mini|hochkant=1.6|Lage der neun Heiligen Berge

Seit Jahrtausenden spielen in der chinesischen Kultur Heilige Berge () eine Rolle.

Bergchroniken und Berglisten Der Berg () bzw. das Gebirge ( bzw. ) gilt seit der chinesischen Antike als kosmologisches Grundelement. Im Buch der Wandlungen, dem Yijing, bezeichnet sein Trigramm () 16px|☶ den Bund von Himmel und Erde und steht für grundlegende Charaktereigenschaften wie Aufrichtigkeit, Geduld und Ausdauer.

Das Schriftzeichen „“ wird mit „heilig“, aber auch „weise“ übersetzt. In künstlerischen Darstellungen steht ein Berg umgeben von Nebengipfeln für den Idealtypus einer Persönlichkeit von Verantwortung und sozialem Status, ein einzelner Berg für den Einsiedler als Mönch oder Philosoph.

Bergchroniken, die Shanzhi (), wurden etwa seit der Tang-Zeit zusammengestellt und herausgegeben. Es gibt zahlreiche tradierte Gruppen heiliger oder denkwürdiger Berge, unter denen insgesamt neun heilige Berge die wichtigsten sind: Die fünf heiligen Berge des Daoismus und die vier heiligen Berge des Buddhismus. Die Zahl Neun ist in der chinesischen Universalreligion als heilige Zahl von großer Bedeutung.

Diese Heiligen Berge spielten als Zentren dieser Traditionen auch eine Rolle im alten Staatskultwesen. Sie sind seit Jahrhunderten Pilgerziele und ziehen noch heute große Mengen von Besuchern an. Der chinesische Ausdruck für Pilgerreise () ist eine Abkürzung des Ausdrucks „“, was so viel bedeutet wie „einem heiligen Berg seine Reverenz erweisen“.

Der Huang Shan mini|Shitao, 黄山图, Tusche auf Papier, um 1670, Palastmuseum Peking Der Huang Shan (, ursprünglich ) in Anhui gilt als Wahrzeichen und Verkörperung der chinesischen Kultur. Xu Xiake, Geograph der Ming-Dynastie, sagte über den Huang Shan:zit. nach Lit. Yushu: Kap. Huangshan und Lushan

Die Berggruppe umfasst insgesamt 72 denkwürdige Gipfel, 36 und 36 Gipfel.

Fünf heilige Berge des Daoismus mini|Pangu Die fünf heiligen Berge des Daoismus, Wuyue (, synonym bzw. als grafische Variante in klassischer Schreibweise auch ) genannt, sind:

Bild Berg Zeichen Provinz Himmelsrichtung 140px Tai Shan 60pxShandong Großer Östlicher Gipfel, klassisch: Dōng Yuè 140px Heng Shan 60pxHunan Großer Südlicher Gipfel, klassisch: Nán Yuè 140px Song Shan 60pxHenan Großer Mittlerer Gipfel, klassisch: Zhōng Yuè 140px Hua Shan 60pxShaanxi Großer Westlicher Gipfel, klassisch: Xī Yuè 140px Heng Shan 60pxShanxi Großer Nördlicher Gipfel, klassisch: Běi Yuè

Nach der chinesischen Mythologie waren die Fünf Gipfel der Kopf und die Glieder Pangus (), dem ersten Lebewesen nach der chinesischen Mythologie. Die fünf heiligen Berge des Daoismus sind zudem den Himmelsrichtungen zugeordnet, die um eine weitere, „die Mitte“, ergänzt wurde, da sich das Alte China als „Reich der Mitte“ ansah. Auch in der Fünf-Elemente-Lehre sind die Berge den Himmelsrichtungen entsprechend je einem Element zugeordnet.

Berge als Namensgeber für daoistische Schulen Schulen () des Daoismus, die nach dem Sitz ihrer Schulen in den Bergen bzw. Gebirgen oder ähnlichen benannt worden sind:

Longmen-Schule () Laoshan-Schule ()vergl. 崂山 – chin. Wikipedia Suishan-Schule ()vergl. 随山 – chin. Wikipedia Yuxian-Schule bzw. Yushan-Schule ( bzw. ) Huashan-Schule () Yushan-Schule () Laohuashan Pai () Heshan-Schule () Huoshan-Schule (Anhui) () Wudang-Schule ()

Vier heilige Berge des Buddhismus Die vier heiligen Berge des Buddhismus, Sida Fojiao Mingshan (), sind:

Bild Berg Zeichen Provinz Metall Gottheit 140px Wutai Shan 60pxShanxi Gold Wenshu 140px Putuo Shan 60pxZhejiang Silber Guanyin 140px Emei Shan 60pxSichuan Bronze Puxian 140px Jiuhua Shan 60pxAnhui Eisen Dizang Diese vier Berge werden auch mit vier Metallen gleichgesetzt: „Jīn Wǔtái, Gold-Wutai“ (), „Yín Pǔtuó, Silber-Putuo“ (), „Tóng Éméi, Kupfer-Emei“ (), und „Tiě Jiǔhuá, Eisen-Jiuhua“ ().

Jedem der vier Berge ist zudem eine buddhistische Gottheit zugeordnet: am Wutai Shan wird der Bodhisattva Manjushri / Wenshu () verehrt, am Putuo Shan die weibliche Erscheinungsform der Bodhisattva Avalokiteshvara / Guanyin (), am Emei Shan ist es der Bodhisattva Samantabhadra / Puxian () und am Jiuhua Shan der Bodhisattva Ksitigarbha / Dizang ().

Der Putuo Shan nimmt dabei ebenso auf den buddhistischen Avalokiteśvara-Mythos des mythischen Bergs Potala Bezug wie der Mar‑po‑ri („Roter Berg“) von Lhasa, Standort des Potala-Palastes.

Weitere religiöse Zentren Religiöse Zentren sind auch das Wutai-Gebirge () bei Wutai in der Provinz Shanxi und der Lu Shan () bei Jiujiang in Jiangxi, der als besonders ehrfurchtgebietend gilt, ebenso wie die Berge von Guilin () am Li-Fluss, das nach Peking meistbesuchte touristische Ziel Chinas.

Literatur

Weblinks Sacred Mountains of China. (englisch) (englisch)

Einzelnachweise

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