. Urkundlich erwähnt wurde die Kirche 1278/1280 als Sitz eines Vikariats und 1382 als Sitz einer eigenständigen Pfarre. Im 15. Jahrhundert wurden die Seitenschiffe und die Wölbung des Mittelschiffs ausgebaut. Bis 1794 war die Pfarrkirche von einem Friedhof umgeben.

Der bei einem Brand im Jahr 1852 zerstörte Ostturm wurde nicht wieder aufgebaut, an seiner Stelle erhielt die Pfarrkirche St. Stephan in den Jahren 1852 bis 1854 ihren Westturm. 1903 bekam die Kirche ihre neugotische Einrichtung. Restaurierungen erfolgten 1953 und 1978. Der Chor wurde 1981/1982 nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister erweitert. Im Jahr 2008 wurde der Platz vor der Kirche nach Clemens Holzmeister benannt.

Der Nationalratsabgeordnete Franz Ölzelt war von 1924 bis 1938 Pfarrer in Gmünd. Ferner wirkte der Heimatforscher und Dechant Rupert Hauer zwischen 1907 und 1913 hier als Kooperator, ehe er zur Leitung der Pfarre Großdietmanns berufen wurde.

Ehemalige Pfarrer 1640–1643: Johann Pregelius 1644–1645: Moritz Stark 1645–1653: Martin Holl 1653–1667: Michael Franz Wagner 1667–1673: Franz Dirnberger 1673–1683: Alexander Hagenleithner 1684–1688: Michael Wällisch 1689–1717: Heinrich Simon de Pluvia 1717–1742: Johann Frisch 1743–1765: Anton Marbacher 1765–1779: Anton Müllner 1779–1787: Leopold Weinpolter 1787–1789: Johann Walzer (Provisor) 1789–1803: Mathias Anton Lippa 1804–1811: Franz Hoffmann 1811–1823: Johann Baptist Schweiger 1824–1826: Jakob Schwibel 1826–1832: Alois Joseph Schrenck von Notzing 1832–1843: Jakob Mayer 1843–1854: Ignaz Zehentner 1854–1866: Johann Baptist Mayer 1866–1875: Franz Pöschl um 1880: Ignaz Blentzer 1885–1919: Ferdinand Höbarth 1919–1924: Emil Beichel 1924–1940: Franz Oelzelt 1940–1969: Johannes Weinberger 1969–1986: Otto Buchberger 1987–2022: Rudolf Wagner 2022–2024: Radosław Pleskot (Vikar)

Quelle: Franz PalznichFranz Palznich: Die Stadt Gmünd in Nieder-Österreich – Eine Darstellung derselben in topografischer, statistischer und historischer Beziehung. Gmünd 1874, S. 56. ()

Literatur Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Niederösterreich nördlich der Donau. Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 274–275. Römisch-katholisches Pfarramt Gmünd-St. Stephan (Hrsg.): Festschrift zum Abschluß der Erweiterung und Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche Gmünd-St. Stephan. Gmünd 1982.

Weblinks

Website der Pfarre Gmünd-St. Stephan

Einzelnachweise

Pfarrkirche Kategorie:Stephanus-Märtyrer-Kirche Gmund Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Erbaut im 12. Jahrhundert Kategorie:Gotisierte Kirche Kategorie:Bauwerk der Romanik in Niederösterreich Kategorie:Kirchengebäude in Niederösterreich Kategorie:Dekanat Gmünd