Kessebüren ist ein Stadtteil der westfälischen Stadt Unna im gleichnamigen Kreis mit mehr als 600 Einwohnern.

Geographie

Lage Kessebüren liegt südöstlich des Zentrums der Stadt Unna; die Gemarkung hat eine Fläche von 399 ha. Die Dorfmitte liegt an der Dorfstraße bei 7° 43′ 30″ östlicher Länge, 51° 31′ 14″ nördlicher Breite. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung des Dorfkerns beträgt 855 m, die maximale Ost-West-Ausdehnung 705 m. Der niedrigste Punkt des Dorfes liegt mit 139 m ü. NN im sog. Ententeich; der höchste Punkt befindet sich mit 206 m ü. NN auf der Kessebürener Landwehr.

Nachbargemeinden Kessebüren grenzte im Jahr 1967 im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Stadt Unna und an die Gemeinden Uelzen, Mühlhausen, Lünern, Ostbüren, Frömern und Strickherdicke (alle im Kreis Unna).

Geschichte Kessebüren wurde erstmals 1203 als Kirseburen urkundlich erwähnt. Vom 13. bis in das 15. Jahrhundert als Korseburen oder Korsseburen im Urkundenbuch Volmarstein geführt. Im Jahr 1705 erscheint erstmals in der Schreibweise der heutige Ortsname Kessebüren.

Der Ortsname bedeutet wahrscheinlich „eine Siedlung, in deren Nähe es Kirschen bzw. Kirschbäume gab“ oder „eine Siedlung, die bei Kirschbäumen gelegen hat“.Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Hamm und des Kreises Unna. in: Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Band 15, Bielefeld 2021, S. 209–211.

Kessebüren gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Kerseburen) im Amt Unna zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 10 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen ein oirt und sechs Goldgulden an Abgabe zu leisten. Größter Steuerzahler war der Schultze mit sechs Goldgulden.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 27 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Kessebüren). Im Jahr 1705 waren in der Bauerschaft (Kirspel Frönbern, Kessebüren) 10 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, Bearb. von Willy Timm, S. 63.

Kessebüren gehörte bei der Errichtung der Ämter in der preußischen Provinz Westfalen zum Amt Fröndenberg im Kreis Hamm. 1895 gab es in der Landgemeinde Kessebüren auf 396,4 ha Fläche, 3 Wohnplätze, 34 Wohnhäuser mit 36 Haushaltungen und 268 Einwohner.Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Berlin 1897, S. 78/79, Online-Ausgabe Münster, Universitäts- und Landesbibliothek 2014, pdf. Anlässlich der Auskreisung der Stadt Hamm am 1. April 1901 wurde aus dem Kreis der Landkreis Hamm. Nach einer Gebietserweiterung im Jahr 1929 wurde dieser im Oktober 1930 in Kreis Unna umbenannt. Am 1. Januar 1968 wurden die bisherigen Gemeinden Afferde, Billmerich, Hemmerde, Kessebüren, Lünern, Massen, Mühlhausen, Siddinghausen, Stockum, Uelzen und Westhemmerde mit der Stadt Unna zusammengeschlossen.Willy Timm: Unna 1968 – Die kommunale Neugliederung der Stadt Unna und ihre Vorgeschichte. Verlag Hellweg-Bücherei, Unna 1993, ISBN 3-87298-057-2.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner 1849 226 1910 244 1931Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen. Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931. 240 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957. 308 1961 272 1967 280 1987 500 2013 633

Verkehr Die Landesstraße L 679 verbindet Kessebüren im Nordwesten mit Unna und im Südwesten mit Frömern, Fröndenberg/Ruhr und Menden (Sauerland). Auf der Kreisstraße K 23 gelangt man nach Ostbüren und Bentrop. Der Haltepunkt Kessebüren an der Bahnstrecke Fröndenberg–Unna wurde 1988 geschlossen.Anna Gemünd: Was von der Bahn übrig blieb, Hellweger Anzeiger, 18. Juli 2020, abgerufen am 13. Dezember 2022.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Denkmalgeschützter ehemaliger Bauernhof mini|hochkant|Das Ernst-Oldenburg-Museum In Kessebüren lebte und arbeitete seit 1967 bis zu seinem Tod im Jahr 1992 der dem Expressionismus zugerechnete Maler und Bildhauer Ernst Oldenburg. Die als Atelier und Wohnstätte genutzte ehemalige Dorfschule ist heute ein Museum. An der Dorfstraße findet sich eine in Teilen denkmalgeschützte ehemalige Hofanlage, die heute eine Gaststätte beherbergt.

Sport Ein Rasenbolzplatz ist mit zwei Fußballtoren ausgestattet, die vom Frühjahr bis zum Herbst mit Tornetzen ausgestattet sind. Hier finden auch die Spiele und Trainingseinheiten der Hobby-Fußballvereins FSG Kessebüren statt.

Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Unna-Kessebüren befindet sich mittig im Ortsteil. Das massiv errichtete Gebäude verfügt über eine kleine Fahrzeughalle.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Unna) Kategorie:Stadtteil von Unna Kategorie:Gemeindeauflösung 1968 Kategorie:Ersterwähnung 1203