Harmerz ist ein Stadtteil der osthessischen Stadt Fulda. Der Stadtteil liegt südwestlich der Kernstadt im Tal der Giesel im Vorland des Vogelsberges. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der 345 m hohe Sauerberg.
Geschichte Übersicht Im Jahre 1160 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, obwohl er schon sehr früh besiedelt wurde. Darauf lassen mehrere Hügelgräber schließen, die in der Gemarkung gefunden wurden.
Der Ortsname lautete 1441 „Harmudes“, 1510 „Harmys“, 1556 „Harmes“, 1589 „Harmets“, 1605 „Harmeß“, 1708 „Harmes“ und 1797 „Harmut“. Ab 1811 lautet er „Harmerz“.
Nonnenrod ist ein Einzelhof und bereits 1650 genanntes ehemaliges Vorwerk des Benediktinerklosters Johannesberg in der Gemarkung von Hamerz.
Gebietsreform in Hessen Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Harmerz zugleich mit anderen Stadtrandgemeinden am 1. August 1972 kraft Landesgesetz in die kreisfreie Stadt Fulda eingegliedert, kam zusammen mit dieser aber am 1. Juli 1974 wieder zurück zum Landkreis Fulda.
Einwohnerentwicklung • 1812: 44 Feuerstellen, 270 Seelen
Religion Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 8 evangelische (= 2,19 %), 358 katholische (= 97,81 %) Einwohner • 1961: 7 evangelische (= 4,46 %), 791 katholische (= 95,30 %) Einwohner
Katholische Kirche
Bereits mit der Ersterwähnung im Jahre 1160 gehörte es zum Kloster Fulda und im Jahre 1787 zur Fürstabtei Fulda im Centoberamt Fulda und war der Propstei Johannesberg zugeordnet.
1510 zählte Harmerz, zur Pfarrei St. Johannes wie auch die Orte Ziegel, Zirkenbach, Zell und Istergiesel. Heute zählt es zum Bistum Fulda.
Politik Liste der Bürgermeister von Harmerz 1860 bis 1870 Johann Müller (1824–1908) 1880 bis 1896 Theodor Schütz (1836–1913) 1896 bis 1919 Damian Müller (1852–1933) 1919 bis 1934 Gustav Schütz (1869–1945) 1934 bis 1948 Hermann Müller (1887–1973) 1948 bis 1964 Josef Vogel (1893–1982) 1964 bis 1973 Heribert Ohnesorge (1923–2009) Quelle: Harnischfeger, Chronik, S. 70; Auth, Hauschroniken.
Liste der Ortsvorsteher von Harmerz 1973 bis 1977 Heribert Ohnesorge 1977 bis 1988 Oskar Auth 1988 bis 2011 Herbert Klingenberger seit 2011 Martin Haseneier Quelle: Harnischfeger, Chronik, S. 70; Auth, Hauschroniken.
Wappen Am 28. September 1967 wurde der Gemeinde Harmerz ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Rot unter einem weißen Schildhaupt mit schwarzem Kreuz ein silberner Topfhelm mit goldenem Steg waagerecht durchbohrt von einem silbernen Schwert mit goldenem Griff.
Sehenswürdigkeiten Restaurierte Fachwerkhäuser im Ortskern Eine Lourdes-Grotte Harmerzer Muttergottes-Anlage in einem Park am Ortseingang
Verkehr/ÖPNV Der Ort Harmerz ist per Stadtbuslinie 7 an den ÖPNV angebunden. Harmerz wird alle 30 bis 60 min angefahren.
Persönlichkeiten Josef Vogel (* 1893 in Harmerz; † 1982), Landwirt und Politiker, Abgeordneter des Hessischen Landtags
Literatur Wilhelm Harnischfeger: Chronik von Harmerz. Die Geschichte eines Dorfes in seiner Umgebung, Harmerz 1991. Willi Schütz: Alt-Harmerz. Von der Hofstatt zu Harmundes im Mittelalter zum heutigen Fuldaer Stadtteil Harmerz, Harmerz 1994. Michael Mott: "Gute Scheuer mit zwei Tenn ..." / Um eine über 300 Jahre alte Scheune in Harmerz ist es schlecht bestellt / Notsicherung durch Denkmalpflege, in: Fuldaer Zeitung, 21. Sept. 1995, S. 13 (Serie: DENK-mal!). Josef Auth: Harmerzer Hauschroniken, Harmerz, 2. Auflage 2012.
Weblinks Stadtteil Harmerz im Internetauftritt der Stadt Fulda.
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsbezirk von Fulda Kategorie:Ort im Landkreis Fulda Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fulda) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972