20. Leichtathletik-Europameisterschaften 160px|Logo der 20. Leichtathletik-Europameisterschaften Stadt Stadion Olympiastadion Teilnehmende Länder50Teilnehmende Athleten 1370 Wettbewerbe 47 (Männer: 24/Frauen: 23) Eröffnung 26. Juli 2010 Schlussfeier 1. August 2010 Eröffnet durch Jordi Hereu(Bürgermeister von Barcelona) Chronik ← Göteborg 2006 Helsinki 2012 → Medaillenspiegel (Endstand nach 47 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 8 6 4 18 2 8 4 5 17 3 6 10 4 20 4 5 6 7 18 5 3 1 6 10 6 3 – – 3 7 2 4 1 7 8 2 3 3 8 9 2 2 1 5 10 2 – – 2 Vollständiger Medaillenspiegel mini|hochkant=1.4| Die 20. Leichtathletik-Europameisterschaften wurden vom 27. Juli bis 1. August 2010 in der spanischen Stadt Barcelona ausgetragen.
Vergabe Das Exekutivkomitee des Europäischen Leichtathletikverbands European Athletic Association (EAA) bestätigte die katalanische Metropole am 29. April 2006 am Rande seiner Sitzung in Göteborg als Austragungsort. Zuvor war Barcelona 2001 bei der Vergabe der Europameisterschaften 2006 der Bewerbung Göteborgs unterlegen.
Wettkampforte mini|hochkant=2.1| Der Großteil der Wettkämpfe fand im Olympiastadion Barcelona (Estadi Olímpic Lluís Companys) statt, das bereits Schauplatz der Olympischen Spiele 1992 war. Ausnahme waren die beiden Marathonläufe sowie die drei Gehwettbewerbe, die in den Straßen Barcelonas ausgetragen wurden.
Eröffnungsfeier Die Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 fand am Abend des 26. Juli 2010 am Brunnen Font Magica auf dem Gelände der Weltausstellung von 1929 am Fuße des Montjuïc statt. Damit war zum zweiten Mal nach Göteborg 2006 nicht das Stadion Ort der Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften.
Teilnehmer Zu den Wettkämpfen entsandten alle 50 Mitgliedsverbände der European Athletic Association eine Delegation nach Barcelona. Insgesamt waren 1370 Athleten gemeldet. Teilnehmer (1370) 20px Albanien (2) 20px Andorra (6) 20px Armenien (3) 20px Aserbaidschan (5) 20px Belarus (44) 20px Belgien (33) 20px Bosnien und Herzegowina (2) 20px Bulgarien (16) 20px Dänemark (15) 20px Deutschland (73) 20px Estland (17) 20px Finnland (42) 20px Frankreich (62) 20px Georgien (2) 20px Gibraltar (1) 20px Griechenland (33) 20px Großbritannien (71) 20px Irland (33) 20px Island (6) 20px Israel (16) 20px Italien (74) 20px Kroatien (12) 20px Lettland (23) 20px Liechtenstein (1) 20px Litauen (25) 20px Luxemburg (1) 20px Malta (2) 20px Mazedonien (2) 20px Republik Moldau (6) 20px Monaco (1) 20px Montenegro (2) 20px Niederlande (36) 20px Norwegen (39) 20px Österreich (16) (PDF; 4,0 MB) Website des Österreichischen Leichtathletikverbands. Abgerufen am 23. Juli 2010. 20px Polen (72) 20px Portugal (42) 20px Rumänien (33) 20px Russland (109) 20px San Marino (2) 20px Schweden (47) 20px Schweiz (22) 20px Serbien (12) 20px Slowakei (19) 20px Slowenien (34) 20px Spanien (79) 20px Tschechien (42) 20px Türkei (21) 20px Ukraine (62) 20px Ungarn (23) 20px Zypern (10)
Wettbewerbe Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften wurden Wettbewerbe in fünf unterschiedlichen Wettbewerbsgruppen ausgetragen: Laufen, Springen, Werfen, Gehen und Mehrkampf. Die Frauen maßen sich in 23, die Männer in 24 Disziplinen. Das EM-Programm für Frauen und Männer war wie bereits bei den vorangegangenen Europameisterschaften fast identisch. Abweichungen gab es in der Länge der kurzen Hürdenstrecke, in den Gewichten der Wurfgeräte sowie in der Anzahl der Mehrkampfdisziplinen. Einzig das 50-km-Gehen blieb noch alleine den Männern vorbehalten. Diese Disziplin wurde für die Frauen 2018 Teil der Europameisterschaften. Von 2022 an wurde die Distanz der langen Gehstrecke für Männer und Frauen auf 35 Kilometer verkürzt. Unterschiede im Wettbewerbsprogramm für Frauen und Männer gab es von 2018 an alleine bei den Gewichten von Wurfgeräten, in den Höhen der Hürden und der Länge der kurzen Hürdensprintstrecke, sowie schließlich im Mehrkampf.
Doping Bei diesen Europameisterschaften kam die kaum zu glaubende Zahl von 40 nachgewiesenen Dopingfällen zustande. Dieser Wert liegt in ähnlichen Dimensionen wie bei anderen großen internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen dieser Zeit und zeigt, in welchen Sumpf von Betrügereien und erschlichenen Leistungen die Leichtathletik geraten war.
Betroffen waren insgesamt neun Nationen, Russland ragt dabei besonders heraus. Im Einzelnen sieht die Verteilung folgendermaßen aus: Russland: 21, Belarus: 6, Türkei: 4, Griechenland: 2, Republik Moldau: 2, Spanien: 2, Litauen: 1, Tschechien: 1 und Ukraine: 1
Folgende Sportler wurden bei diesen Europameisterschaften wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen disqualifiziert: José Luis Blanco (Spanien) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Dritter. Er wurde bei den spanischen Meisterschaften im Juli 2010 positiv auf EPO getestet. Sein EM-Resultat wurde annulliert und er wurde bis zum 26. Oktober 2012 gesperrt.Doping – EM-Dritter Blanco zwei Jahre gesperrt, welt.de 26. Januar 2011, abgerufen am 23. Februar 2023 Ildar Minschin (Russland) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Sechster. Ihm wurde nachträglich die Einnahme verbotener Substanzen im August 2009 nachgewiesen. Er wurde für zwei Jahre gesperrt, sein EM-Ergebnis wurde ihm aberkannt.Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 27.3.17, bianet.org, abgerufen am 23. Februar 2023 Stanislaw Jemeljanow (Russland) – 20 km Gehen, zunächst Erster. Am 29. Juli 2014 wurde bekanntgegeben, dass ihm wegen auffälliger Blutwerte im Biologischen Pass alle Ergebnisse ab dem 26. Juli 2010 aberkannt werden, somit auch die Goldmedaille beim 20-km-Gehen in Barcelona.Gold, das verlegen macht, stol.it 30. Juli 2014, abgerufen am 23. Februar 2023 Ruslan Dmytrenko (Ukraine) – 20 km Gehen, zunächst Zwölfter. Am 8. Februar 2010 wurden für ihn Sanktionen wegen Dopingmissbrauchs verhängt. Seine Resultate in der Zeit vom 14. August 2008 bis 3. August 2012 wurden annulliert. Darüber hinaus erhielt er eine Sperre von zwei Jahren.Notifications and Sanctions, athleticsintegrity.org, Stand 31. August 2018 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Sergei Kirdjapkin (Russland) – 50 km Gehen, in seinem Gehwettbewerb nicht im Ziel. Er wurde wegen Auffälligkeiten in seinem Biologischen Pass im Januar 2015 rückwirkend zum 15. Oktober 2012 für drei Jahre und zwei Monate gesperrt. Seine Resultate zwischen dem 20. Juli 2009 und dem 20. September 2009, zwischen dem 29. Juni 2010 und dem 29. August 2010 sowie zwischen dem 17. Dezember 2011 und dem 11. Juni 2012 wurden annulliert.Update: 2-Doping-Russian race walker Kirdyapkin stripped of 2012 Olympic gold auf reuters.com, Stand 24. März 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Andrej Michnewitsch (Belarus) – Kugelstoßen, zunächst Erster. Ihm wurden 2013 seine Resultate von 2007 bis 2011 aberkannt. Als Mehrfachtäter wurde er auf Lebenszeit gesperrt.Belarusian shot putter Andrei Mikhnevich stripped of 4 medals. In: Associated Press 2. August 2013 (englisch), cbc.ca, abgerufen am 23. Februar 2023 Pawel Lyschyn (Belarus) – Kugelstoßen, zunächst Siebter. Unter anderem seine Platzierung bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.Olympic shot put silver medalist stripped of medal, radionz.co.nz, 26. November 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Remigius Machura jun. (Tschechien) – Kugelstoßen, in der Qualifikation ausgeschieden. Er wurde im September 2010 positiv auf Doping mit Hormonen getestet und erhielt eine Sperre von zwei Jahren. Sein EM-Resultat von 2010 wurde annulliert.Machura gets two-year ban for doping, iol.co.za 25. September 2010 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Anastassija Kapatschinskaja (Russland) – 200 Meter, zunächst Vierte, 4-mal 400 Meter, zunächst Erste. Sie wurde der Einnahme gleich zweier verbotener Substanzen überführt. Dabei handelte es sich um das Anabolikum Turinabol sowie das anabole Steroid Stanozolol.Doping: Russen sperren Olympia-Trio, sport.de, 21. Juni 2017, abgerufen am 23. Februar 2023 Julija Tschermoschanskaja (Russland) – 200 Meter, zunächst Siebte, 4-mal 100 Meter, zunächst Vierte. Auch ihr wurde der Missbrauch von Stanozolol und Turinabol nachgewiesen.Russian loses women's relay gold from '08 in doping case, eu.usatoday.com 16. August 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Tatjana Firowa (Russland) – 400 Meter, zunächst Erste, 4-mal 400 Meter, zunächst Erste. Im sogenannten McLaren-Report wurde institutionelles Doping in Russland untersucht und aufgedeckt. Tatjana Firowa gehörte zu den Athleten, die von 2012 bis 2013 Teil eines Dopingprogramms mit Anabolen Steroiden waren. Bereits 2008 hatte sie durch nicht abgegebene Dopingproben gegen die Bestimmungen verstoßen. Der Europameistertitel wurde ihr aberkannt, die nachfolgenden Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne.Doping bans for 12 Russian athletes including 2012 Olympic champion Ivan Ukhov, bbc.com/sport 1. Februar 2019 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Pınar Saka (Türkei) – 400 Meter, im Vorlauf ausgeschieden, 4-mal- 400 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Der türkische Leichtathletikverband TAF sprach 2013 gegen 31 positiv auf Dopingmittel getestete Athleten Sperren aus. Zu ihnen gehörte auch Pınar Saka, deren Resultat bei diesen Europameisterschaften annulliert wurde.Turkish Athletics hands doping ban on 31 athletes. In: Hürriyet Daily News 6. August 2013 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Marija Sawinowa (Russland) – 800 Meter, zunächst Erste. Der Internationale Sportgerichtshof CAS löschte alle ihre Ergebnisse zwischen Juli 2010 und August 2013. Das Urteil fundiert auf klaren Abweichungen im Biologischen Pass, die Sawinowas Verstoß gegen die Dopingbestimmungen nachweisen.Mariya Savinova verliert drei Goldmedaillen, runaustria.at 13. Februar 2017, abgerufen am 23. Februar 2023 Swetlana Kljuka (Russland) – 800 Meter, zunächst Achte. Sie wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass suspendiert, ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.Top female Russian trio banned for doping, reuters.com, 3. Juli 2012 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Olga Cristea, (Republik Moldau) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Bei ihr wurden überhöhte Testosteron-Werte festgestellt. Sie erhielt eine zweijährige Sperre, ihr Resultat bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.Athlete Olga Cristea suspended for two years over doping ipn.md, 29. September 2010 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023 Swjatlana Ussowitsch, (Belarus) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden/4-mal 400 Meter, Rang sieben. Ihr wurde bei Nachtests nachgewiesen, dass sie bereits 2008 gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte. Ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.Aksana Miankova verliert Olympiasieg, leichtathletik.de 26. November 2016, abgerufen am 23. Februar 2023 Davon betroffen war auch die belarussische Staffel über 4-mal 400 Meter, der ihr siebter Rang aberkannt wurde.Barcelona European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 23. Februar 2023 Tatjana Andrianowa, (Russland) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Sie wurde mehrfach bei Verstößen gegen die Antidopingbestimmungen erwischt. Unter anderem wurden ihre Resultate vom 26. Juli 2010 bis 25. Juli 2012 gestrichen.Robust IAAF anti-doping programme – Zaripova and Chernova worldathletics.org 2. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2023