Der Mazda MX-5 ist ein Pkw-Modell des japanischen Autoherstellers Mazda. In den USA wird der MX-5 als Mazda Miata und in Japan als Mazda Roadster (bis November 1997 als Eunos Roadster) verkauft. Nachdem er auf den Markt gekommen war, begann in den 1990er Jahren in vielen Ländern eine Renaissance der Roadster.
Mit 1.000.000 verkauften Exemplaren zwischen Februar 1989 und April 2016 ist der MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit.
Entwicklung Der MX-5 steht in der Tradition kleiner britischer und italienischer Sportwagen der 1960er wie zum Beispiel des Triumph Spitfire (gebaut 1962–1980), des MG MGB (1962–1980), des Fiat 124 Sport Spider (1966–1982), des Alfa Romeo Spider und besonders des Lotus Elan.
1989 kam der Mazda MX-5 auf den Markt. Davor waren viele klassische Roadster aus verschiedenen Gründen (zum Beispiel verschärfte Sicherheitsbestimmungen, kleiner Innenraum, wenig Kofferraum) fast „ausgestorben“. Einige Hersteller produzierten Fahrzeuge mit herausnehmbaren Dachteilen (Targadach). Der einzige noch in Großserie gebaute Roadster war der Alfa Romeo Spider, der jedoch technisch veraltet war. Da die Mazda-Marktforschungsabteilungen kein Potenzial für ein solches Fahrzeug sahen, ist es zu großen Teilen der persönlichen Initiative vieler Entwickler, wie dem MX-5 Projektleiter Toshihiko Hirai, zu verdanken, dass der Wagen dennoch in Serie ging. Bei Markteinführung soll eine Produktion von lediglich 5.000 Fahrzeugen im Jahr geplant gewesen sein, davon 3.000 für die USA und 500 für Europa.auto motor und sport Heft 13/1989. Aber schon bis Ende 1990 waren 140.918 Fahrzeuge produziert worden, 15.888 davon für Europa. Das für Deutschland bestimmte Kontingent war in nur drei Tagen ausverkauft. Viele MX-5 wurden aus den USA und aus Kanada in andere Länder exportiert und dort als Grauimporte verkauft.
Der MX-5 wurde mit besonderem Blick auf den kalifornischen Markt entwickelt. So soll sich der Gedanke zur Entwicklung eines Roadsters ursprünglich in einem Gespräch zwischen dem Mazda-Manager Kenichi Yamamoto und dem amerikanischen Auto-Journalisten Bob Hall entwickelt haben, der auf Yamamotos Frage, welches Mazda-Fahrzeug auf dem nordamerikanischen Markt besonders fehlte, geantwortet haben soll: „A lightweight sportscar“. Man erhoffte sich von dem Wagen eine positive emotionale Besetzung des Markennamens Mazda; eine Strategie, die rückblickend wohl als erfolgreich bezeichnet werden kann.
Andere Hersteller zogen später mit eigenen Roadster-Modellen nach, so zum Beispiel BMW mit dem Z3, Mercedes mit dem SLK, MG mit dem MG F, Toyota mit der dritten Generation des MR2 und Fiat mit der Barchetta. Fast alle im Preissegment des MX-5 angesiedelten Konkurrenten wurden ohne Nachfolger eingestellt. Viele nach dem Mazda MX-5 erschienene Roadster zählen zum Premiumsegment, siehe Roadster#Moderne Roadster.
Modellgeschichte Der NA mit Klappscheinwerfern von 1989 bis 1998 Ab 1994 gab es (mit fließendem Produktionsübergang) ein leichtes Facelift des NA mit geändertem Innenraum (v. a. Armaturenbrett) und auch Motoränderungen (131 PS und später 90 PS anstatt 116 PS (Euro2)) Der NB von 1998 bis 2000 mit feststehenden Scheinwerfern, neuem Fahrwerk, geänderter Karosserie, neuem Interieur, geänderten Motoren und einer beheizbaren Heckscheibe aus Glas. Der NB-FL (FL=Facelift) wurde ab 2001 als überarbeitete Version des NB gebaut: Geänderte Scheinwerfer, Frontpartie und Rückleuchten, diverse Änderungen bei Interieur und Technik (z. B. Instrumentenbeleuchtung rot statt grün, neue Mittelkonsole, andere Sitze, geänderte Türverkleidungen, Motor). Weitere Überarbeitung 2004: Detailänderungen beim Interieur, die äußere Form bleibt gleich. Der stark veränderte NC ab 2005 Der äußerlich und technisch leicht überarbeitete NC-FL ab Sommer 2009 Der noch einmal äußerlich leicht veränderte NC-FL mit verbessertem Fußgängerschutz ab Frühjahr 2013 Der ND hat ein neues Design und ist kürzer und leichter als der NC, ab Herbst 2015. Der MX-5 RF (RF = Retractable Fastback) ist ein Modell mit klappbarem Kunststoffdach.
Typ NA (1989–1998)
mini|Mazda MX-5 mit geöffnetem Dach mini|Mazda MX-5 Limited Edition mit geöffnetem Dach mini|Innenraum (1990) mini|Innenraum (1994) Der MX-5 wurde auf der Chicago Auto Show am 10. Februar 1989 vorgestellt und in Europa im Mai 1990 auf dem Markt eingeführt. Zum Verkaufsstart wurde zunächst nur ein 1,6-l-Motor mit 85 kW (115 PS) mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Benzineinspritzung angeboten. Ein Fünfgang-Getriebe war serienmäßig, und schon dieses Modell hatte sehr kurze Schaltwege von 40 mm.springerprofessional.de vom 22. Juni 2015, Leichter und effizienter: Mazda MX-5 mit Skyactiv-Technik, abgerufen am 24. September 2018. Die Zahnstangenlenkung konnte gegen Aufpreis mit einer Servounterstützung ausgerüstet werden. Sowohl die Vorder- wie auch die Hinterräder waren einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt. An allen Rädern gab es Scheibenbremsen, die vorderen waren innenbelüftet. Für den MX-5 hatte Mazda mit nahezu 50:50 eine ideale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse realisiert. Der Luftwiderstandsbeiwert cw ist mit 0,38 bei geschlossenem Verdeck und 0,44 offen angegeben.
Ab 1992 wurde der MX-5 mit einer Querstrebe an der Hinterachse ausgeliefert, was zu einem verbesserten Fahrverhalten führte.
Im Frühjahr 1994 kam ein 1,8-l-Motor mit 96 kW (131 PS) hinzu. Zu diesem Motor gab es eine mit 4,1:1 längere Hinterachsübersetzung, statt der beim 1,6-l-Motor verwendeten Übersetzung von 4,3:1. Außerdem erhielt der MX-5 eine leichte Modellpflege im Innenraum und den Rädern, einen verringerten Schadstoffausstoß im Abgas, mehr Sicherheit, eine geänderte Karosserie und ein verbessertes Fahrwerk: Die Türen wurden mit zusätzlichen Blechstreben gefertigt, die Räder verändert, das Armaturenbrett bekam rundere Formen, die Hinterachse erhielt zusätzlich zu der ab 1992 eingebauten Querstrebe zwei parallele Längsstreben und die Vorderachse eine Querstrebe. Die Abgaswerte wurden von Euro 1 auf Euro 2 verbessert, ABS sowie Fahrer- und Beifahrerairbag kamen dazu. Zusätzlich war für den 1,8-l-Motor eine zusätzliche Domstrebe im Innenraum erhältlich, die hinter den Sitzen angebracht wurde. Ausschließlich im Jahr 1994 gab es eine hellblaue Metallic-Lackierung namens Laguna Blue Mica.
Ab Anfang 1995 wurde der 1,6-l-Motor durch eine kostengünstigere Version mit einer Leistung von 66 kW (90 PS) ersetzt. Auch dieser Motor übertrug die Leistung über eine 4,1:1-Übersetzung auf die Straße. Diese Version des anfangs mit 115 PS angebotenen 1,6-l-Motors wurde als „HFM“ (Hausfrauenmotor) bekannt, da es ihm an Durchzug und Drehfreudigkeit mangelte.
Vom NA wurden 431.506 Exemplare verkauft. Motor Klassik 4/2019, Seite 140.
Farben und Sondermodelle
Der NA wurde zunächst nur in den Farben Klassisch Rot, Marine Blau und Kristall Weiß angeboten. 1992 kamen Silber Metallic und Schwarz hinzu. 1994 lösten Laguna Blau und Chaste Weiß die bisherigen Blau- und Weißtöne ab, außerdem wurde zusätzlich Racing Green angeboten.
Außerdem wurde in Deutschland folgende Sondermodelle in folgenden Sonderfarben angeboten: 1991: Limited Edition in Racing Green 1995: Sunracer in Speed Yellow 1996: Cosmo in Merlot Mica 1997: Classic in Nachtblau (auch in Silber Metallic und Schwarz erhältlich)
Technische Daten 1.61.8 Bauzeitraum02/1989–01/199401/1995–04/199802/1994–04/1998 Motorkenndaten Motortyp R4-Ottomotor Anzahl Ventile pro Zylinder 4 Ventilsteuerung DOHC, Zahnriemen Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Motoraufladung keine Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub 78,0 mm × 83,6 mm83,0 mm × 85,0 mm Hubraum 1598 cm³1840 cm³ Verdichtungsverhältnis9,4:1 9,0:1 max. Leistung bei min−185 kW(115 PS)/650066 kW(90 PS)/600096 kW (131 PS)
/6500 max. Drehmoment bei min−1135 Nm/5500129 Nm/4000152 Nm/5000 AbgasnormEuro 1 Euro 2 Kraftübertragung Antrieb Hinterradantrieb Getriebe, serienmäßig 5-Gang-SchaltgetriebeGetriebe, optional –4-Stufen-Automatik-getriebe MesswerteWerte in runden Klammern für Automatikgetriebe. Höchstgeschwindigkeit195 km/h175 km/h197 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h8,8 s10,6 s8,2 s (8,7 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,8 l8,4 l9,1 l Leergewicht955 kg965 kg990 kg Bemerkungen nicht für E10-Kraftstoff geeignet
Typ NB/NB-FL (1998–2005)
Im Januar 1998 präsentierte Mazda die zweite Generation des MX-5 (Produktions-Code NB). Es wurden stärkere Motoren angeboten: der 1,6-l-Motor leistete 81 kW (110 PS), der 1,8-l-Motor 103 kW (140 PS).
1999 feierte Mazda mit einer auf 7500 Exemplare weltweit limitierten Auflage das 10-jährige Jubiläum des MX-5. Dieses 10th Anniversary-Modell hatte einige Besonderheiten, wie beispielsweise ein Sechs-Gang-Getriebe, Bilstein-Stoßdämpfer, eine Domstrebe zwischen den vorderen Federbeindomen, hochglanzpolierte Fünf-Speichen-Enkei-15 Zoll-Leichtmetallräder und eine Motorleistung von 103 kW (140 PS). Es wurde nur in Saphirmetallicblau hergestellt. Die Seriennummer befindet sich auf einer Plakette an der linken Fahrzeugseite unterhalb des Seitenblinkers. Das Vinyldach war ebenfalls blau. Auch hier gab es Lenkrad und Schaltknauf von Nardi. Die Höchstgeschwindigkeit dieses Modells wurde in den Zulassungspapieren mit 206 km/h angegeben.
Im Dezember 2000 erfuhr der MX-5 ein Facelift (intern NB-FL), was an geringfügigen Modifizierungen an Front und Heck sowie einen leicht veränderten Innenraum erkennbar war. Außerdem gab es nun eine Automatikvariante mit 102 kW (139 PS), wobei der Wagen mit Schaltgetriebe auf 107 kW (146 PS) kam.
Der Mazda MX 5 wurde in Asien sowie in den USA auch für kurze Zeit als Mazdaspeedversion mit einem 1,8l 16v 4-Zylinder-Motor mit Abgasturbolader angeboten.
Roadster Coupé Ab 2003 wurde exklusiv für den japanischen Markt ab Werk in Zusammenarbeit mit dem Tochterunternehmen Mazda Engineering and Technology eine Coupé-Version mit fixem Dach angeboten. Das Roadster Coupé entstand, indem das Standardmodell mit Stoffverdeck nach der Endmontage am Fließband entsprechend umgebaut wurde. Durch das fixe Hardtop erhöhte sich das Fahrzeuggewicht um 10 kg. Angeboten wurde das Modell mit den gleichen Motorisierungen wie das Softtop-Modell. Zwei Benziner mit 1,6 l bzw. 1,8 l Hubraum standen zur Wahl. Zudem konnte man zwischen vier Ausstattungsvarianten bzw. Optik-Paketen – Basis, Type S, Type A und Type E – wählen. Insgesamt wurden nur 179 Exemplare gefertigt, was das Roadster Coupé zu einer der seltensten MX-5-Varianten machte.
Technische Daten 1.6 1.8 Bauzeitraum05/1998–09/200505/1998–11/200012/2000–09/200512/2000–09/2005 Motorkenndaten Motortyp R4-Ottomotor Anzahl Ventile pro Zylinder 4 Ventilsteuerung DOHC, Zahnriemen Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Motoraufladung keine Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub78,0 mm × 83,6 mm 83,0 mm × 85,0 mm Hubraum1598 cm³ 1840 cm³ Verdichtungsverhältnis9,4:19,5:1 10,0:1 max. Leistung bei min−181 kW(110 PS)/6500103 kW(140 PS)/6500107 kW(146 PS)/7000102 kW(139 PS)/6500 max. Drehmoment bei min−1134 Nm/5000162 Nm/4500168 Nm/5000162 Nm/4500 AbgasnormEuro 2 bzw.Euro 3Euro 2 Euro 3 Kraftübertragung Antrieb Hinterradantrieb Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe4-Stufen-Automatik-getriebe Getriebe (optional) – 6-Gang-Schaltgetriebe – MesswerteWerte in runden Klammern für 6-Gang-Getriebe (Sportive). Höchstgeschwindigkeit191 km/h205 km/h(203 km/h)205 km/h(208 km/h)190 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h9,7 s8,4 s8,5 s(8,4 s)11,0 s Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,8–8,1 l S8,5–8,8 l S8,7 l S(8,9 l S)8,9–9,5 l S Leergewicht1035 kg1080 kg1140 kg1155 kg Bemerkungen nicht für E10-Kraftstoff geeignet
Typ NC (2005–2015)
mini|links|Mazda MX-5 Roadster-Coupé (2006–2008) Auf dem 75. Genfer Auto-Salon im März 2005 wurde die dritte Generation des Mazda MX-5 (Produktions-Code NC) vorgestellt. Zunächst war sie als Vorverkaufs-Sondermodell 3rd Generation erhältlich, das ab Oktober 2005 verkauft wurde. Die reguläre Markteinführung fand Ende Januar 2006 statt.