mini|Sporttaucher im Blue Corner auf Palau mit einer Bäumchen-Weichkoralle im Vordergrund mini|Satellitenfoto von Great Blue Hole und Lighthouse Reef mini|Coron Island Cove auf den Philippinen Mit Tauchgebiet wird im Tourismus ein meist nicht genau abgegrenzter Bereich in einem Gewässer bezeichnet, welcher aufgrund natürlicher oder menschengemachter Einflussfaktoren für das Sporttauchen geeignet ist.
Ähnliche, aber nicht vollkommen synonyme touristische Begriffe sind Tauchspot, Tauchplatz und seltener auch Tauchrevier.
Benennung von Tauchgebieten Die Bezeichnung von Tauchgebieten ist oft mit der Bezeichnung eines geographischen Ortes – zum Beispiel einer Insel, einer Bucht, einer Höhle, eines Nationalparks, eines Strandes – identisch, besonders bei von der Küste abgelegenen Tauchspots kommen auch nicht-geographische Bezeichnungen vor, zum Beispiel nach dem Schiffsnamen eines Wracks (Salem Express)Salem Express bei DiveWorld., nach besonderen Gegebenheiten des Terrains, Wassers oder Lichts (Blue Hole) oder nach einer zahlreich vorkommenden Spezies (Shark Point)Shark Point bei DiveWorld..
Faktoren der Attraktivität von touristischen Tauchgebieten Die Eignung eines Gebietes zum Tauchen ist abhängig von den Fähigkeiten und Interessen des Tauchers. So können Gebiete die der Laie nicht mit dem Tauchsport in Verbindung bringt, gerade für fortgeschrittene Taucher, die anspruchsvollere Tauchgänge unternehmen, sehr attraktiv sein. Für weniger erfahrene Taucher spielen das Klima und die Jahreszeit eine große Rolle. Daher ist auch ein bekanntes Tauchgebiet nicht für jeden Taucher jederzeit geeignet. Manche Tauchgebiete eignen sich besonders gut für das Schnorcheln, andere für die Unterwasserfotografie oder das Wracktauchen. In diversen unterschiedlichen Top-Ten-Listen wird versucht, für spezielle Ansprüche die besten Tauchgebiete zu bewerten.
Im Tourismusmarketing und in ReiseführernZum Beispiel in den Reiseführer-Reihen DuMont Richtig Reisen, DuMont Reise-Taschenbücher und Baedeker Reiseführer aus dem Verlag MairDumont, in Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag, in Reiseführern aus dem Verlag National Geographic und in Reiseführern aus Iwanowski’s Reisebuchverlag. werden oft Länder oder Küstenregionen als gute Tauchgebiete beworben. Meist richten sich diese Angaben an Urlaubs- oder eher unerfahrene Taucher. Auch herrschen in den so beworbenen Tauchgebieten nicht zwingend das ganze Jahr über für Anfänger geeignete Bedingungen.
Die folgenden Punkte können über eine Eignung einer Region oder Örtlichkeit als Tauchgebiet entscheiden:International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (Hrsg.): Economic Values of Protected Areas: Guidelines for Protected Area Managers. Gland, Cambridge 1998, ISBN 2-8317-0461-8, S. 45–46.Anna Vander Broek: World's 10 best scuba spots. In: forbestraveller.com, August 2007. die Artenvielfalt von Fischen, Wasserpflanzen und Korallen die Anzahl an Unterwasserlebewesen durch Menschen geschaffene Tauchziele (z. B. Wracks) die Sicht unter WasserRalf Scheibe: Entwicklungstrends im Wassertourismus im südlichen Ostseegebiet (PDF-Datei; 398 kB). In: IKZM-Oder Berichte, Nr. 62 (2010), Universität Greifswald, , S. 23–26. Wassertemperatur die Wassertiefe die Nähe zur KüsteAndreas Caduff: Sporttourismus und nachhaltige Entwicklung in Fremdenverkehrsregionen. Mainz 2006, S. 213. das Vorhandensein von Tauchbasen, Tauchschulen oder Tauchsafaris. Lernmodul im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“, abgerufen am 21. Juli 2010. Abwesenheit von menschengemachten Gefahren (Schiffsverkehr oder Krieg) Verschmutzungen der Gewässer Strömung, Wellengang oder EisbedeckungJack Jackson (Hrsg.): Dive Atlas of the World. London 2008, S. 13. das Vorhandensein von Resorts und Hotels das Vorhandensein von Wasserrettungsorganisationen die Nähe zu einer DekompressionskammerAuf den Malediven, gibt es zum Beispiel kein einziges Krankenhaus der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung, aber fünf Rekompressionskammern. (. U.S. Department of Health, Washington 2010.) Transportmöglichkeiten zur An- und Abreise (internationale Flughäfen oder Fähren) keine bzw. wenig gesetzliche, behördliche oder hausrechtliche Einschränkungen
Kritik Besuchen mehrere Tauch-Boote täglich denselben Tauchspot in einem Korallenriff, so kann dies die Unterwasserwelt einem dauernden Stress aussetzen. Die Schiffe können einen die Fische vertreibenden Schallpegel verursachen, mit ihren Ankern die Korallen schädigen und die Besatzungen verklappen nicht selten – teils giftige – Abfälle (wie Reinigungsmittel und Schmier- oder Triebsstoffe) ins Meer. Da ein Gerätetaucher von den meisten Wassertieren als Bedrohung wahrgenommen wird, können täglich auftretende große Gruppen von Tauchern dazu führen, dass einige Arten andere, ungestörte Lebensräume aufsuchen. Mit mangelhafter Tarierung können ungeübte oder unvorsichtige Taucher die Korallen direkt beschädigen, indem sie Teile davon abschlagen, oder den Untergrund aufwirbeln, was eine Abschattung und das Absterben der Korallenstöcke verursachen kann. Werden Unterwasserlebewesen von der Besatzung eines Tauchsafari-Boots regelmäßig gefüttert, kann dies zu Erkrankungen der Tiere führen. All diese durch Tauchsafaris verstärkten Stressfaktoren haben den teilweise ohnehin schon fragilen Zustand, der durch die globale Erwärmung und die damit zusammenhängende Versauerung der Meere verursacht wird, in vielen Riffen noch verschärft. Im Jahre 2011 untersagten daher die thailändischen Umweltbehörden das Tauchen an mehreren beliebten Zielen von Tauchsafaris, um eine Erholung der Riffe zu ermöglichen. Weiterhin wurden schon in den 1990er Jahren strikte Limits von 4000 bis 6000 Tauchgängen jährlich pro Tauchspot festgesetzt, um die Korallen und seltene Fischarten zu schützen.Erlet Cater: Marine Environments. In: David Bruce Weaver (Hrsg.): The Encyclopedia of Ecotourism. CABI, Wallingford 2001, ISBN 0-85199-368-0, S. 270–272.
Tauchgebiete nach Kontinenten mini|Tauchsafari-Boot auf dem Roten Meer Grundsätzlich es gibt in nahezu jedem größeren Gewässer und an jeder Küste gute Tauchplätze. Nicht alle betauchbaren Gebiete eignen sich für Urlaubs- oder unerfahrene Taucher. In bestimmten Orten oder Regionen häufen sich Infrastrukturen für Sporttaucher, wie beispielsweise Tauch-Resorts, Tauchschulen, Tauchboote oder Füllstationen. Deshalb sollen im Folgenden nur Orte und Regionen genannt werden, wo es eine Häufung der Infrastruktur für Sporttaucher gibt,Weltweite Übersicht über alle Tauchgebiete., Google-Maps, zugegriffen: 9. September 2010 wo international sehr bekannte Tauchplätze zu finden sindTauchgebiete, Globetrotter, zugereiffen:10. September 2010 oder Regionen die als Tauchgebiete Bekanntheit erlangt haben:
Afrika und arabische Halbinsel Südliches Afrika
Die bekanntesten Tauchgebiete im südlichen Afrika liegen rund um Kapstadt und am Sodwana Bay.Mary Fitzpatrick, Becca Blond, Gemma Picher, Simon Richmond, Matt Warren: South Africa – Lonley Planet, 2004, ISBN 1-74104-162-7, S. 566–577 Ersteres ist vor allem für das Wracktauchen bekannt. Andere Ziele für Sporttaucher sind: Plettenberg Bay, Mossel Bay sowie die Umgebung von Inhambane in Mosambik
Ostafrika
Viele bekannte Tauchplätze gibt es rund um Mauritius, Réunion, die Seychellen und Sansibar im Indischen Ozean. Weitere bekannte Tauchgebiete befinden sich in der Nähe von Nacala (Mosambik) und im Diani-Chale-Meeresschutzgebiet, in Kenia.
mini|Teil des Wracks der Thistlegorm am Grund des Roten Meers Ägypten und Israel
Eines der weltweit am meisten besuchten Tauchgebiete ist das Rote Meer. Wegen der großen Artenvielfalt und des warmen klaren Wassers starten von Eilat, Dahab und Scharm asch-Scheich aus zahlreiche Tauchsafari-Boote in den Golf von Akaba. Viele Taucher haben in den Tauchschulen dort das Tauchen erlernt. Weite Orte mit zahlreichen Tauchbasen sind Hurghada, Marsa Alam sowie Alexandria und Tel Aviv am Mittelmeer.
Arabische Halbinsel
In Persischen Golf gibt es zahlreiche Tauchplätze mit großer Artenvielfalt. Unter Tauchern bekannt sind Dubai, Doha, al-Dschubail, al-Kuwait und Abu Dhabi.Tauchgebiete – Mittlerer Osten, Globetrotter Travel Service, zugegriffen: 21. Oktober 2010 Am Golf von Oman sind Fudschaira und Maskat Orte, wo unter Wasser viele Großfische des Indischen Ozeans anzutreffen sind.
Nordafrika
An der tunesischen Küste gibt es im Golf von Hammamet und bei der Insel Djerba stark frequentiere Tauchplätze.
Westafrika
Die vor Afrika im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln sind für abwechslungsreiche Tauchplätze bekannt., Tauchen-und-Ferien.de, zugegriffen: 30. Oktober 2010
Asien mini|Riesenmanta vor der Küste von Hin Daeng in Thailand Indochina
Vor den Küsten von Thailand liegen einige der meist frequentierten Tauchgebiete Asiens.Tauchgebiete – Thailand, Globetrotter Travel Service, zugegriffen: 21. Oktober 2010 Die Insel Phuket, die Region um Khao Lak und die Inseln Ko Samui, Koh Tao, Mu Ko Similan und Koh Chang werden jährlich von tausenden Tauchern besucht. Sipadan, Redang und die Perhentian-Inseln sind die bekanntesten Tauchdestinationen von Malaysia.Tauchgebiete – Malaysia, Globetrotter Travel Service, zugegriffen: 21. Oktober 2010 Weniger frequentiert, aber ebenso bekannt sind die Tauchplätze bei Sihanoukville, Nha Trang oder Đà Nẵng in Vietnam.
Pazifik
Einige bekannte Tauchgebiete gibt es vor Hengchun (Taiwan) und bei der japanischen Insel Okinawa. Bekannt für sehr gute Voraussetzungen für das Tauchen sind auch Panglao, Negros, Mindoro, Boracay und Busuanga, die zu den Philippinen gehören.Tauchgebiete – Philippinen, Globetrotter Travel Service, zugegriffen: 21. Oktober 2010, philippinen-tauchen.com, zugegriffen: 21. Oktober 2010
Indonesien und Osttimor
Die üppigen Riffe vor Bunaken, Gangga, Sangihe, Togian, Wakatobi, Bali, den Sundainseln und Kalimantan besuchen alljährlich viele Taucher.Tauchgebiete – Indonesien, Globetrotter Travel Service, zugegriffen: 21. Oktober 2010 Dili auf Osttimor dürfte die einzige Landeshauptstadt weltweit sein, die Korallenriffe nahe dem Stadtzentrum besitzt.Dive Timor
Australien und Südsee-Inseln mini|Taucherin über einer Riesenmuschel im Great Barrier Reef Australien
Entlang dem gut 2300 km langen Great Barrier Reef sind Australiens beste Tauchplätze zu finden. Um die einmalige Fauna und Flora des Great Barrier Reef zu sehen, besteigt die größte Zahl von Tauchern in Cairns ein Tauchboot. Das Ningaloo Reef und die Wrack-Tauchplätze um die tasmanische Insel King Island sind weitere gute Ziele für Taucher in Australien.Birgit Borowski: Australien. Baedeker, Ostfildern 2006, ISBN 3-8297-1024-0, S. 128. Auch in Perth, Adelaide, Melbourne, Sydney, Brisbane, Sunshine Coast, Gold Coast, Townsville und Port Douglas gibt es zahlreiche Tauchschulen.
Neuseeland
Die Poor Knights Islands gelten als das beste Tauchgebiet Neuseelands. Neben Unterwasser-Höhlen und spektakulären Felsformationen findet dort jährliche die Paarung von tausenden Stachelrochen statt. Tauchplätze mit großer Artenvielfalt gibt es auch im Bay of Islands, im Hauraki Gulf, im Bay of Plenty, rund um die und Banks Peninsula. Gute Wracktauchstellen bieten die Marlborough Sounds.Charles Rawlings-Way, Brett Atkinson: Neuseeland. Lonely Planet, Ostfildern 2009, ISBN 3-8297-1632-X, S. 101–103. Die Rainbow Warrior, das ehemalige Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace, das am 10. Juli 1985 vom französischen Geheimdienst in der Bucht von Auckland versenkt worden war, wurde nach Abschluss der Untersuchungen am 2. Dezember 1987 in der Matauri Bay auf den Cavalli Islands versenkt. Das Wrack, das seit Jahren ein beliebtes Tauchziel ist, wurde 2013 von Lonely Planet zu einem der Top 10 Tauchspots der Welt gekürt.Wrack der Rainbow Warrior, unterwasser-kamera.org, zugegriffen: 26. Mai 2013
Fidschi