Bensheim ([]; im Ortsdialekt Bensem) ist eine Stadt im südhessischen Landkreis Bergstraße. Bensheim liegt an der Bergstraße und ist mit 42.149 Einwohnern die größte Stadt des Kreises.

Geografie Geografische Lage

links|mini|Die Lauter an der Mittelbrücke

Die Stadt liegt am östlichen Rande der Oberrheinebene an den Hängen des westlichen Odenwaldes an der Bergstraße. Die nächsten größeren Städte sind Darmstadt (etwa 22 km nördlich), Heidelberg (etwa 35 km südlich), Worms (etwa 18 km westlich) und Mannheim (etwa 32 km südwestlich). Die Kreisstadt Heppenheim liegt etwa 5 km südlich.

Durch Bensheim fließt die aus dem Lautertal aus östlicher Richtung kommende Lauter, die ab dem Rinnentor Winkelbach heißt. Im Süden der Stadt fließt der ebenfalls aus dem Odenwald (Meerbachtal mit Zell und Gronau) kommende Meerbach. Weitgehend kanalisiert und erst ab dem westlichen Stadtrand an der Oberfläche verläuft der von der Lauter abgezweigte Neue Graben. Im Nordwesten an der A5 befindet sich der durch den Autobahnbau entstandene 7,7 ha große Bensheimer Badesee, der heute der Naherholung dient.

mini|Bensheim, Auerbach und Melibokus

Nachbargemeinden Bensheim grenzt im Norden an die Stadt Zwingenberg sowie die Gemeinden Alsbach-Hähnlein und Seeheim-Jugenheim (beide Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Osten an die Gemeinde Lautertal, im Süden an die Stadt Heppenheim sowie im Westen an die Stadt Lorsch und die Gemeinde Einhausen.

Stadtgliederung Das Stadtgebiet von Bensheim gliedert sich in elf Stadtteile, für die jeweils ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet wurde, davon zwei in der Kernstadt und neun für die nach Bensheim eingegliederten Gemeinden und besteht aus zehn Gemarkungen.; abgerufen am 29. August 2018. Dabei bilden die Kernstadt und die eingemeindeten Orte jeweils eine Gemarkung. Bensheim-Mitte: die östlich der Eisenbahnlinie gelegene Kernstadt (Alt- und Vorstadt) mit zahlreichen neuzeitlichen Stadterweiterungen (beispielsweise Brunnenweg- oder Metzendorfviertel: Griesel, Meerbach- und Hemsbergviertel) Bensheim-West: die westlich der Eisenbahnlinie gelegene Kernstadt beispielsweise mit den Stadtvierteln Port Arthur, Marokko, Leibwehviertel oder den Kappesgärten an der Bergstraße nördlich der Kernstadt: Auerbach, in den vorderen Odenwaldtälern: Hochstädten, Schönberg, Wilmshausen, Gronau und Zell sowie im Hessischen Ried: Langwaden, Fehlheim und Schwanheim.

Klima Bensheim zeichnet sich – wie die anderen Orte an der Bergstraße – durch ein besonders mildes und sonniges Klima mit etwa 2000 Sonnenstunden jährlich und dem frühesten Frühlingsbeginn Deutschlands aus. Geschützt durch den Odenwald gedeihen im milden Klima hier Kiwis, Mandeln, Feigen und Pfirsiche. Die Bergstraße wird deshalb oft als „Riviera Deutschlands“ bezeichnet.

Die Stadt Bensheim fördert die Kultivierung beispielsweise von Mandelbäumen in den Vorgärten der Anwohner. Jedes Jahr gibt es in Bensheim eine Blütenkönigin. Sie wird seit 1948 alljährlich vom Automobil-Club Bensheim gestelltListe der Bensheimer Blütenköniginnen des Automobil-Club Bensheim seit 1948 Webseite des Automobil-Club Bensheim. Abgerufen am 24. August 2020. und ist seit Jahrzehnten Aushängeschild der Stadt Bensheim im In- und Ausland.

Geschichte

Bensheim hat sich aus einem im 8. Jahrhundert erstmals erwähnten Dorf entwickelt. Im 14. Jahrhundert erhielt dieses Stadtrechte. Im Zweiten Weltkrieg wurden am 26. März 1945 große Teile der Altstadt durch Brandbomben zerstört.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung • 1618: ca. 3000 Einwohner • 1628: 2500 Einwohner • 1806: 3095 Einwohner, 450 Häuser • 1829: 3977 Einwohner, 497 Häuser • 1867: 4781 Einwohner, 597 Häuser

Einwohnerentwicklung der später eingegliederten Orte Bei den folgenden Einwohnerzahlen handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse vom 6. Juni 1961 und vom 27. Mai 1970 und vom 9. Mai 2011 Ort Einwohner1961 Einwohner1970 Einwohner2011 Fehlheim 1147 1401 1692 Gronau 704 802 1203 Hochstädten 323 406 669 Langwaden 206 266 381 Schwanheim 730 846 1218 Wilmshausen 455 454 633

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Bensheim 39.253 Einwohner. Darunter waren 3325 (8,5 %) Ausländer, von denen 1322 aus dem EU-Ausland, 1196 aus anderen europäischen Ländern und 807 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 7,6 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 13,4 %.) Nach dem Lebensalter waren 6690 Einwohner unter 18 Jahren, 16.569 waren zwischen 18 und 49, 8187 zwischen 50 und 64 und 7806 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 17.398 Haushalten. Davon waren 5812 Singlehaushalte, 4731 Paare ohne Kinder und 4781 Paare mit Kindern, sowie 1602 Alleinerziehende und 472 Wohngemeinschaften. In 3612 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 11.943 Haushaltungen leben keine Senioren.

Religionszugehörigkeit • 1829: 90 lutherische (2,26 %), 8 reformierte (0,20 %), 74 jüdische (1,86 %) und 3.850 katholische (95,68 %) Einwohner • 1961: 11.617 evangelische (48,28 %), 11.696 katholische (48,61 %) Einwohner • 1987: 14.716 evangelische (43,29 %), 14.901 katholische (43,83 %), 4.377 sonstige (12,87 %) Einwohner • 2011: 13.450 evangelische (34,5 %), 13.510 katholische (34,6 %), 390 freikirchliche (1,0 %), 590 orthodoxe (1,5 %), 1.170 andersgläubig (3,0 %), 9.860 sonstige (25,3 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen: Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 18.590 72.939 1.695.567 2.524.156 Veränderung zu 2000 +42,7 % +17,1 % +16,1 % +16,0 % davon Vollzeit 2017 75,5 % 71,9 % 72,8 % 71,8 % davon Teilzeit 2017 24,5 % 26,1 % 27,2 % 28,2 % Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 2961 15.613 224.267 372.991 Veränderung zu 2000 +18,1 % −4,3 % +9,0 % +8,8 %

Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen Produzierendes Gewerbe 2000 31,4 % 39,6 % 27,0 % 30,6 % 2017 33,0 % 32,1 % 20,4 % 24,3 % Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 23,0 % 25,1 % 26,4 % 25,1 % 2017 25,4 % 25,1 % 24,7 % 23,8 % Unternehmensdienstleistungen 2000 17,6 % 11,6 % 25,1 % 20,2 % 2017 18,6 % 15,6 % 31,6 % 26,1 % Sonstige Dienstleistungen 2000 24,2 % 22,0 % 20,1 % 22,5 % 2017 24,5 % 25,3 % 23,0 % 25,4 % Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 3, % 1,7 % 1,4 % 1,5 % 2017 0,8 % 1,2 % 0,3 % 0,4 %

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bensheim erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 35,81633,11533,31536,41643,22043,120 21,81024,11114,1722,91013,6613,76 14,2616,2717,5823,811Die Stadtverordnete Christine Klein wurde über die Liste der SPD gewählt und wechselte kurz nach der Wahl zur GLB-Fraktion, so dass die SPD nur noch über 10, die GLB über 11 Sitze verfügte. 2013 kandidierte Klein in Zwingenberg als Bürgermeisterin und gab ihr Bensheimer Mandat zurück, das daraufhin wieder an die SPD fiel.29,513Der Stadtverordnete Franz Apfel wurde über die Liste der GLB gewählt, hatte die Fraktion aber verlassen, so dass diese nur noch über fünf Sitze verfügte, Apfel gehörte der Versammlung als fraktionsloses Mitglied weiter an. Die Stadtverordnete Angela Manteuffel wechselte von der SPD- zur FWG-Fraktion, so dass die SPD nur noch über 12, die FWG über vier Sitze verfügte.32,715Die Stadtverordnete Hildegard Kaplan-Reiterer wurde über die Liste der SPD gewählt und wechselte 2005 zur FDP-Fraktion, so dass die SPD nur noch über 14, die FDP über drei Sitze verfügte. Bürger Bürgerinnen und Bürger für Bensheim8,346,6311,857,23———— 7,33—————————— 7,039,646,934,027,135,32 5,636,233,015,736,635,22 ——4,3213,36Im August 2017 wechselte der Fraktionsvorsitzende der AfD, Tobias Fischer, zur FDP-Fraktion, wodurch die AfD nur noch über fünf Sitze verfügte, die FDP über vier. Der AfD-Stadtverordnete Jürgen Thalmeier zog im August 2017 aus Bensheim weg. Da im Laufe der Zeit bereits neun der 15 Kandidaten auf der Liste der AfD auf ihr Mandat verzichtet hatten, gab es keinen weiteren Nachrücker, so dass die AfD-Fraktion auf vier, die Stadtverordnetenversammlung auf 44 Mitglieder schrumpfte. Helga Schuster, Stadtverordnete der AfD-Fraktion, hat ihr Mandat zum 31. Juli 2019 niedergelegt, wodurch die Fraktion auf drei, die Stadtverordnetenversammlung auf 43 Mitglieder schrumpfte. Im Februar 2020 wechselte die Stadtverordnete Waltrud Ottiger von der GLB- zur CDU-Fraktion, woraufhin die CDU-Fraktion auf 16 Mitglieder anwuchs, die GLB auf sechs Mitglieder schrumpfte.—————— Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in %56,149,049,147,043,50,5

Bürgermeister und Magistrat mini|hochkant|Bürgermeisterin Christine Klein (2022) Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Bensheim neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich neun weitere Stadträte angehören.Stadt Bensheim: Magistrat Bürgermeisterin ist seit dem 15. Dezember 2020 Christine Klein (SPD). Sie setzte sich am 15. November 2020 in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Rolf Richter (CDU), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 43,70 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,77 Prozent der Stimmen durch.

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: nur Einzelergebnisse 2014 und 2008 sind archiviert - Wahltermine Stadt Bensheim, seit 1996; Hinweis: Direktwahlen sind nur lückenhaft aufbereitet ab Dezember 2026 Harry Hegenbarth (* 1979) 2020–2026 Christine Klein (SPD) (* 1955)SPD Bensheim: CV Christine Klein: „Seit 15.12.2020 Bürgermeisterin der Stadt Bensheim“ 2014–2020 Rolf Richter (CDU) (* 1966) 2002–2014 Thorsten Herrmann (CDU) (* 1964) 1972–2002 Georg Stolle (CDU) (1938–2020) 1954–1971 Wilhelm Kilian (CDU) (1914–1971) 1946–1954 Joseph Treffert (CDU) (1883–1963) 1945–1946 Willy Klapproth (SPD) (1892–1967) 1945 Theodor Kräge (1888–1963)

Eine separate Liste der Stadtoberhäupter von Bensheim reicht nahezu lückenlos zurück bis in das Jahr 1546.

Magistrat

In Bensheim gibt es zwei hauptamtliche und neun ehrenamtliche Mitglieder im Magistrat: Bürgermeisterin Christine Klein (SPD)Stadt Bensheim: Bürgermeisterin Christine Klein, seit dem 15. Dezember 2020 im Amt, sowie Erster Stadtrat Frank Daum, der seit dem 15. Oktober 2025 im Amt ist. Nach dem Geschäftsverteilungsplan der Bürgermeisterin sind beide als Dezernenten jeweils für einen Teil der Ämter und Fachbereiche der Stadtverwaltung zuständig. Dem Ersten Stadtrat sind die Fachbereiche Finanzen, Stadtentwicklung, Immobilien und Umwelt sowie Sicherheit, Ordnung und Bürgerservice zugewiesen; alles andere gehört zum Dezernat der Bürgermeisterin.Organigramm der Stadtverwaltung mit Zuordnung der Dezernate, Stand Oktober 2025 (PDF-Datei, 224 KB)

Seit der Stadtverordnetenversammlung am 29. April 2026 gehören weiterhin als ehrenamtliche Stadträte dem Magistrat an: Waltrud Ottiger, Oliver Roeder, Hans Seibert (alle CDU), Arno Klein (SPD), Rolf Tiemann (FWG), Peter L. Born, Manfred Knapp (beide Grüne), Andreas Born (BfB) und Harald Boeddinghaus (FDP).

Bürgermeisterwahl 2026 In Bensheim wurde am 16. August 2026 ein neuer Bürgermeister gewählt. Der parteilose Unternehmer Harry Hegenbarth setzte sich im ersten Wahlgang mit 58,54 % gegen fünf Bewerber durch, von denen einzig Carmelo Torre (CDU) mit 30,41 % ein zweistelliges Ergebnis erreichte. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,9 %. Hegenbarths Amtszeit beginnt am 15. Dezember 2026.

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