miniatur|Heilig-Kreuz von Westen (2006) miniatur|Blick von Südwesten, Abendbeleuchtung (2010)

Die römisch-katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Münster (im Münsteraner Volksmund meist Kreuzkirche genannt) bildet den Mittelpunkt des nördlich des Promenadenrings gelegenen Kreuzviertels. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Stadtdekanat Münster des Bistums Münster.

Geschichte Erbaut wurde die Kirche von 1899 bis 1902 nach Plänen von Bernhard und Hilger Hertel. Zunächst Rektoratskirche der Pfarrgemeinde Liebfrauen-Überwasser, wurde sie 1905 zur Pfarrkirche erhoben. 1908 wurde der Turm fertiggestellt.

Bis zum Wiederaufbau des St.-Paulus-Domes nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Heilig-Kreuz-Kirche als Prokathedrale. Am März 1946 feierte der neu ernannte Kardinal Clemens August Graf von Galen dort am Tag nach seiner Rückkehr aus Rom sein erstes und einziges Pontifikalamt als Kardinal, Nur fünf Tage später fand an selber Stelle das Pontifikalrequiem für den plötzlich verstorbenen Kardinal statt.

Pfarrer Thomas Frings, der damals zugleich Kunstbeauftragter des Bistums war, ließ zu Beginn der Fastenzeit 2013 im Kirchturm ein weithin sichtbares violettes LED-Licht installieren, das die für die Fastenzeit typische Farbgebung trägt und seit Aschermittwoch, 13. Februar 2013, statt der sonst üblichen Beleuchtung per Zeitschaltuhr zwischen 18 Uhr abends und ein Uhr nachts sowie morgens von fünf bis sieben Uhr eingeschaltet wurde.Gabriele Hillmoth: In: Westfälische Nachrichten. Ausgabe Münster, 5. März 2013,

Seit August 2015 befindet sich am Turm der Kreuzkirche ein beleuchteter Schriftzug mit den vier Worten „Ja, ich bin da“, gefertigt aus etwa einen Meter hohen Buchstaben. Je eines der Worte des Schriftzuges ist auf einer der Seiten des Turmes untergebracht, oberhalb der Turmuhr.Herzlich willkommen in der Heilig-Kreuz-Kirche – Kurze Kirchenführung, abgerufen am 14. September 2026. Vorbild für diese Installation ist eine Installation am Turm einer Kirche in Amsterdam.

Architektur Die Heilig-Kreuz-Kirche ist eine neugotische Basilika. Architektonisch bemerkenswert ist die Kombination von Zentralbau und Kreuzgrundriss.Heilig-Kreuz-Kirche, abgerufen am 14. September 2026. Die Vierung ist sternförmig erweitert. Die Querschiffe haben eigene Emporen. Sechs Pfeilern tragen die Kuppel. Über dem dort erhöhten Dach erhebt sich ein schlanker Dachreiter. Der eingezogene Chor hat einen Fünfachtelschluss.Art. Münster Hl. Kreuz. In: Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, S. 64–65, hier S. 65.

Der Fassadenturm mit einem Helmdach hat eine Höhe von 87 Metern. Im Südosten ist die Sakristei angebaut.

Ausstattung Im Hochaltar befinden sich beiderseits des Tabernakels Statuen der Heiligen Joachim, König Ludwig IX., Franz von Assisi, Petrus, Andreas, Antonius von Padua, Maria von Magdala und Anna. Die Wandmalerei im Chor sind Ausdruck der Verehrung des heiligen Kreuzes. Das linke Bild ist eine ungewöhnliche Darstellung aus dem Geist der johanneischen Theologie, in der Jesus, der vor dem aufgerichteten heiligen Kreuz steht, dieses als Werkzeug der Erlösung annimmt. Das rechte Bild zeigt die Kreuzauffindung.

In den beiden Konchen der Chorflankentürme stehen ein Altar der Muttergottes (links) und des Evangelisten Johannes (rechts), in den Nischen davor die Skulptur Christus am Ölberg (links) und eine Pietà (rechts). Auf den beiden Altären liegen die Gedenkbücher mit den Namen der bei der „Aktion T4“ ermordeten Patienten der Provinzialheilanstalt Marienthal bzw. der Opfer der Schoa aus Münster.

Die Glasfenster in den Seitenschiffen stellen biblische Geschichten zu Schuld und Vergebung dar, aus dem Alten Testament (rechts) und aus dem Neuen Testament (links).

Ein Glasfenster von Helmut Gockel beim Haupteingang erinnert an Clemens August Graf von Galen, ebenso eine kleine Skulptur an der Wand, die ihn als Bischof zeigt, darunter sein lateinischer bischöflicher Wahlspruch „Nec laudibus, nec timore“ und dessen Übersetzung.

Orgeln Die Orgel der Kreuzkirche wurde von 1904 bis 1908 von Friedrich Fleiter (Münster) erbaut. In den 1960er Jahren wurde die Orgel umgebaut. Diese Veränderungen wurden von 2001 bis 2003 durch die Orgelbaufirma Fleiter rückgängig gemacht.Michael Hochgartz: Die Fleiter-Orgel in der Hl. Kreuz-Kirche in Münster, In: Münstersches Orgelmagazin, 2010, , abgerufen am 14. September 2026. Das Instrument wurde technisch überholt und in einem neuen Gehäuse aufgestellt. Das Pfeifenwerk wurde nach dem historischen Zustand rekonstruiert. Die Disposition wurde um sechs Register erweitert (in der Übersicht mit n gekennzeichnet) und das Instrument mit einer elektrischen Setzeranlage ausgestattet. Die Orgel hat Schleifladen, die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch.Orgelbau Fleiter: Projekte vor 2007: Pfarrkirche Heilige Kreuz in Münster, abgerufen am 14. September 2026.

I Hauptwerk C–g3 1. Großprincipal 16′ n 2. Bordun 16′ 3. Principal 8′ 4. Hohlflöte 8′ 5. Flaut major 8′ 6. Gamba 8′ 7. Oktave 4′ 8. Rohrflöte 4′ 9. Quinte ′ 10. Octave 2′ n 11. Cornett III ′ 12. Mixtur V ′ 13. Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 (g4) 14. Großgedackt 16′ 15. Geigenprincipal 8′ 16. Lieblich Gedackt 8′ 17. Salicional 8′ 18. Vox coelestis 8′ 19. Principal 4′ 20. Traversflöt 4′ 21. Waldflöte 2′ 22. Terz ′ 23. Quinte ′ 24. Mixtur IV 1′ n 25. Basson 16′ n 26. Oboe 8′ 27. Trompete 4′ n Tremulant Pedal C–f1 28. Untersatz 32′ n 29. Contrabass 16′ 30. Violon 16′ 31. Harmonicabass 16′ 32. Subbass 16′ 33. Principalbass 8′ 34. Cello 8′ 35. Choralbass 4′ 36. Posaune 16′ 37. Trompete 8′ 38. Clairon 4′ Anmerkung: n = Register von 2003 Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P. Superoktavkoppeln: II/I, II/II Suboktavkoppeln: II/I, II/II Nebenregister: Zimbelstern (2003) Spielhilfen: 2000-fache elektrische Setzeranlage,

Seit 2019 steht im Chorraum ein mobiler Spieltisch für die Hauptorgel mit integriertem Orgelpositiv, erbaut von Orgelbau Fleiter.Christoph Schulte im Walde: Der neue Orgelspielschrank in der Kreuzkirche. Mobilität macht Treppensteigen obsolet. In: Münstersche Zeitung vom 18. April 2019 (online, abgerufen am 14. September 2026). Das Orgelpositiv hat die fünf Register Bordun 8′, Flöte 4′ (Extension zu Bordun 8′), Nasard ′ (ab c0, Auszug aus Quinte ′), Flöte 2′ (Extension zu Bordun 8′) und Quinte ′ und kann von beiden Manualen des neuen Spieltisches angespielt werden.

Glocken Das Geläut besteht aus vier Bronzeglocken aus dem Jahre 1952, gestimmt auf des′, es′, f′ und as′. Kurz vor Weihnachten 2014 wurde das Geläut erneuert. Dabei wurden neue Holzjoche, neue Klöppel und neue Motoren eingebaut.

Weblinks

Internetpräsenz der Pfarrgemeinde

Einzelnachweise

Heilig-Kreuz-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Munster Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Erbaut 1902 Münster, Heilig Kreuz Munster, Heilig Kreuz Kategorie:Bauwerk von Bernhard Hertel