mini|Marc Márquez 2010 nach seinem Sieg in Australien Marc Márquez Alentà (* 17. Februar 1993 in Cervera) ist ein spanischer Motorradrennfahrer und neunmaliger Weltmeister der FIM-Motorrad-Straßenweltmeisterschaft.
Insgesamt errang Márquez bislang 103 Grand-Prix-Siege sowie 105 Pole-Positions in der Motorrad-WM. Er zählt damit zu den erfolgreichsten Rennfahrern in der Geschichte. Márquez ist zusammen mit Mike Hailwood, Phil Read und Valentino Rossi einer von vier Fahrern, der sowohl in drei verschiedenen Klassen (125 cm³/Moto3, 250 cm³/Moto2, 500 cm³/MotoGP) Gesamtsiege errang als auch in der Königsklasse mindestens 100 Podestplatzierungen erzielte. Durch seinen 100. Karriereerfolg, den er sich beim Großen Preis von Ungarn 2026 sicherte, ist er der dritte Fahrer nach Giacomo Agostini und Valentino Rossi, der mindestens 100 Siege in der Motorrad-Weltmeisterschaft einfuhr.
Márquez hält zahlreiche Rekorde. Durch seinen ersten Titel in der MotoGP-Klasse im Jahr 2013 wurde er zum ersten Rookie-Weltmeister seit Kenny Roberts sr. 1978 und im Alter von 20 Jahren und 266 Tagen gleichzeitig zum jüngsten MotoGP-Weltmeister der Geschichte. Im darauffolgenden Jahr knackte er die bis dato unerreichte Marke von zehn Rennsiegen in Folge und erreichte außerdem den alleinigen Rekord für die meisten Pole-Positions in der Motorrad-Weltmeisterschaft, als er 2016 beim Großen Preis von Australien seine 65. Pole-Position einfuhr. Zudem hält Márquez mit 16 Siegen den Rekord für die meisten Grand-Prix-Siege in der Moto2-Klasse.
Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2025 ist er mit insgesamt sieben Titeln in der MotoGP-Klasse alleiniger Rekordhalter und gleichzeitig der jüngste sowie älteste Weltmeister der Klasse.
Karriere Anfangsjahre Marc Márquez begann mit sechs Jahren seine Rennkarriere im Motocross und Minibike. Später wechselte er zum Straßenrennsport. Nach einigen Auftritten in der 125-cm³-Klasse der spanischen Meisterschaft, die er 2007 mit dem achten Gesamtrang abschloss, wurde Alberto Puig auf ihn aufmerksam und nahm ihn gemeinsam mit Esteve Rabat für 2008 für Repsol-KTM in der Achtelliterklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft unter Vertrag.
mini|Marc Márquez 2010 in Assen 125-cm³-Weltmeisterschaft 2008 trat Márquez in der 125-cm³-Klasse der Motorrad-WM an. Die Saison hatte für Márquez durch eine Verletzung erst später beginnen können und sie endete auch vorzeitig durch einen Trainingssturz beim Großen Preis von Malaysia. Dabei hatte er sich Verletzungen am Knorpel um das Schienbein herum zugezogen. Am Ende der Saison hatte Márquez einen Podiumsplatz und einige Top-Ten-Resultate auf seiner Haben-Seite. Er landete mit 63 Punkten auf Platz 13 der Gesamtwertung. Sein Landsmann und Teamkollege Esteve Rabat platzierte sich mit 49 Zählern einen Rang dahinter.
In seiner zweiten Saison gelang Marc Márquez beim 125er-KTM-Team von Red Bull mit Rang drei beim Großen Preis von Spanien in Jerez ein Podiumsplatz. Dafür fuhr er neun Top-Ten-Ränge heraus und erreichte Platz acht in der Gesamtwertung, was eine Steigerung von fünf Plätzen im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Damit hatte Márquez seinen Teamkollegen, den US-Amerikaner Cameron Beaubier, der den 29. Platz belegte, deutlich im Griff. Wegen des Ausstiegs von KTM aus der Weltmeisterschaft Ende 2009 wechselte Márquez zum finnischen Team Ajo Motorsport.
Die Saison 2010 begann Marc Márquez mit einem neuen Team und einer Derbi an der Seite von Sandro Cortese als Teamkollegen und einem dritten Platz beim Großen Preis von Katar. Nach einem Ausfall beim zweiten Rennen der Saison, seinem Heimspiel in Jerez, und dem dritten Platz in Frankreich fiel er in der WM etwas hinter Nicolás Terol und Pol Espargaró zurück. Diesen Rückstand wandelte er dann mit seinem ersten Sieg in der Motorrad-WM überhaupt beim Großen Preis von Italien in Mugello und vier weiteren direkt danach bis hin zum Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring, bei dem Terol verletzungsbedingt nicht startete und Espargaró ausschied, in einen 26-Punkte-Vorsprung auf Espargaró nach acht Rennen um. Beim Großen Preis von Tschechien in Brünn belegte Márquez mit einer ausgerenkten Schulter den siebten Platz, was seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 15 Punkte schmelzen ließ. Beim nächsten Rennen in Indianapolis belegte er wegen eines Sturzes und einer 20-sekündigen Zeitstrafe wegen Abkürzens einer Schikane den zehnten Rang. Am Ende des Jahres wurde Márquez vor Terol und Espargaró Weltmeister der 125-cm³-Klasse.
mini|Márquez 2011 auf Suter Moto2-Klasse Zur Saison 2011 stieg Marc Márquez in die Moto2-Klasse auf und fuhr im Team Catalunya Caixa Repsol eine Suter. Nach den ersten drei Rennen noch ohne WM-Punkte, lag er nach dem sechsten Lauf, dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone bereits 82 Punkte hinter dem WM-Führenden Stefan Bradl. Mit Seriensiegen im niederländischen Assen, beim Großen Preis von Italien in Mugello, am Sachsenring sowie bei den Großen Preisen von Indianapolis auf dem Indianapolis Motor Speedway, San Marino in Misano und Aragonien im Motorland Aragón reduzierte er den Rückstand auf sechs WM-Punkte und übernahm nach dem zweiten Platz beim Großen Preis von Japan in Motegi mit einem Punkt Vorsprung die WM-Führung vor Bradl. Durch einen selbst verschuldeten Trainingsunfall beim Großen Preis von Australien in Phillip Island auf den letzten Startplatz verbannt, verlor Márquez trotz Platz drei die Führung wieder an Stefan Bradl, der den zweiten Rang belegte. Verletzungsbedingt trat er bei den beiden letzten Rennen in Sepang und Valencia nicht an und verlor den WM-Titel kampflos an Stefan Bradl.
2012 gewann Marc Márquez – weiterhin im Repsol-Team auf Suter-Material – trotz der Verletzung, die er sich im Jahr zuvor zugezogen hatte, das erste Rennen. Er dominierte über die gesamte Saison. Am Ende der Saison hatte er neun Siege, zwei zweite und drei dritte Plätze eingefahren, wobei er zweimal vom letzten Startplatz gestartet ist. Er sicherte den Weltmeistertitel vorzeitig in Australien. Nach dem letzten Rennen, dem Großen Preis von Valencia hatte er schließlich einen Vorsprung von 56 Punkten in der Gesamtwertung auf den Zweitplatzierten Pol Espargaró. Seine großartigen Leistungen in der Moto2-Klasse machten Márquez für das Repsol-Honda-Werksteam in der MotoGP-Klasse interessant. Honda machte sich deshalb gegen die Rookie-Regel stark, die besagte, dass ein Neueinsteiger in der Königklasse in seiner ersten Saison kein Werksmaterial erhalten durfte. Die Regel wurde schließlich abgeschafft und Márquez unterschrieb einen Zweijahresvertrag im Werksteam der Japaner, wo er den Australier Casey Stoner ersetzte.
mini|Márquez 2013 auf Honda MotoGP-Klasse Repsol Honda Team (2013–2023) Zum Auftaktrennen der Saison 2013 in Katar wurde Márquez hinter dem amtierenden Weltmeister Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (beide Yamaha) Dritter. Nach Pole-Position und Sieg beim Grand Prix of The Americas, der ihn zum jüngsten Moto-GP-Sieger der Geschichte machte, wurde er in Jerez Zweiter. Im vierten Rennen, dem Grand Prix von Frankreich auf dem Circuit Bugatti fuhr Márquez erneut auf Pole und wurde Dritter. Im darauffolgenden Grand Prix von Italien, bei dem er bereits einen Sturz mit 338 km/h im Training hatte, fiel er auch im Rennen aus. Bei seinem Heim-Grand-Prix in Spanien belegte Márquez den dritten Rang. Bei der Dutch TT wurde er hinter Rossi Zweiter. Auf dem Sachsenring errang er erneut die Pole-Position und den Sieg. Dem folgte beim Großen Preis der USA in Laguna Seca ein weiterer Sieg vor Stefan Bradl. Mit seinem vierten Sieg in Indianapolis und dem fünften im tschechischen Brünn baute Márquez seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter aus. In Australien musste Márquez null Punkte verbuchen, da aufgrund der hohen Temperaturen die Reifen einem übernatürlich hohen Verschleiß zum Opfer fielen und dadurch erstmals ein Flag-to-Flag-Rennen stattfand. Dabei schrieb das Reglement vor, innerhalb der neunten oder zehnten Runde das Motorrad zu wechseln. Diese Regel wurde vom Team fehlinterpretiert, wodurch Márquez erst in der elften Runde in die Box fuhr. Am 10. November wurde er in Valencia hinter Jorge Lorenzo und seinem Teamkollegen Dani Pedrosa Dritter. Damit gewann Marc Márquez die Gesamtwertung und wurde mit 20 Jahren und 266 Tagen jüngster Weltmeister in der seit 1949 bestehenden Königsklasse des Motorradsports. Márquez brach den Rekord von Freddie Spencer, der 21 Jahre und 258 Tage alt war, als er im Jahr 1983 auf einer Honda den 500er-Titel gewann. Außerdem wurde er der erste Rookie seit 1978, der in der Königsklasse den Titel errang.
mini|300px|Marc Márquez und Dani Pedrosa auf dem Podium des Grand Prix of The Americas 2014 In der Saison 2014 fuhr Marc Márquez erneut für das Repsol Honda Team. Dani Pedrosa war weiterhin sein Teamkollege. Der Start in diese Saison verlief für Márquez erneut sehr erfolgreich. In den ersten sechs Rennen fuhr er die Pole-Position ein und er gewann die ersten zehn Rennen des Jahres in Serie. Zuletzt gelang Mick Doohan in der Saison 1997 dieses Kunststück. Mit dem zweiten Platz beim Großen Preis von Japan auf dem Twin Ring Motegi gewann Márquez seinen zweiten MotoGP-Weltmeistertitel in Folge und feierte somit seinen vierten Titel in der gesamten Motorrad-Weltmeisterschaft. Gleichzeitig ist er damit bis heute der jüngste Fahrer (21 Jahre und 237 Tage), der zwei Titel in Folge in der höchsten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft errang. Márquez löste in dieser Rangliste Mike Hailwood ab. Dieser war damals 23 Jahre und 152 Tage alt. In der Qualifikation zum Großen Preis von Malaysia sicherte sich Márquez mit der 13. Pole-Position der Saison einen weiteren Rekord. Beim letzten Rennen in Valencia erzielte er seinen 13. Saisonsieg. Damit überbot Marc Márquez den Rekord von Mick Doohan aus dem Jahr 1997.
mini|250px|Marc Márquez 2015 Auch 2015 bestritt Marc Márquez an der Seite von Dani Pedrosa im Repsol Honda Team. Der Start in seine dritte MotoGP-Saison verlief nicht so erfolgreich wie zuvor. In den ersten sieben Rennen fuhr Márquez einen Sieg und einen zweiten Platz ein. Dazu kamen drei Ausfälle. Ab der Dutch TT in Assen setzte er das Chassis des 2014er Einsatzmotorrades ein. Ab diesem Zeitpunkt erreichte er in den verbleibenden neun Rennen zwei zweite Plätze und vier Siege. Zwischen den Großen Preisen von Aragonien und Japan stürzte Márquez beim Mountainbiken in seiner Heimatstadt Cervera und brach sich dabei den fünften Mittelhandknochen der linken Hand. Das Rennen in Japan fuhr Márquez dennoch und erreichte dort den vierten Platz. Beim darauf folgenden Rennen in Australien gelang Márquez sein insgesamt 50. Grand-Prix-Sieg. Mit 22 Jahren und 243 Tagen ist er der jüngste Fahrer, der das geschafft hat. Am Ende der Saison belegte er hinter Weltmeister Jorge Lorenzo und Valentino Rossi den dritten Platz in der Gesamtwertung.
mini|Márquez mit seinem Crew Chief Santi Hernandez, Sachsenring 2016 Dem Repsol Honda Team blieb Márquez in der Saison 2016 treu. Ebenso war Dani Pedrosa wieder sein Teamkollege. Nach der ersten Saisonhälfte lag Márquez mit 170 Punkten an der Spitze der WM-Wertung. In neun Rennen gelangen ihm acht Podestplatzierungen, darunter drei Siege. Im dritten freien Training zum Großen Preis von Österreich erlitt er bei einem Sturz eine Schulterluxation. Im Rennen am darauf folgenden Sonntag erreichte Márquez den fünften Platz. Mit dem Sieg beim Großen Preis von Japan wurde Márquez drei Rennen vor Ende der Saison zum dritten Mal Weltmeister in der MotoGP-Klasse.