Ungra (veraltet Ugrona; , siebenbürgisch-sächsisch Gelt oder Goalt, oder Szászugra) ist eine Gemeinde im Kreis Brașov in der Region Siebenbürgen in Rumänien.
Geographische Lage miniatur|links|Lage der Gemeinde Ungra im Kreis Brașov miniatur|Viehbrandzeichen von Ungra/Galt miniatur|Blick vom Torturm auf die Kirche Die Gemeinde Ungra liegt im Südosten des Siebenbürgischen Beckens im historischen Repser Ländchen. An der Mündung des Homorods in den Olt (Alt) und an der Kreisstraße (drum județean) DJ 131F (3 km westlich von der E 60) liegt am Fuße des Galter Bergs das langgestreckte Ungra sieben Kilometer südlich von der Kleinstadt Rupea (Reps) entfernt. Die Alt-Au hier bei Ungra ist über drei Kilometer breit.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2. Die Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) befindet sich etwa 60 Kilometer südöstlich von Ungra.
Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Rupea, in der Siedlung Rupea Gară, an der Bahnstrecke Teiuș–Brașov.
Geschichte Der Ort Ungra wurde von Siebenbürger Sachsen gegründetAngaben auf der Website Ungras, abgerufen am 23. Oktober 2016 (rumänisch). und erstmals 1211 urkundlich erwähnt. Archäologische Funde auf dem Areal des Ortes deuten jedoch auf eine Besiedlung der Region bis in die Bronzezeit zurück.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB). Zahlreiche archäologische Funde der Jungsteinzeit die hier in Ungra gefunden wurden, sind in den Museen in Brașov und Hermannstadt zu sehen.Repertoriul Arheologic al României – Ungra bei cimec.ro, abgerufen am 23. Oktober 2016 (rumänisch).
Im Jahr 262 soll hier bei der römischen Brücke über den Olt neben den Kastell Hoghiz eine Schlacht zwischen Gepiden und Goten stattgefunden haben.
Im Königreich Ungarn lag die Gemeinde im Repser Stuhl, nachher im Stuhlbezirk Kőhalom (heute Rupea) des Groß-Kokelburger Komitats, anschließend im Kreis Târnava-Mare und ab 1950 im heutigen Kreis Brașov.
Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 1. November 2008 (PDF; 513 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 1908 1071
543 249 1941 2634 1310 90 612 622 1956 2569 1380 202 454 533 1992 1987 674 53 110 1150 2002 2038 880 46 31 1081 2011 1949 1666 28 28 227 (207 Roma) 2021 2009 1410 13 22 546 (305 Roma) Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und gleichzeitig die der Rumäniendeutschen 1941 ermittelt. Die höchste Zahl der Magyaren wurde 1956 und die der Roma (1.148) 1992 registriert.
Sehenswürdigkeiten Die evangelische Kirchenburg im 13. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz. Die einst aus rotem Basaltquader der römischen Kastells von Hoghiz als Basilika errichtet, ist heute eine 36 Meter lange einschiffige Kirche. Die Seitenschiffe der Basilika wurden abgetragen, um den Wehrgang über dem Kirchenschiff errichten zu können. Im 19. Jahrhundert wurde die Wehranlage wie auch ein Turm im Westen, bedingt durch eine Beschädigung eines Erdbebens abgetragen und das Portal im Westen freigelegt. Einer der beiden Löwenköpfe des Portals befindet sich in der Sakristei der Kirche und einer im Brukenthal-Museum in Hermannstadt. Die Kirche ist von einer einfachen Mauer umgeben, deren TorturmBild des Torturms der Kirchenburg. befindet sich im Südosten. Neben dem Gemeindefriedhof wurde ein römischer Friedhof mit steinernen Sarkophagen gefunden. Im Torturm der Kirchenburg befindet sich ein kleines Dorfmuseum.Angaben und Bilder zu Ungra bei clujonline.com abgerufen am 25. Oktober 2016 (rumänisch). Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche Sf. Treime (str. Principală nr. 7), nach unterschiedlichen Angaben im 18. Jahrhundert oder 1820Angaben zur orthodoxen Kirche bei biserici.org abgerufen am 23. Oktober 2016 (rumänisch). errichtet, steht unter Denkmalschutz.
Persönlichkeiten
Bucur Șchiopu (1911–1991), Politiker (1955–1965, Landwirtschaftsminister; 1965–1969, Minister der Lebensmittelindustrie; 1970–1976, erster Botschafter Rumäniens in Kanada)Teodor Marian: Menschen die Geschichte geschrieben haben, Bucur Șchiopu bei arhiva.lumeasatului.ro abgerufen am 25. Oktober 2016 (rumänisch).
Weblinks
Ungra bei ghidulprimariilor.ro Galt bei siebenbuerger.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1211