Die Krankenschwestern vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus sind eine Ordensgemeinschaft innerhalb des regulierten Dritten Ordens des hl. Franziskus. Sie wurde 1844 gegründet und ist auch unter dem Namen Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz oder kurz Mauritzschwestern bekannt.
Geschichte Die Gemeinschaft wurde am 2. Juli 1844 von Johann Christoph Bernsmeyer und dem Münsteraner Bischof Johann Georg Müller in Telgte gegründet. Das Mutterhaus wurde am 19. Oktober 1853 von Telgte nach St. Mauritz bei Münster verlegt. Seit dem 2. Oktober 1901 untersteht die Ordensgemeinschaft dem päpstlichen Recht.
1875 gründete der Orden eine Filiale in den USA, 1875 in Holland. 1923 begannen die Schwestern mit Missionsarbeit in China; 1948, nach der Vertreibung aus China,Lima Arackal: Hoffnung auf Respekt. In: Kirche+Leben, 30. November 2025, S. 17. Japan und 1973 in Indien.
Generaloberinnen Josephine Elkmann (1852–1866) Bernhardine Wehage (1866–1897) Cherubine Döring (1897–1921) Pulcheria Braems (1921–1939) Wistremunda Schemann (1939–1952) Odilia Berkel (1952–1970) Barthola Thoben (1970–1976) Angela Schrudde (1976–1994) Mary Ann Minor (1994–2006) Sherrey Murphy (2006–2018) Margarete Ulager (seit 2018)
Struktur Zu den Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz gehören fünf Ordensprovinzen in fünf Ländern, die jeweils unter der Leitung einer Provinzoberin stehen.Wo wir sind, abgerufen am 15. Oktober 2018. Außer der deutschen Provinz sind dies: die polnische Provinz (bis 1945: Schlesische Provinz, gegründet 1848). Zu ihr gehören 11 Konvente in Polen sowie zwei Konvente in Kasachstan.Prowincja Polska, abgerufen am 15. Oktober 2018. die 1903 gegründete amerikanische Provinz mit Sitz in Springfield, Illinois die japanische Provinz, hervorgegangen aus einer 1948 von der amerikanischen Provinz gegründeten Mission.Japanische Provinz, abgerufen am 15. Oktober 2018. Zur japanischen Provinz gehört auch eine Niederlassung in Korea. die indische Provinz mit 12 Konventen. Indische Schwestern arbeiten außerdem in Tansania und in Jérémie (Haiti).Medical Sisters of St. Francis of Assisi, abgerufen am 15. Oktober 2018.
Der Kongregation gehören weltweit rund 700 Schwestern an.Ann-Christin Lademann: Als Generaloberin in Japan, den USA und Indien. In: Kirche+Leben, 13. Januar 2019, S. 11.
Deutschland Der deutschen Ordensprovinz gehören 350 Schwestern an (Stand 2021). In Deutschland trat letztmals 1990 eine Novizin in den Orden ein.Yvonne Staat: Die Nonnen, meine Tochter und ich. Drei Wochen zusammen im Kloster. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24. Dezember 2017, S. 2.
2020 gibt es in Deutschland – außer dem Mutterhaus – sieben Konvente:Wir in Deutschland, abgerufen am 8. Juli 2020. Ahaus-Wüllen Gästekloster „Haus Damiano“ in Kiel Franziskanerinnen im St. Bonifatius-Hospital in Lingen Franziskanerinnen in Berlin St. Josefshaus in Seppenrade Franziskanerinnen an Überwasser Esterwegen
Provinzoberin der deutschen Provinz ist seit 2021 Schwester Diethilde Bövingloh.Jens Joest: Schwestern mit neuer Leitung. In: Kirche+Leben, 19. September 2019, S. 13. Generaloberin ist seit 2018 Schwester Margarete Ulager., abgerufen am 15. Oktober 2018.
Im Jahre 1997 wurde die St. Franziskus-Stiftung Münster gegründet, in welche die bisher in Eigenregie geführten Krankenhäuser eingebracht wurden. Zeitgleich entstand der Verein Tauwerk e. V. in Berlin, ein Hospizdienst besonders für schwerkranke und sterbende Menschen mit AIDS sowie deren Angehörige.
Ein Einschnitt für die als Krankenpflegeorden gegründete Gemeinschaft war es, als 2021 die letzte noch als Krankenschwester tätige Ordensschwester der deutschen Ordensprovinz diesen Dienst beendete.Franz Josef Scheeben: Der Pflegeorden pflegt nicht mehr – und orientiert sich neu. In: Kirche+Leben, 24. Oktober 2021, S. 12. Am 7. Mai verließen die letzten beiden Schwestern den Ort Hinsbeck, in dem sie über 160 Jahre segensreich gewirkt hatten.
Literatur
Weblinks Homepage des Generalats Homepage des deutschen Provinzialats
Einzelnachweise
Kategorie:Franziskanerinnengemeinschaft Kategorie:Christentum in Münster Kategorie:Gründung einer religiösen Organisation 1844