Bruno Carl Wilhelm Schwarze (* 31. Juli 1876 in Braunschweig; † 16. April 1960 in Darmstadt) war ein deutscher Ingenieur und Ministerialbeamter.
Werdegang Schwarze absolvierte ein technisches Studium in seiner Geburtsstadt Braunschweig und studierte Volkswirtschaft und Jura in Berlin.Hans Schwippert: Darmstädter Gespräch 1952. Mensch und Technik: Erzeugnis, Form, Gebrauch Darmstadt 1952, S. 248. In Braunschweig promovierte er zum Doktoringenieur mit der Dissertation „Härteuntersuchungen an Radreifenstoff nach dem Kohn-Brinellschen Kugeldruckverfahren“, die 1911 im Vieweg Verlag erschien.Besprechung der Dissertation in Stahl und Eisen. 32. Jg. Nr. 12, 21. März 1912, S. 60 (PDF).
1918 veröffentlichte Schwarze ein Handbuch über das Lehrlingswesen der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung, in das er seine Erfahrungen als ehemaliges Vorstandsmitglied des Werkstättenamtes Guben einfließen ließ. Später wurde er Geheimer Baurat und vortragender Rat im Reichsverkehrsministerium.Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen. Band 61. 1921, S. 664. 1928 erschien ein weiteres Handbuch von ihm über die Personalausbildung bei der Deutschen Reichsbahn. Zu diesem Zeitpunkt war er Reichsbahndirektor und Mitglied der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft.Besprechung des Handbuchs von Rudolf Wiedwald in Reichs-Arbeitsblatt. Band 8, 1928, S. 496. 1941 war er Ministerialdirigent im Reichsverkehrsministerium.
Nach dem Zweiten Weltkrieg amtierte Schwarze von 1946 bis 1950 als Präsident des Oberprüfungsamts für den Höheren Technischen Verwaltungsdienst für die britische Zone/das Vereinigte Wirtschaftsgebiet (OPA) in Bielefeld.Walter Vogel: Westdeutschland 1945–1950. Teil 3: Einzelne Verwaltungszweige. Boldt, Boppard am Rhein 1983, ISBN 3-7646-1832-9, S. 319. Er war auch Leiter der Studien-Konferenzen und der Studienkurse der Deutschen Bundesbahn. Zudem war er Mitglied der Deutsch-Norwegischen Handelskammer und Herausgeber der Deutsch-Norwegischen Wirtschaftszeitschrift. Er gehörte dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der Mitgliedsnummer 02101 an.
Schwarze war mit der Malerin Elsa Schwarze von Arnim, Tochter von Karl von Arnim-Züsedom, verheiratet. Das Ehepaar lebte nach der Heirat 1934 zunächst in Berlin, während des Zweiten Weltkriegs in Norwegen, danach in Bielefeld und ab 1951 schließlich in Darmstadt,Renate Charlotte Hoffmann: Elsa Schwarze von Arnim. In: Claus K. Netuschil (Hrsg.): Der weibliche Blick: vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880–1930. Kunst-Archiv Darmstadt, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-9808630-5-6, S. 178. wo Schwarze 1960 starb.
Ehrungen Ernennung zum Geheimrat Dr.-Ing. E. h. Ehrenbürger der Technischen Hochschule Danzig Ehrenvorsitzender der Technisch-Wissenschaftlichen Lehrmittelzentrale (TWL) 1952: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Schriften (Auswahl) Das Lehrlingswesen der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung unter Berücksichtigung der Lehrlingsverhältnisse in Handwerks- und Fabrikbetrieben. Springer, Berlin 1918. mit Richard Couvé: Die Personalausbildung bei der Deutschen Reichsbahn, ein Handbuch. Mit 92 Abbildungen, 23 Tafeln und den amtlichen Lehrplänen. Verlag der Verkehrswissenschaftlichen Lehrmittelgesellschaft bei der Deutschen Reichsbahn, Berlin 1928.
Literatur Walter Vogel: Westdeutschland 1945 - 1950. Bd. 3, 1956
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehrenbürger der Technischen Universität Danzig Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Ministerialdirigent (NS-Staat) Kategorie:Beamter (deutsche Geschichte) Kategorie:Ingenieur Kategorie:Geboren 1876 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann