U 475 war ein deutsches U-Boot vom Typ VII C, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine in der Ostsee eingesetzt wurde.
Geschichte U 475 patrouillierte während seiner Dienstzeit in der Ostsee von Helsinki und später von Danzig aus. Es konnte hierbei eine Versenkung und eine Beschädigung verzeichnen.
Bau und Indienststellung Der Auftrag für das Boot wurde am 10. April 1941 an die Deutsche Werke AG in Kiel vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 5. September 1942, der Stapellauf am 28. Mai 1943, die Indienststellung unter Oberleutnant zur See Otto Stoeffler fand schließlich am 7. Juli 1943 statt.Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 118. Da der Kommandant aus Düsseldorf stammte, hatte die Stadt das Bootswappen als Patengeschenk gestiftet. Es wurde nach der Selbstversenkung des Bootes nach Düsseldorf zurückgebracht.Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 111.
Verbandszugehörigkeit und Stationierungen Von Juli 1943 bis Juli 1944 gehörte das Boot als Ausbildungsboot zur 5. U-Flottille in Kiel, anschließend bis Februar 1945 als Frontboot zur 8. U-Flottille in Danzig. Dann wurde das Boot der in Stettin stationierten 4. U-Flottille als Frontboot zugeteilt.Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 366.
Einsatz Am 4. Juli 1944 lief U 475 aus Kiel zu seiner ersten Unternehmung aus. Nach einem Zwischenhalt in Helsinki patrouillierte das Boot in der Narva-Bucht und im Seegebiet vor Koivisto.Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 494. Am 28. Juli 1944 wurde das sowjetische Patrouillenboot MO-107 (56 Tonnen) durch einen Torpedo beschädigt.Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 3: Deutsche U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0513-4, S. 210. Am 6. September beendete U 475 seine Unternehmung in Danzig. Am 14. Oktober lief es von hier aus zu einer weiteren Unternehmung aus. Einsatzgebiet war der Finnische und Bottnische Meerbusen und das Seegebiet vor Hanko und Tallinn. Am 31. Oktober 1944 wurde das sowjetische Landungsboot SB-2 (720 Tonnen) versenkt. U 475 absolvierte im Winter 1944/45 zwei weitere Unternehmungen in diesen Seegebieten, bis es am 19. März von Danzig aus zu seiner letzten Fahrt aufbrach.
Versenkung Das U-Boot kehrte am 21. März nach Kiel zurück und wurde dort von der Besatzung selbst versenkt. Das Wrack wurde 1947 abgebrochen. U 475 verlor während seiner Dienstzeit vor der Versenkung keine Besatzungsmitglieder.
Siehe auch Liste deutscher U-Boot-Klassen U-Boot-Krieg
Einzelnachweise
Kategorie:Typ VII C Kategorie:U-Boot im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust durch Selbstversenkung Kategorie:Schiffsverlust 1945 Kategorie:Militärschiff (Deutsche Werke) U475