mini|Rabinowich stellte 2016 ihren Roman Krötenliebe auf der Leipziger Buchmesse vor Julya Rabinowich (* 1970 als Julija Borissowna Rabinowitsch, Юлия Борисовна Рабинович, Betonung: Rabinówitsch, in Leningrad, Sowjetunion) ist eine österreichische Schriftstellerin, Kolumnistin, Dramatikerin, Malerin und Dolmetscherin.
Leben Julya Rabinowich ist die Tochter der Künstlerin Nina Werzhbinskaja-Rabinowich und des Malers Boris Rabinovichvolksgruppenv1.orf.at, mitunter auch Rabinowich geschrieben,diepresse.com (1938–1988), dessen Werk sie 2013 im Jüdischen Museum Wien ausstellte.Peter Pisa: Julya Rabinowich: Erde essen, um nicht ins Gras zu beißen, in: Tageszeitung Kurier, Wien, 5. August 2012, S. 23. Sie kam im Jahr 1977 aus der Sowjetunion nach Wien.
Sie studierte von 1993 bis 1996 an der Universität Wien Dolmetsch (Russisch/Deutsch)diepresse.com und begann 1998 ein Studium an der Universität für Angewandte Kunst Wien mit Schwerpunkt Malerei und Philosophie, das sie 2006 mit dem Diplom abschloss.
Rabinowich arbeitete von 2006 und bis 2012 im Rahmen von Psychotherapiebehandlungen als Dolmetscherin für Hemayat und den Diakonie-Flüchtlingsdienst mit Flüchtlingen. Von 2012 bis 2018 schrieb sie die Kolumne geschüttelt nicht gerührt in der Tageszeitung Der Standard; seit 2015 schreibt sie, ebenfalls im Standard, die Kolumne Einserkastl. Julya Rabinowich schreibt außerdem regelmäßig für den Kurier und Die Zeit.
2011 war Rabinowich mit einem Auszug aus ihrem Roman Die Erdfresserin nominiert für den Bachmannpreis.
Im Jahr 2013 kuratierte Rabinowich eine Kunstausstellung für das Jüdische Museum in Wien, in der die Werke ihres Vaters Boris Rabinovich vorgestellt wurden. Rabinowich lebt und arbeitet als Autorin, Dramatikerin und Malerin in Wien.
Der Film Herzjagen (2019) von Elisabeth Scharang basiert auf dem Roman Herznovelle von Julya Rabinowich, die im Film einen Cameo-Auftritt hat.„Herzjagen“: Elisabeth Scharangs ORF/BR-Drama mit Martina Gedeck. OTS-Meldung vom 29. Juni 2018, abgerufen am 12. Juni 2019.
Übersetzungen ihrer Romane gibt es auch auf Englisch, Italienisch, Kroatisch, Mazedonisch und Japanisch. So erschien Rabinowichs Roman Spaltkopf 2011 in einer englischen Übersetzung bei Portobello Books und ihr Roman Dazwischen: Ich im Jahr 2022 bei Anderson Press. Dieser Roman war bereits 2021 in einer italienischen Übersetzung bei Besa muci erschienen, inzwischen liegt er auch in einer mazedonischen Übersetzung vor. Im Jahr 2024 erschien Dazwischen: Ich auch in Japan. Der Spaltkopf liegt auch auf Kroatisch vor.
Mit Dazwischen: Wir wurde die Geschichte um Madina aus Dazwischen: Ich inzwischen fortgesetzt und erschien ebenfalls auf Italienisch; im Jahr 2023 erschien ein weiteres Buch mit Madina als Protagonistin, Der Geruch von Ruß und Rosen.
Im Juni 2022 war Rabinowich Gründungsmitglied des PEN Berlin. Im Dezember 2022 wurde sie bei der ersten Mitgliedsversammlung ins Board des Verbands gewählt. Im Oktober 2023 ist sie aus dem Board zurückgetreten.
Per 1. Januar 2024 wurde Julya Rabinowich als Beirätin im „Gegenrechtsschutz“ der Stiftung COMÚN bestellt, ist aber aus dieser wenige Monate später wieder ausgetreten.
Im Juli 2024 kam es zu einer Kontroverse nach einem Tweet von Julya Rabinowich auf X, der sich gegen Elon Musk richtete, nachdem berichtet worden war, dass Musk Trump-Supporter finanziell unterstütze. Dieser Tweet wurde vielfach in vor allem rechten Medien fälschlich in einen Zusammenhang mit dem Trump-Attentat gebracht.
Das am 27. Januar 2026 erschienene neue Jugendbuch Mo & Moritz wurde sofort zum Erscheinen als Jugendbuch des Monats von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Christine Knödler hält in ihrer positiven Kritik in der Süddeutschen Zeitung hervor: „Es ist ein Spiel mit Erwartungen und Zuschreibungen, mit Sehnsucht, Angst und Vorurteil“.Angst und Vorurteil, Süddeutsche Zeitung, 3. Februar 2026, abgerufen am 3. Februar 2026
Werke mini|Rabinowichs Werk Töchter und Söhne im Skulpturenpark Verditz Theater und Uraufführungen 2007: nach der Grenze, WUK, Wien 2008: Romeo + Julia, Schauspielhaus Wien 2008: Orpheus im Nestroyhof, Theater Nestroyhof Hamakom, Wien 2009: Fluchtarien. Monolog für drei Stimmen und eine Tastatur, Volkstheater, Wien 2010: Stück ohne Juden, Volkstheater, Wien 2010: Auftauchen. Eine Bestandsaufnahme, Volkstheater, Wien 2014: Tagfinsternis, Landestheater Niederösterreich, Regie Martin Schleinzer 2018: Surfacing: An Inventory of Helplessness, Expats Theatre Washington DC
Romane Spaltkopf. Deuticke Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-552-06146-0. Herznovelle. Deuticke Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-552-06158-3. Die Erdfresserin. Deuticke Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-552-06195-8. Krötenliebe. Deuticke Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-552-06311-2. Dazwischen: Ich. Hanser Verlag, München 2016, ISBN 978-3-446-25306-3. Hinter Glas. Hanser Verlag, München 2019, ISBN 978-3-446-26218-8. Dazwischen: Wir. Hanser Verlag, München 2022, ISBN 978-3-446-27236-1. Der Geruch von Ruß und Rosen. Hanser Verlag, München 2023, ISBN 978-3-446-27713-7. Momente wie diese. 40 Geschichten aus 40 Jahren Donauinselfest. Amalthea Signum, Wien 2023, ISBN 978-3-99050-259-4. Mo & Moritz Hanser Verlag, München 2026, ISBN 978-3-446-28589-7
Auszeichnungen und Stipendien 2003: exil-literaturpreis 2004: Arbeitsstipendium der Stadt Wien 2006: Stipendium der Wiener Wortstätten 2009: Arbeitsstipendium des BKA 2009: MiA - award 2009: Rauriser Literaturpreis 2010: Elias-Canetti-Stipendium 2011: Shortlist Ingeborg-Bachmann-Preis 2012: Elias-Canetti-Stipendium 2013: Marianne-von-Willemer-Preis 2014: Wiener Frauenpreis 2016: Luchs des Monats (Dezember 2016) für Dazwischen: Ich 2017: Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis für Dazwischen: Ich 2017: Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis für Dazwischen: Ich 2018: Friedrich-Gerstäcker-Preis für Dazwischen: IchFriedrich-Gerstäcker-Preis: Julya Rabinowich für "Dazwischen: Ich" ausgezeichnet. Artikel vom 17. April 2018, abgerufen am 18. April 2018. 2023: Nominierung Buxtehuder Bulle für "Dazwischen: Wir" 2026: Jugendbuch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für Mo & Moritz
Weblinks
Website von Julya Rabinowich Profil Julya Rabinowichs auf der Website des Hanser Verlags
Leitkultur-Jo-Jo-Effekt (2024)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Drama Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Russischer Emigrant in Österreich Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Frau Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Person des Judentums (Wien)