mini|Cottage in Dorset, Südwestengland

Einzelsiedlung, Einzellage, auch Einzelhof, Einzelhaus, Einödhof, Wustung – in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich auch Einöde bzw. Einschicht – nennt man einzeln stehende Gebäude als Wohnplatz beziehungsweise Hofstelle.

Etymologie Der Begriff Einöde (Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage. Berlin / New York 1999, S. 212.) bezeichnet im Oberdeutschen den kleinsten Siedlungstypus (vgl. Einödflur), so in den Augsburger Chroniken im 15. Jahrhundert Zitiert nach oder in der Tiroler Landsordnung 1573.

Die -ed(t)/-öd(t)-Namen im bairischen Raum beziehen sich aber nicht auf Einödhöfe, die als Hauptsiedlungsraum einen „schönen“ Namen bekamen, sondern auf aufgelassene (verödete) und wiederaufgenommene Siedlungsstellen.

Zur Siedlungsform mini|Einzelhof in Nesslau, Ostschweiz

Einzelsiedlungen sind typischerweise einzeln stehende Bauernhöfe (Gehöfte), Mühlen, Gasthäuser und Ähnliches, die nicht oder kaum in eine geschlossene Ortschaft eingebunden sind. Sie können aus einem einzigen, mehrfunktionalen Gebäude (Einhof), aus zwei Gebäuden, meist Wohn- und Ökonomiegebäude (Zwei- oder Zwiehof), oder aus mehreren Gebäuden (Gruppenhof) gebildet sein (siehe auch Bauernhaus). Die Hauptgebäude mit Wohnfunktion liegen in der Einzelhofsiedlung mindestens 100 Meter voneinander entfernt, andernfalls handelt es sich um eine Gruppensiedlung.

Einzelsiedlungen können durch spontane, individuelle Besiedlung oder durch geplante Kolonisation entstehen. Einzelsiedlungen entstanden in jeder Siedlungsperiode. Sie konnten als Gründungssiedlungen primär oder durch Auflösung von Dörfern (Verödung) sekundär entstehen.

Die in Österreich gleichgereihten Begriffe Einöde, Einzelhof, Einzelhaus, Einschicht bezeichnen .Österreichischer Amtskalender online. Verlag Österreich, Wien 2000–, passim. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund. Topographische Siedlungskennzeichnung nach STAT. In: Amtliches Ortsverzeichnis. Statistik Austria. Dort werden ein oder zwei Häuser auch dann als Einzellage klassiert, wenn sie zwar zu einer größeren Siedlung gehören, aber politisch oder statistisch zu einer anderen politischen Gemeinde oder Ortschaft.

Mehrere, in relativer Nähe befindliche Einzellagen ähnlicher Art bilden eine Streusiedlung. Sie besteht aus Einzelhöfen, bei denen die spezialisierten Ökonomiegebäude mehr oder weniger regelmäßig über die ganze landwirtschaftliche Nutzfläche verteilt sind; dadurch entsteht ein relativ dichtes Siedlungsmuster aus Einzelgebäuden.

Ortsnamen In Bayern wurden die Namen meist zu -öd standardisiert:

Öd (Schönthal) Öd (Eslarn) Oed (Altenmarkt an der Alz) Einödsbach Reisachöd Hermannsöd Krausenöd

In Österreich findet sich -ed(t) und -öd(t)

Einöde (Gemeinde Treffen am Ossiacher See) Einöd (Gemeinden Gröbming, Michaelerberg-Pruggern) Sattledt Hausruckedt Harlingsedt Oedt an der Wild Rauchenödt

Siehe auch Schwaighof (Hofform)

Literatur Martin Born: Die Genese der Siedlungsformen in Mitteleuropa. In: Geographie der ländlichen Siedlungen. Band 1 (= Christoph Borcherdt, Carl Rathjens, Eugen Wirth [Hrsg.]: Studienbücher der Geographie). 1. Auflage. B. G. Teubner, Stuttgart 1977, ISBN 3-519-03409-3. Gabriele Schwarz: Allgemeine Siedlungsgeographie. Teil 1. Die ländlichen Siedlungen. Die zwischen Land und Stadt stehenden Siedlungen. In: Allgemeine Siedlungsgeographie (= Josef Schmithüsen [Hrsg.]: Lehrbuch der Allgemeinen Geographie. Band 6). 2 Bände, 4. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1988, ISBN 3-11-007895-3.

Mathias Faul: Studien zu römischen Einzelsiedlungen in Rheinhessen. Überarbeitete und gekürzte Dissertation Universität Mainz 2011 (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie. Band 233). Habelt, Bonn 2013, ISBN 978-3-7749-3854-0.

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Einzelnachweise

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