mini|Tachyspex sp. von vorne Tachysphex ist eine artenreiche Gattung der Grabwespen (Spheciformes) aus der Familie Crabronidae. Weltweit sind 446 Arten bekannt; die Gattung ist damit die artenreichste der Tribus Larrini. In der Paläarktis sind etwa 138 beheimatet, in Europa kommen davon 47 Arten vor.

Merkmale Die Arten der Gattung Tachysphex sind zwischen 4 und 18 Millimeter lang, der Großteil der Arten erreicht zwischen 6 und 10 Millimeter Körperlänge. Die Grabwespen sind schwarz, ihr Hinterleib ist bei manchen Arten teilweise rot, so auch die Beine. Anders als bei der ähnlichen Gattung Tachytes ist das Pygidialfeld der Weibchen und das siebte Hinterleibssegment unbehaart. Man kann vor allem die komplett schwarz gefärbten Arten nur schwer voneinander unterscheiden.

Lebensweise Die in der Regel mehrzelligen Nester werden in sandigen oder auch bindigen Böden angelegt, wobei ebene Flächen bevorzugt besiedelt werden. Größere Teile und Steinchen tragen die Weibchen mit den Mandibeln fort, feines Material wird mit den Tarsen der Vorderbeine im Gleichtakt aufgegraben und mit dem Körper nach hinten aus dem Gang geschoben. Der Gang liegt meist flach im Boden, die Zellen werden in einer Tiefe von nur etwa drei bis sechs Zentimetern angelegt. Der Nesteingang wird je nach Art bei Abwesenheit verschlossen oder bleibt offen. Die Brut wird mit Heuschrecken versorgt. Je nach Art wird eine spezifische Familie der Heuschrecken bevorzugt bejagt. Die Beute wird mit der Bauchseite nach oben entweder im Flug oder gehend ins Nest gebracht. Deren Fühler werden mit den Mandibeln gepackt, im Flug wird die Beute zusätzlich mit den Beinen stabilisiert. Die Eiablage erfolgt entweder auf der ersten oder der letzten Heuschrecke, nahe der Hüften der vorderen Beine. In der Zelle wird die Beute mit der Bauchseite nach oben und dem Kopf nach unten gerichtet abgelegt. Die betäubten Tiere bewegen meist noch schwach ihre Beine und Fühler.

Die Verpuppung erfolgt in einem festen Kokon, der aus Seide gesponnen wird, die mit verklebtem Sand überlagert ist. Es sind eine Reihe von Parasitoiden, wie etwa Goldwespen, Spinnenameisen, Wollschweber und Trabantenfliegen bekannt, die die Grabwespen befallen. Die Imagines sind Blütenbesucher. Am Abend oder bei Schlechtwetter suchen sich die Tiere einen Hohlraum, Männchen mit Tarsenkamm graben sich auch ein.

Systematik Tachysphex gehört zur Tribus Larrini innerhalb der Unterfamilie Crabroninae.

Arten (Europa) Tachysphex adjunctus , 1885 Tachysphex albocinctus (, 1849) Tachysphex blattivorus , 1952 Tachysphex brevipennis , 1909 Tachysphex brullii , 1833 Tachysphex carli , 1947 Tachysphex consocius , 1892 Tachysphex coriaceus , 1867 Tachysphex costae , 1882 Tachysphex ctenophorus , 1971 Tachysphex denisi , 1936 Tachysphex descendentis , 1909 Tachysphex erythropus (, 1839) Tachysphex euxinus , 1958 Tachysphex excelsus , 1917 Tachysphex ferrugineus , 1971 Tachysphex fugax , 1877 Tachysphex fulvicornis , 1918 Tachysphex fulvitarsis , 1867 Tachysphex gracilitarsis , 1910 Tachysphex graecus , 1883 Tachysphex helveticus , 1885 Tachysphex incertus , 1877 Tachysphex julliani , 1883 Tachysphex latifrons , 1884 Tachysphex lindbergi , 1956 Tachysphex mediterraneus , 1883 Tachysphex minutus , 1909 Tachysphex moczaryi , 1884 Tachysphex nitidior , 1940 Tachysphex nitidissimus , 1952 Tachysphex nitidus (, 1805) Tachysphex obscuripennis (, 1857) Tachysphex obscurus , 1971 Tachysphex panzeri (, 1829) Tachysphex persa , 1933 Tachysphex plicosus (, 1867) Tachysphex pompiliformis (, 1805) Tachysphex psammobius (, 1880) Tachysphex pseudopanzeri , 1955 Tachysphex saundersi , 1909 Tachysphex schmiedeknechti , 1883 Tachysphex sordidus (, 1845) Tachysphex subdentatus , 1893 Tachysphex tarsinus (, 1845) Tachysphex tessellatus (, 1845) Tachysphex unicolor (, 1806)

Belege Einzelnachweise in: Wojciech J. Pulawski: Catalog of Sphecidae sensu lato. California Academy of Sciences, Version vom 27. November 2009

Literatur

Weblinks

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