Die Frauenfußballabteilung des 1. FC Union Berlin bestand erstmals von 1969 bis 1971. 1990 erhielt der Klub mit dem Übertritt der Fußballerinnen der aufgelösten BSG Kabelwerk Oberspree Berlin erneut eine Frauenfußballabteilung.
Heimspielstätte der ersten Frauenmannschaft ist seit der Saison 2024/25 das Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Die Spiele des Teams zählen seitdem zu den meistbesuchten Damen-Fußballereignissen im europäischen Vereinssport.
Zu den größten Erfolgen der Abteilung gehört die Zweitliga-Meisterschaft im Jahr 2025 und der damit errungene Aufstieg in die Frauen-Bundesliga. Im Jahr 2026 erreichte das Team erstmals den Klassenerhalt in der höchsten deutschen Liga.
Geschichte
1969–1971 Der 1. FC Union war einer der ersten Vereine in der DDR, die eine Damenmannschaft besaßen. Bereits 1968 fanden sich fußballbegeisterte Mädchen, in der Mehrzahl Studentinnen des Instituts für Lehrerbildung in Köpenick, zusammen, um Fußball zu spielen. Am 22. September 1969 bekamen die Fußballerinnen von Union Sportbekleidung und Bälle und trainierten erstmals auf einer Nebenanlage. Trainiert wurde das Team in der Folge von Bernd Müller und Bernd Vogel von der ersten Männermannschaft des 1. FC Union. Am 17. Januar 1970 trug das Frauenteam gegen Unions Knabenmannschaft erstmals ein Spiel aus, in den folgenden Monaten schlossen sich Freundschaftsspiele gegen Teams aus Berlin und Tangermünde an. Als der DDR-Fußballverband im Sommer 1971 den Frauenfußball dem Volkssport-Bereich angliederte, war das Frauenteam gezwungen, sich einen neuen Klub zu suchen, da Union als Leistungsklub keine Freizeitmannschaft unterhalten durfte. Als Volkssportgemeinschaft schlossen sich die Fußballerinnen dem Kabelwerk Oberspree an.fc-union-berlin.de: Erste Trainingseinheit vor 50 Jahren absolviert (22. Sep. 2019), abgerufen am 8. Oktober 2019
1990-heute 1990 erhielt der Klub mit dem Übertritt der Fußballerinnen der aufgelösten BSG Kabelwerk Oberspree Berlin erneut eine Frauenfußballabteilung. Das Team nahm in seiner ersten Saison 1990/91 an der letzten DDR-Frauenfußballmeisterschaft teil und qualifizierte sich mit einem achten Rang für die neugeschaffene zweitklassige Oberliga Nordost (die heutige Regionalliga Nordost). Bereits in der Folgesaison musste die Mannschaft jedoch absteigen und kehrte erst 2001 wieder in die Regionalliga zurück. In der ersten Saison wurde man nur Vorletzter, durfte aber aufgrund des Aufstiegs von Tennis Borussia Berlin in der Liga verbleiben, woraufhin einige Jahre im Mittelfeld der Tabelle folgten. 2005 schafften die Unionerinnen das Kunststück, als Tabellenachter 21 Punkte Vorsprung zum Neuntplatzierten Chemnitzer FC zu haben.
In der Saison 2006/07 gelang dem Team der Aufstieg in die Zweite Bundesliga, welche 2004 als Unterbau zur Bundesliga eingeführt worden war. Am letzten Spieltag überholten die Unionerinnen durch einen Sieg im direkten Duell die Mannschaft des Magdeburger FFC und sicherten sich so die Meisterschaft in der Regionalliga; Magdeburg hatte aber ohnehin keine Lizenz für die Zweite Liga beantragt. Außerdem konnten die Berlinerinnen den Landespokal erfolgreich verteidigen. Während in der Folgesaison die Klasse in der Nordstaffel der zweiten Liga knapp gehalten werden konnte, standen die Damen am Ende der Saison 2008/09 als Absteiger fest.
Ab 2009 spielte das Team daher wieder in der Regionalliga Nordost, gehörte dort aber für mehrere Jahre zum Kreis der Abstiegskandidaten. Erst ab der Saison 2012/13 fand man sich unter den Spitzenteams wieder. Als Vizemeister gelang 2014 die Rückkehr in die 2. Bundesliga, da der erstplatzierte SV Eintracht Leipzig-Süd auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtete. Im gleichen Jahr konnte das Team erneut den Berliner Pokal gewinnen. Nach nur einem Jahr musste Union wieder in die drittklassige Regionalliga Nordost absteigen, doch nach einem personellen Umbruch stand Ende der Saison 2015/16 mit dem Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft der direkte Wiederaufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga fest. Ebenfalls konnte gegen den Ligakonkurrenten FC Viktoria Berlin der Berliner Pokal gewonnen werden.
mini|Meisterinnen der 2. Frauen-Bundesliga 2025
Nach nur einer Saison folgte der erneute Abstieg in die Regionalliga. Durch einen 1:0-Sieg beim direkten Konkurrenten Magdeburger FFC sicherten sich die Berlinerinnen die Meisterschaft der Regionalligasaison 2017/18, scheiterten jedoch in der Qualifikationsrunde zur eingleisigen 2. Bundesliga an der zweiten Mannschaft der SGS Essen. Ein Jahr später verteidigte der 1. FC Union seinen Meistertitel, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen an der SG 99 Andernach.
Zur Saison 2023/24 wurde die 1. Frauenmannschaft in eine reine Profiabteilung umgewandelt, alle Spielerinnen erhielten entsprechende Verträge. In der Spielzeit selbst konnte Union alle 29 Pflichtspiele (22 in der Regionalliga, fünf im Berliner Verbandspokal und zwei in den beiden Aufstiegsspielen gegen den SV Henstedt-Ulzburg) gewinnen, damit gelang sowohl der Aufstieg in die 2. Bundesliga als auch die Qualifikation für den DFB-Pokal.
Am 23. Spieltag der Saison 2024/25 wurde mit 14.047 Zuschauern ein damaliger Zweitliga-Besucherrekord aufgestellt und gleichzeitig machten die Eisernen Damen den erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt. Den Damen von Union Berlin gelang damit der Durchmarsch von der Drittklassigkeit in die Bundesliga. Am letzten Spieltag konnte Union durch ein 6:0 gegen den FSV Gütersloh 2009 erstmals die Zweitliga-Meisterschaft erringen und verbesserte den eigenen Zweitligarekord auf 20.132 Zuschauer, welcher gleichzeitig Vereinsrekord für die Eisernen Frauen bedeutet. Abgerundet wurde die erfolgreiche Saison mit der Torjägerkanone für Lisa Heiseler, die 22 Tore erzielte.
Spielstätten mini|Das Stadion An der Alten Försterei
Bis 2024 war der Fritz-Lesch-Sportplatz in Adlershof die Heimstätte der Frauenmannschaft. Seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga trägt sie ihre Heimspiele im Stadion An der Alten Försterei aus, in dem zuvor bereits die Spiele gegen Hertha BSC in der Regionalliga und gegen Henstedt-Ulzburg in der Aufstiegsrunde stattgefunden hatten, letzteres vor 18.045 Zuschauern.
Am letzten Spieltag der Saison 2024/25 verbesserte Union den eigenen Zweitliga-Besucherrekord auf 20.132 Zuschauer. Mit einem Zuschauerschnitt von 7190 Besuchern in derselben Saison war das Damen-Team von Union Berlin die im Schnitt meistbesuchte Frauen-Profimannschaft in Deutschland und zählte zu den meistbesuchten Frauen-Fußballteams in Europa.
Kader Saison 2026/27 Stand: 25. September 2026 Nr. Nat. Spieler Geboren am Im Verein seit Letzter Verein Tor 1 Cara Bösl 11. Februar 1997 2024 Eintracht Frankfurt 12 Nelly Smolarczyk 19. März 2007 2026 VfL Wolfsburg 28 Nadine Böhi 21. November 2003 2025 FC St. Gallen Abwehr 2 Tomke Schneider 31. Juli 2004 2025 Eintracht Frankfurt II 4 Anna Aehling 23. März 2001 2025 Eintracht Frankfurt II 5 Judit Pujols 25. Februar 2005 2026 VfL Wolfsburg 17 Judith Steinert 25. September 1995 2025 SC Freiburg 19 Samantha Steuerwald 11. Oktober 1998 2025 SC Freiburg 21 Anna Weiß 21. Juli 1998 2024 FC Carl Zeiss Jena 22 Mariann Noack 19. Februar 2010 2025 eigene Jugend 25 Ida Heikkinen 13. Oktober 2006 2025 FC Honka Espoo 26 Amber Tysiak 26. Oktober 2000 2026 West Ham United 30 Jella Veit 3. Mai 2005 2026 Eintracht Frankfurt 77 Jill Janssens 3. Oktober 2003 2026 TSG Hoffenheim Mittelfeld 6 Lisanne Gräwe 11. Februar 2003 2026 Eintracht Frankfurt 7 Lisa Heiseler 29. Juni 1998 2016 eigene Jugend 8 Korina Janež 25. Februar 2004 2024 RB Leipzig 18 Leona Seifert 8. Juni 2009 2025 eigene Jugend 31 Tanja Pawollek 18. Januar 1999 2025 Eintracht Frankfurt 32 Lina Hausicke 30. Dezember 1997 2026 Werder Bremen 41 Lia Kamber 30. Januar 2006 2026 FC Basel Angriff 9 Sophie Weidauer 10. Februar 2002 2025 Werder Bremen 10 Eileen Campbell 17. September 2000 2025 SC Freiburg 11 Dina Orschmann 8. Januar 1998 2024 Glasgow Rangers 14 Hannah Eurlings 1. Januar 2003 2025 Oud-Heverlee Löwen 23 Nele Bauereisen 5. April 2004 2025 1. FC Nürnberg 27 Leela Egli 11. Dezember 2006 2026 SC Freiburg 42 Naika Reissner 3. November 2004 2024 TSG Hoffenheim II
Wechsel zur Saison 2026/27 Stand: 1. September 2026 Zugänge Abgänge Sommer 2026 Nelly Smolarczyk (VfL Wolfsburg) Jella Veit (Eintracht Frankfurt) Lea Aseko (Hertha BSC)Kader auf fc-union-berlin.de Lisanne Gräwe (Eintracht Frankfurt) Jill Janssens (TSG Hoffenheim) Leela Egli (SC Freiburg) Sherly Schulz (1. FC Union Berlin II) Leona Seifert (1. FC Union Berlin II) Marike Laidler (1. FC Union Berlin II) Paula Rintzner (FC Bayern München II) Athanasia Moraitou (FC Luzern) Fatma Şakar (Fenerbahçe Istanbul) Julia Kassen (SGS Essen) Celine Frank (vereinslos) Marina Georgieva (1. FSV Mainz 05) Jenny Hipp (Werder Bremen) Alma Aagaard (SKN St. Pölten; Leihe) Paula Rintzner (FC Carl Zeiss Jena; Leihe) Leonie Köster (BSC Young Boys; Leihe) nach Saisonbeginn Lina Hausicke (Werder Bremen) Judit Pujols (VfL Wolfsburg) Silje Helgesen (Aalesunds FK; Leihe) Katja Orschmann (FC Luzern) Antonia Halverkamps (Viktoria Berlin)
Erfolge mini|Mannschaft der ersten Frauen-Bundesliga Saison 2025/26 Klassenerhalt 1. Bundesliga 2026 Meister 2. Bundesliga: 2025 Meister Regionalliga Nordost: 2007, 2016, 2018, 2019, 2024 Berliner Pokalsieger: 2006, 2007, 2014, 2016, 2019, 2024 Bestes DFB-Pokal Ergebnis: Achtelfinale 2024/25, 2025/26
Saisonbilanzen