mini|Kirche St. Thomas und St. Stephan mini|Kloster Seeon mini|Blick vom Seeufer mini|Altar in der Klosterkirche Seeon-Seebruck ist eine Gemeinde mit dem Prädikat Erholungsort im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt nördlich des Chiemsees im Chiemgau. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Seebruck.Römerstraße 10, 83358 Seebruck
Geografie Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Südostoberbayern. Eine Siedlung gleichen Namens gibt es nicht. Die Orte Seeon und Seebruck liegen etwa 6 km voneinander entfernt. Seebruck liegt am Ausfluss der Alz am Nordufer des Chiemsees, Seeon an einer kleinen Seenplatte rund vier Kilometer nördlich des Chiemsees. Der Gemeindeteil Truchtlaching liegt rund fünf Kilometer nördlich des Chiemsees an der Alz.
Gemeindegliederung
Es gibt 66 Gemeindeteile:
Es gibt die Gemarkungen Seebruck, Seeon und Truchtlaching.
Geschichte Bis zur Gründung der Gemeinden Seeon wurde erstmals im Jahre 924 mit der Gründung des Benediktiner-Klosters Seeon erwähnt und gehörte als eine geschlossene Hofmark bis 1803 zum Herrschaftsgebiet des Klosters.
Seebruck entstand 50 n. Chr. und war zur Römerzeit unter dem Namen Bedaium ein bedeutender Ort. Er diente als Stützpunkt auf der Fernstraße von Salzburg nach Augsburg und war als solcher auch in der Tabula Peutingeriana eingezeichnet. Die Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan wurde 1474 bis 1478 erbaut und steht auf dem Platz des ehemaligen römischen Kastells.
Die Truchtlachinger Ortsadeligen waren Ministerialen des Erzbischofs von Salzburg und der Grafen von Kraiburg bzw. der Pfalzgrafen von Bayern. Im Jahre 1347 erhielten sie das Recht zur Zollerhebung an der Alzbrücke. Später war Truchtlaching eine geschlossene Hofmark des Klosters Baumburg, die mit ihm 1803 aufgelöst wurde.
Seebruck, Seeon und Truchtlaching wurden 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern selbstständige politische Gemeinden.
Fusion Im Zuge der Gebietsreform kam es am 1. Januar 1980 zum Zusammenschluss der Gemeinden Seebruck, Seeon und Truchtlaching. Im Zuge dieser Gemeindebildung wurden Seebruck und Truchtlaching aus der Verwaltungsgemeinschaft Chieming und Seeon aus der Verwaltungsgemeinschaft Obing entlassen.Art. 12 Abs. 1, 3 und 4 des Gesetzes über die Änderung der Zugehörigkeit von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften vom 10. August 1979 (GVBl S. 223)
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3555 auf 4519 um 964 Einwohner bzw. um 27,1 %. Jahr Einwohner (Hauptwohnsitz) 1961 2802 1970 3015 1987 3426 1991 4061 1995 4242 2000 4345 2005 4510 2010 4618 2015 4558 2020 4506 2024 4490 2025 4742
Politik Bürgermeister Seit 1. Mai 2020 ist Martin Bartlweber (FWS/FWGS/PWT) Erster Bürgermeister. Dieser wurde mit 53,60 % (1470) Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 73,64 %, zum ersten Mal gewählt. Bei den Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 wurde Bartlweber erneut mit 87,1 % zum ersten Bürgermeister gewählt.
Gemeinderat Die Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 führten zu folgender Sitzverteilung: CSU: 4 Sitze Freie Wählergruppe Seeon (FWS): 4 Sitze Parteifreie Wählerschaft Truchtlaching (PWT): 3 Sitze Unabhängige Bürger Seebruck: 3 Sitze Grüne: 2 Sitze
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kloster Seeon mit der Klosterkirche St. Lambert, der Abtskapelle St. Nikolaus, der Nebenkirche St. Maria, der profanierten Kirche St. Walburgis und dem Veranstaltungszentrum des Bezirks Oberbayern Kunsthandwerkermarkt in Seeon: Seit 25 Jahren (Stand 2017) findet der Kunsthandwerkermarkt jährlich an Pfingsten statt. Rund 75 ausgewählte Aussteller aus den verschiedensten Gewerken wie Glas, Keramik, Holz, Leder, Papier, Metall, Textil und Schmuck präsentieren ihre Arbeiten und zeigen ausgewählte Exponate. Römermuseum Bedaium Archäologischer Rundweg mit der keltischen Siedlung Stöffling Filialkirche St. Ägidius in Seeon Dorf Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan in Seebruck Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Truchtlaching
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 1198 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1765 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 567 Personen größer als die der Einpendler. 59 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 72 landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung und Forschung Bildungseinrichtungen (Stand: 2026): Fünf Kindertageseinrichtungen mit 161 Kindern Grundschule Seeon-Seebruck mit 149 Schülern Forschungseinrichtungen (Stand: 2026): Limnologische Forschungsstation der Universität München
Persönlichkeiten Maria Schwarz (1877–1963), Schauspielerin, wurde in Truchtlaching geboren. Herbert Rittlinger (1909–1978), Schriftsteller, lebte ab 1950 am Weinberg in Seeon. Hartmann Lauterbacher (1909–1988), NSDAP-Gauleiter und SS-Obergruppenführer, verstorben in Seeon-Seebruck Judith Steinbacher (* 1946), Grafikerin und Kinderbuchautorin, Tochter von Marianne und Herbert Rittlinger, wuchs in Seeon auf. Stefan Dettl (* 1981), Musiker und Frontmann der Gruppe LaBrassBanda, lebte zeitweise in Truchtlaching.
Literatur Meinrad Schroll: Heimatbuch der Pfarrei Truchtlaching. 2 Bde., 1995 (1. Bd.: 640 S., Ill., 1995; 2. Bd.: S. 641–1336, Ill., 1995) Dieter Fembacher, Isolde M. Maier, Wolfgang Stamm: Kulinarisches Kloster Seeon. Vom Essen und Trinken im Chiemgau. Hugendubel 2001. ISBN 3-88034-955-X Johann Josef Wagner: Geschichte des Landgerichtes Traunstein. Zweite Abtheilung. Geschichte der ehemaligen Hofmarksitze im Landgerichtsbezirke Traunstein. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 27, München 1866–1867, S. 15–109, insbesondere 5. Abschnitt: Truchtlaching mit Poing, S. 81–97 (online).
Weblinks
Offizielle Gemeindehomepage
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Gemeindegründung 1980