mini|Markuskirche (Ottakring) Bruno Riedl (* 2. April 1937 in Linz; † 2. Juni 2019) war ein oberösterreichischer Orgelbauer, der vor allem in den österreichischen Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zahlreiche Orgeln errichtet hat.
Leben – Ausbildung – Wirkung Bruno Riedl kam als Sohn des Regierungsrates Franz Riedl und seiner Frau Margarethe zur Welt.diese und die folgenden Angaben beruhen auf einem undatierten, maschinschriftlichen, von Bruno Riedl unterschriebenen Lebenslauf, der einem Orgelangebot aus 1980 beigelegt war Er absolvierte die Volks- und Realschule (fünf Klassen Mittelschule). Oktober 1953 trat er die Lehre zum Orgelbauer bei den Orgelbaumeistern Gebrüder Matthäus (1885–1954) und Anton Mauracher (1896–1962) in Linz an, wechselte nach dem Tod von Anton Mauracher zu Orgelbaumeister Wilhelm Zika jun. (1905–1989), der die aus der Firma Breinbauer in St. Florian hervorgegangene Orgelbauanstalt Wilhelm Zika sen. nach dem Tod seines Vaters Wilhelm (1875–1955) leitete; diese firmierte ab 1956 unter dem Namen Oberösterreichische Orgelbauanstalt GmbH (Orgelbauanstalt St. Florian, Oberösterreich). Dort legte Riedl 1957 die Orgelbau-Abschlussprüfung ab.
1957 erweiterte Riedl seine Kenntnisse in der Orgelbauwerkstätte Graf, Sursee, Schweiz. 1958 arbeitete Riedl als Intonateur bei der Orgelbaufirma Eisenbarth in Passau, Deutschland, und legte im selben Jahr seine Orgelbaumeisterprüfung ab; mit 21 Jahren war Riedl der damals jüngste Orgelbaumeister in Österreich.
1962 erwarb sich Riedl weitere Kenntnisse im französischen Orgelbau bei Orgelbaumeister Georges Lhôte in Genf, wo er für ein Jahr als Werkmeister tätig war.
Nach Ableisten des bis dahin mehrfach verschobenen Militärdienstes gründete Riedl 1965 eine Orgelbaufirma, in der bis 1980 mit rund acht bis zehn Mitarbeitern 60 mechanische Schleifladenorgeln entstanden.
Riedl war in der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer als Innungsmeister für Orgelbau tätig und fungierte in der Österreichischen Wirtschaftskammer als stellvertretender Bundesinnungsmeister im Ausschuss der Musikinstrumentenerzeuger Österreichs. Er gründete 1978 die Vereinigung Österreichischer Orgelbaumeister.
Orgeln der Firma Riedl Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen1971TimelkamKatholische Pfarrkirche TimelkamII/P241971TraunSt. Martin zentriert|160x160pxII/P19→ Orgel1972Die neue mechanische Schleifladenorgel der Pfarrkirche Sipbachzell, O.Ö. Inserat. In: Singende Kirche. 20. Jahrgang, Nr. 1.SipbachzellPfarrkirche Sipbachzell 160x160pxII/P12 1972WelsSt. Josef Pernau 160x160pxII/P221974St. Stefan am WaldePfarrkirche St. Stefan am Walde 160x160pxI/P9Umbau der Orgel von Franz Lorenz Richter um 1780.1974Haslach an der MühlPfarrkirche Haslach an der Mühl 160x160pxII/P23OrganindexLinzPfarrkirche St. PeterII/P131976Waidhofen an der YbbsStadtpfarrkirchezentriert|160x160pxII/P301976HollenthonPfarrkirche Hollenthon 160x160pxII/P121976TernbergKatholische Pfarrkirche Ternberg 160x160pxII/P151977Eben im PongauKatholische Pfarrkirche Eben im Pongau 160x160px1978Bad IschlEvangelische Pfarrkirche Bad Ischl 160x160pxII/P221978Laa an der ThayaKatholische Pfarrkirche Laa an der Thaya 160x160pxII/P25 Eingebaut in das alte Gehäuse aus dem Jahr 1728.Dehio: Niederösterreich, nördlich der Donau; Verlag Berger, Horn/Wien 2010, S. 623, ISBN 978-3-85028-395-31974SteyrEvangelisch-lutherische Stadtkirche Steyr160x160pxII/P17Erste Orgel 1898 von der Orgelbaufirma Lachmayr mit 8 Registern. Neubau durch Bruno Riedl im Jahr 1974 mit 17 Registern. Restaurierung durch Kaufmann Orgelbau im Jahr 2015 mit nun 18 Registern und 1116 Pfeifen1979GrafenschlagPfarrkirche hl. Martin 160x160pxII/P15Disposition1980UlrichsbergPfarrkirche St. UlrichII/P201980Pichl bei WelsPfarrkircheII/P221981OhlsdorfPfarrkirche 160x160pxII/P19Die Gesamtplanung hatte Bruno Riedl und die technische Planung Orgelbauer Erwin Harting inne.Pfarre Ohlsdorf: OrgelweiheWienKagraner PfarrkircheII/P171982LinzSeverinkirche (Linz) 160x160pxII/P18Organindex1985Wienevang. Markuskirche 160x160pxII/P15 Organindex
Die Riedl-Orgel der Markuskirche war 1985 die erste rein französisch disponierte Orgel in Wien mit allerdings recht geringer Registeranzahl.vgl. dazu die Festschrift zur Orgelweihe in der Markuskirche, 1. Adventsonntag, 1. Dezember 1985, wo es im Beitrag von Bruno Riedl Die neue Orgel in der Markuskirche Wien-Ottakring heißt: „Zwei sehr beherzte junge Organisten machten mir den Vorschlag, ich solle mir den Bau einer französischen Orgel überlegen. Dieser Vorschlag wurde von mir begeistert aufgenommen, …“ Eine noch während der Planungsphase angedachte Erweiterung um fünf Register unterblieb trotz weitestgehend gelöster Finanzierungsfragen.vgl. dazu Riedls Äußerung in einem Schreiben vom März 1984, seine Werkstatt könne „endlich einmal etwas zur Durchführung bringen, von dem wir bisher nur träumten.“ 2007 Renovierung und teilweiser Umbau (Absenkung der Pedalklaviatur, Ersatz der zu kurzen geraden Pedalklaviatur durch eine doppelt geschweifte Norm-Pedalklaviatur) durch Wolfgang Karner.1987Haiden, Pfandl Pfarrkirche Pfandl 160x160pxII/P24Die Anschaffung der Orgel unterstützte maßgeblich Lothar Beckel, von dem auch Prospektentwürfe stammen. Die Orgelweihe nahm Bischof Maximilian Aichern am 31. Mai 1987 vor.1988LaakirchenPfarrkirche Laakirchenzentriert|160x160pxII/P25Organindex1991EibiswaldMaria im Dorn160x160pxII/P261994GmundenFilialkirche Gmunden-OrtII/P171996St. Gotthard im MühlkreisPfarrkirche St. Gotthard im Mühlkreis160x160pxII/PGehäuse von Josef Mauracher aus 19101997GmündHerz-Jesu-Kirche 160x160pxI/p81997Martin Wadsack: Die Orgeln des 11. Wiener Gemeindebezirks. Wien 2014, S. 16.WienPfarrkirche AltsimmeringII/P17
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Einzelnachweise
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