mini|Prototyp der G.V Die Gotha G.V war ein zweimotoriger Langstreckenbomber der Gothaer Waggonfabrik, der von der deutschen Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde.
Geschichte Die Gothaer Waggonfabrik baute bereits seit 1915 Großflugzeuge, die vor allem in den strategischen Bombengeschwadern zu Fernangriffen eingesetzt wurden.
Entwicklung mini|300px|Rumpfkonstruktion Die Gotha G.V war die Weiterentwicklung der Gotha G.IV. Konstrukteur Hans Burkhard verwendete nun stärkere Motoren und verbesserte damit Nutzlast und Reichweite der Bomber. Burkhard verlegte die Treibstofftanks in den Flugzeugrumpf – die bei den früheren Typen praktizierte Anbringung der Tanks bei den Motoren bedeutete, dass im Gefecht bei überhitztem Motor oder beschädigtem Tank extreme Brandgefahr entstand. Unter dem Rumpf befanden sich drei Aufhängepunkte für P&W-Bomben, unter jedem Innenflügel zwei weitere.
Varianten Ab März 1918 erschienen auch die Varianten Gotha G.Va und Gotha G.Vb. Diese hatten gegenüber der G.V einen kürzeren Bug und ein Doppeldecker-Heckleitwerk mit doppelten Seitenrudern, welches das Schussfeld des Fliegerschützen nach hinten verbesserte. Außerdem war nun auch bei Ausfall eines Motors ein Weiterflug möglich, allerdings nur wenn sich das Seitenruder bei starrem Geradeausflug exakt im Luftstrom des Propellers befand. Die G.Va besaß zudem zur besseren Landung noch ein Bugrad unter dem Vorderrumpf. Beide wurden parallel produziert und gelangten im Sommer 1918 an die Front.Kenneth Munson: Bomber 1914–19, Zürich 1968, S. 106
Weiterentwicklungen der G.V waren die Gotha G.VI, das weltweit erste Flugzeug mit asymmetrischer Rumpfanordnung und die von Konstrukteur Rösner entwickelten Höhenaufklärer und -bomber Gotha G.VII und Gotha G.VIII mit 260 PS starken Maybach-Motoren, letztere wurde auch bei der LVG als Gotha G.IX in Auftrag gegeben. Auch Ingenieur Burkhard entwarf mit der Gotha G.X mit 160-PS-Mercedes-Motoren einen solchen Flugzeugtyp: Gepanzerte und schwer bewaffnete Ganzmetallflugzeuge, mit denen wieder Tageinsätze bis nach England geflogen werden sollten. Eine weitere Variante war die Gotha GL.VII, eine leichtere Version der G.VII. Diese Flugzeuge kamen nicht mehr zum Fronteinsatz; nach dem Krieg musste Deutschland seine Gotha-Bomber aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags verschrotten.
Einsatz mini |Fliegerbomben der Prüfanstalt und Werft der Fliegertruppe in Berlin-Johannisthal (P. u. W.) werden in die Bombenschlösser einer Gotha G.V eingeklinkt mini |„P&W-Bomben“ von 12,5 bis 300 kg vor einer Gotha G.V mini |Eine Gotha G.V beim „Startfertigmachen“ Die Gotha G.V gelangte im Herbst 1917 an die Bombengeschwader der Obersten Heeresleitung. Sie wurden wie die G.IV zu strategischen Bombenflügen auf Fernziele wie Südengland angesetzt, aber mit Beginn der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 vor allem zur Unterstützung der Bodenoperationen.
Im April 1918 erreichte die G.V mit 36 Flugzeugen ihre größte Frontstärke, danach wurde sie allmählich durch die G.Va und G.Vb ersetzt, die erstmals in diesem Monat ausgeliefert wurden.
Technische Daten Kenngröße G.V G.Va G.Vb Besatzung 3–4 Länge 12,35 m Spannweite 23,70 m Höhe 3,90 m Flügelfläche 89,50 m² Nutzlast 1405 kg 1205 kg 600 kg Leermasse 2570 kg 2740 kg 2950 kg max. Startmasse 3975 kg 3975 kg 4550 kg Höchstgeschwindigkeit 140 km/h 135 km/h Steiggeschwindigkeit 28 min auf 3000 m Höhe Dienstgipfelhöhe 6500 m Reichweite 840 km 810 km Flugdauer 6 h Triebwerke zwei wassergekühlte Sechszylinder-Reihenmotoren Mercedes D IVa je Bewaffnung 2–3 × 7,92 mm Parabellum MG,350 kg Bomben
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen Deutsche Fliegertruppe
Literatur Piero Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg, Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9. Peter M. Grosz: The Gotha G.I–G.V. Profile Publications, Leatherhead 1966. Karlheinz Kenns, Hanns Müller: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs 1914–1918, Heyne-Verlag München 1973, ISBN 3-453-00404-3. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–18, Wilhelmshaven 1977. Jörg Mückler: "Deutsche Bomber im Ersten Weltkrieg", Motorbuch Verlag, Stuttgart 2017. Kenneth Munson: Bomber 1914–19, Zürich 1968. Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–18, München 1959.
Weblinks
Beschreibung, Foto und Farbprofil auf aviastar.org (engl.) Grabstätte der gefallenen Besatzung einer Gotha G.V (979/16) in Staffordshire, Großbritannien auf denkmalprojekt.org Beschreibung und Flugzeugmodell auf roden.eu (engl.)
Einzelnachweise
Kategorie:Strategischer Bomber Kategorie:G-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Erstflug 1917