Friedrich „Fritz“ Hartlauer (* 4. Novembergemäß Die Grazer Ortweinschule, 2001, S. 123 sowie , das AKL nennt abweichend den 4. Juni als Geburtstag. 1919 in Kumberg bei Graz; † 6. September 1985 in Graz) war ein österreichischer Maler, Grafiker, Bildhauer, Kunsthandwerker, Designer und Architekt.

Leben Fritz Hartlauer wurde am 4. November 1919 als Sohn des elektrotechnischen Monteurs Karl Hartlauer (* 20. September 1878)Taufbuch Enns-St. Laurenz, tom. ?, fol. ? (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.) und dessen Ehefrau Antonia (geborene Kristandl; * 14. Jänner 1881)Taufbuch St. Ruprecht an der Raab, tom. XI, fol. 100 (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.) in Kumberg geboren und am 7. November 1919 auf den Namen Friedrich getauft.Taufbuch Kumberg, tom. VI, fol. 154 (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.) Seine Eltern hatten am 25. November 1906 geheiratet. Davor hatte die Familie unter anderem in Sankt Ruprecht an der Raab gelebt, wo etwa sein Bruder Karl (* 11. Februar 1907; † 18. Juni 2002 in Weiz) geboren wurde.Taufbuch St. Ruprecht an der Raab, tom. XII, fol. 211 (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.) Am 27. Mai 1928 wurde Fritz Hartlauer in Graz von Bischof Ferdinand Stanislaus Pawlikowski gefirmt.Trauungsbuch St. Ruprecht an der Raab, tom. VIII, fol. 239 (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.)Trauungsbuch Graz-Hl. Blut, tom. XXVIII, fol. 195 (Faksimile, abgerufen am 9. Jänner 2025.)

Nach abgeschlossener Schulausbildung war er von 1935 bis 1938 als technischer Angestellter für ELIN Weiz tätig. Er absolvierte eine Ausbildung zum Segelflieger und leistete im Zweiten Weltkrieg Kriegsdienst bei der Luftwaffe der Wehrmacht. Während dieser Zeit schuf er in der Sowjetunion autodidaktisch erste Plastiken. Zwischen 1945 und 1948 besuchte er als außerordentlicher Schüler (Gasthörer) die Ortweinschule (Kunstgewerbeschule, Meisterschule für Handwerk) in Graz. Zu seinen dortigen Lehrern gehörten Wilhelm Gösser, Alexander Silveri und Walter Ritter. Hartlauer selbst beurteilte seine damalige künstlerische Ausgangsposition wie folgt: Die Faszination der auf diesem Wege gemachten Entdeckungen von Gestalten und Zusammenhängen ließ mir ein Studium an der Kunstakademie als nicht notwendig erscheinen und blieb daher Autodidakt.

Fritz Hartlauer war seit 14. September 1946 kirchlich und standesamtlich mit der Künstlerin Mathilde „Hilde“ Hartlauer (geborene Sengl) verheiratet, die ebenfalls die Ortweinschule besucht und sich mit Seidenmalerei und Seidenbatik beschäftigt hatte. Er war Mitglied der Grazer Künstlervereinigung Forum Stadtpark.

Am 6. September 1985 beendete er sein Leben mit dem Freitod. Er ist auf dem St.-Leonhard-Friedhof in Graz beigesetzt.

Werk mini|Urzellensystem aus Sandstein in Graz mini|hochkant|Gitter in der Grazer Stadtpfarrkirche 1948 begann Hartlauer die künstlerische Analyse des menschlichen Kopfes und entwickelte daraus die Urzelle als zentrales Motiv seiner künstlerischen Forschungsarbeit. 1955 begann er sich mit der geometrisch-symbolischen Gestaltung unter Behandlung der Themenkreise Urzelle oder Urzellensystem, Geheimnis des Kreuzes und phantastischer Gesetzmäßigkeit auseinanderzusetzen. Zu seinem Gesamtwerk gehören unter anderem Klein- und Großplastiken, Zeichnungen, Siebdrucke, Stein- und Metallreliefs sowie auf selbstentwickelten Techniken und Materialverwendungen beruhende Arbeiten wie Lichtbogen-Zeichnungen auf Aluminium. Von der katholischen Kirche und den Gemeinden erhielt er eine Reihe von Aufträgen für den öffentlichen Raum. Im Sommer 1962 nahm er am Bildhauersymposion St. Margarethen im Burgenland teil und auf der Expo 67 präsentierte er Urzellenplastiken. Zwischen 1972 und 1976 setzte er sich mit dem von Karl Prantl initiierten 'Stephansplatz-Projekt' auseinander.

1995 fand eine katalogbegleitete Gedächtnisausstellung in der Neuen Galerie Graz statt.Fritz Hartlauer (1919–1985). In: museum-joanneum.at. Abgerufen am 13. November 2022.

Werke (Auswahl) Urzelle, Skulptur, Elisabeth-Straße, Graz Durchbrochenes Kreuz, Bronze, 34 × 31 × 12 cm, Sammlung Belvedere (1990 Ankauf von Hilde Hartlauer), 1955Durchbrochenes Kreuz. In: sammlung.belvedere.at. Abgerufen am 13. November 2022. Altarwand, Relief, Evangelische Kirche, Peggau, 1966 Urzellensystem, Skulptur, Sandstein, Hugo-Wolf-Gasse 10, Graz, 1967 Tabernakel, Herz-Jesu-Kirche, Linz, 1969 Urzellensystem, Aluminium, Leonhardgürtel 10 (Steweag-Gelände) in Graz, 1971 Liturgische Ausstattung, Pfarrkirche Hl. Leopold, Puntigam (Graz), 1971 Flügeltor, Aluminium, Seelsorgezentrum Graz, 1972 Erdgeschoßverkleidung, Joanneumring 14, Graz, 1973 Gestaltung der Hauptwand (Stirnwand) im Gemeinderatssitzungssaal im Neuen Rathaus Leoben (4. Obergeschoß): Wandplastik aus Alugusselementen, 8,5 Meter × 3,3 Meter, 1973Neubau des Rathauses Leoben. In: Stadt Leoben. Amtliche Nachrichten und Informationen. Nr. 3, 1972, Beilage Neubau des Rathauses Leoben. Fassadengestaltung, Verlagshaus Styria, Graz, 1974 Aluminiumwand, TU Graz, 1975 Trenngitter der Seitenschiffe mit Urzellenmotiven und Eingangstüren als geätztes Punktrasternetz, Grazer Stadtpfarrkirche, 1975 Bronzewand, Austrian Airlines, Wien, 1978 Tabernakel der Pfarrkirche Leoben-Lerchenfeld, um 1979 Aufbahrungs- und Abschiedshalle, plastischer Schmuck am Portal, Villach, Zentralfriedhof, um 1981 Senkrechter Auszug aus der Urzelle, Stele, Aluminiumgussplatten auf Marmorsockel, Österreichischer Skulpturenpark (vorher ORF Skulpturenpark), 1982/84Fritz Hartlauer. Senkrechter Auszug aus der Urzelle. In: museum-joanneum.at. Abgerufen am 13. November 2022.

Auszeichnungen 1979: Ernennung zum Professor 1981: Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst

Literatur Hartlauer Fritz. In: Eugen Gross (Hrsg.): Die Grazer Ortweinschule: Bau – Kunst – Design, 1876–2001. Manumedia Schnider, Graz 2001, ISBN 3-902020-12-1, S. 123–124.

Weblinks

Kulturserver Graz – Fritz Hartlauer Kurzbiografie und Ausstellungen Offsite Graz – Fritz Hartlauer Werke im öffentlichen Raum von Graz Fritz Hartlauers Biographie auf der Website des Belvedere

Einzelnachweise

Kategorie:Militärperson (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Maler (Graz) Kategorie:Grafiker (Graz) Kategorie:Bildhauer (Graz) Kategorie:Kunsthandwerker Kategorie:Designer Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann