Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod ist ein deutsches TV-Dokudrama von Raymond Ley aus dem Jahr 2010.

Inhalt Adolf Eichmann, einer der schlimmsten Kriegsverbrecher des „Dritten Reichs“, setzt sich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien ab. Er holt bald darauf auch seine Frau und seine drei Söhne nach und lebt dort unentdeckt in der deutschen Gemeinde in Buenos Aires, die aus Nazis und Juden, also aus Tätern und Opfern, besteht.

Eichmann lernt den Journalisten Willem Sassen kennen, einen ehemaligen SS-Offizier, der noch immer überzeugter Nationalsozialist ist. Dieser interessiert sich für Adolf Eichmann und interviewt ihn daraufhin. Eichmann berichtet ihm über seine Tätigkeit als Cheforganisator der Deportation der Juden in die Vernichtungslager. Er zeigt dabei keine Reue, was sogar Sassen entsetzt, der an die Vernichtung nicht glauben wollte.

Währenddessen verliebt sich Eichmanns Sohn Klaus, genannt Nick, in die Tochter des KZ-Überlebenden Lothar Hermann. Als dessen Tochter Silvia ihm Nick Eichmann vorstellt, kommt es zu einem Gespräch, durch welches Hermann erahnt, wer der Vater des jungen Mannes ist. Er benachrichtigt daraufhin den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Bauer will in diesem Fall aber nicht auf die deutsche Justiz vertrauen und benachrichtigt die Regierung Israels, die Eichmann danach aus Argentinien entführen lässt und ihn anschließend in Israel vor Gericht stellt.

Hintergrund Eichmanns Ende wurde von der doc.station GmbH (Hamburg) für die ARD hergestellt. Der Film wurde erstmals am 25. Juli 2010 im Programm des Ersten ausgestrahlt. Für Herbert Knaup war es das dritte Mal, dass er ein Mitglied des Nazi-Regimes darstellte, nachdem er bereits 1990 auf der Theaterbühne Adolf Hitler und im Jahr 2000 in der US-amerikanischen Miniserie Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit Albert Speer verkörpert hatte.

Kritik

In der F.A.Z. wurde der Film hingegen mit folgendem Wortlaut scharf kritisiert:

Liliana Hermann, Nichte von Silvia Hermann, erklärte des Weiteren:

Liliana Hermann beschrieb zudem in einer 2015 auf YouTube veröffentlichten Dokumentation von Gaby Weber, wie sie die ihr zuvor unbekannte Tante Silvia anlässlich eines persönlichen Treffens auf das NDR-Dokudrama und die angebliche Liebesgeschichte ansprach: „Silvia meinte, sie sei alt, und ihre Familie habe so viele Ungerechtigkeiten erlitten, sie wolle dazu nichts sagen. Das Dokudrama bezeichnete sie als beleidigend. Sie hatte mit ihren 12 Jahren keine Beziehung, schon gar keinen Sex.“ Liliana Hermann verwies hier zudem darauf, dass Lothar Hermann nicht hinreichend gewürdigt wurde. Webers Dokumentation kritisiert das ARD-Dokudrama ebenfalls dafür, dass Dialogszenen teilweise nicht belegbar und mutmaßlich frei erfunden seien, während umfassende Authentizität suggeriert wird.Gaby Weber (2015): Desinformation – Ein Lehrstück über die erwünschte Geschichte, Dokumentation (94 min, deutsch), auf media.ccc.de, auf youtube.com

Preise & Nominierungen 2011: Nominierung Goldene Kamera für Herbert Knaup in der Kategorie Bester Schauspieler 2011: Spezialpreis der Jury, 44. WorldFest Houston (USA) 2011: Silver World Medal, New York Filmfestival (USA) 2011: Nominierung, Banff World Media Festival (CAN)Festivals TV Films German Films Newsletter, Juni 2011. 2011: Nominierung Bester Regisseur, Sichuan TV Festival (China)

Weblinks

TV-Kritik bei Evangelische Kirche in Deutschland

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2010 Kategorie:Doku-Drama Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Adolf Eichmann