Pickließem in der Eifel ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Geographie Das auf einer Hochfläche liegende Pickließem wird vom Langebach durchflossen, einem Nebenfluss des Aulbachs, der in die Kyll mündet.

Zu Pickließem gehören auch die Wohnplätze Annahof und Auf Bürgenfeld.

Nachbarorte sind die Ortsgemeinden Gindorf im Norden, Spangdahlem im Osten, Dudeldorf im Süden und Badem im Nordwesten.

Geschichte Eine frühe Besiedelung des Areals um Pickließem konnte durch den Fund eines ausgedehnten Hügelgräberfeldes nachgewiesen werden. Es befindet sich östlich des Ortes in Höhenlage über dem Spangerbach. Das Rheinische Landesmuseum Trier konnte bei einer Begehung 36 Grabhügel dokumentieren. Die Zeitstellung der Bestattungen ist unbekannt.

Der Ort wurde im Jahre 1226 als Linzesheim erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Pickließem zur Herrschaft Seinsfeld und zum Quartier Bitburg im Herzogtum Luxemburg.

Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugeordnet der Mairie Ordorf im Arrondissement Bitbourg (Bitburg) des Departements der Wälder. Nach der Niederlage Napoleons kam Pickließem aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Bitburg des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei Ordorf, die 1864 in die Bürgermeisterei (später Amt) Dudeldorf aufging.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pickließem innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Als das Amt Dudeldorf im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalreform 1969 aufgelöst wurde, gelangte Pickließem zur Verbandsgemeinde Kyllburg, die wiederum zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Bitburger Land aufging.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Pickließem, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten. Jahr Einwohner 1815 307 1835 411 1871 444 1905 422 1939 387 1950 398 1961 400 Jahr Einwohner 1970 412 1987 327 1997 335 2005 297 2011 277 2017 270

Religion Die römisch-katholische Filialkirche St. Maximin gehört zur Pfarrei Ordorf, die der Pfarreiengemeinschaft Speicher des Bistums Trier angehört.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Pickließem besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Mit der Wahl 2024 stieg die Anzahl der Ratsmitglieder gemäß dem rheinland-pfälzischem Kommunalwahlrecht von sechs auf acht, da die Einwohnerzahl Pickließems auf über 300 gestiegen war.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz:

Bürgermeister Edgar Comes wurde 2009 Ortsbürgermeister von Pickließem. Da bei der Direktwahlen am 26. Mai 2019 und 9. Juni 2024 jeweils kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung den neu gewählten Räten. Diese bestätigten Comes auf den konstituierenden Sitzungen am 21. August 2019 bzw. 28. August 2024 für jeweils weitere fünf Jahre in seinem Amt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz sind folgende Kulturdenkmäler genannt: Katholische Filialkirche St. Maximin, dreiachsiger Gelbsandstein-Saalbau (1843/44), Hauptstraße 17 Denkmalzone Alter Kirchhof, Oberdorfstraße Ehemaliges Hofgut (18. /19. Jahrhundert), Hauptstraße 18 Mehrere Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert Mehrere Wegkreuze im Ort und in der Gemarkung (16. bis 19. Jahrhundert)

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Der Ort ist noch landwirtschaftlich geprägt, durch den Strukturwandel der letzten Jahrzehnte geht ihr Anteil jedoch zunehmend zurück.

Verkehr In Pickließem kreuzen sich die Landesstraße 36 und die Kreisstraße 91. Etwa vier Kilometer nördlich verläuft die Bundesautobahn 60.

Persönlichkeiten Mathieu Molitor (1873–1929), Bildhauer, Maler und Graphiker; in Pickließem geboren

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Saarburg. (= Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 12/I. Abteilung). L. Schwann, Düsseldorf 1927 (Nachdruck Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3), S. 233.

Weblinks

Ortsgemeinde Pickließem auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land

Die Hauptstraße in Pickließem, Film von Uwe Reiter, SWR Landesschau, Hierzuland vom 20. Oktober 2016

Einzelnachweise

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