Jürgen Haffer (* 9. Dezember 1932 in Berlin; † 26. April 2010 in Essen)Eberhard Mey, Uwe Hoßfeld: In memoriam: Dr. Jürgen Haffer (1932–2010), Anzeiger des Vereins Thüringer Ornithologen 7, S. 143–150, 2010. war ein deutscher Geologe, Paläontologe, Ornithologe und Biograph.
Haffer studierte Geologie, Paläontologie und Biologie in Göttingen und Freiburg. Er promovierte 1957 an der Universität Göttingen und war von 1957 bis 1988 als Geologe und Exploration Manager in Südamerika, den USA, Iran, Ägypten und Norwegen tätig. Seine nebenberuflichen Arbeitsgebiete waren außer Biogeographie die Artbildung und Systematik der Vögel.
Er schrieb die erste detaillierte Biographie über Ernst Mayr und war Mitautor über Leben und Werk von Erwin Stresemann. Haffer war Autor zahlreicher ornithologischer Schriften wie zum Beispiel Die „Stresemannsche Revolution“ in der Ornithologie des frühen 20. Jahrhunderts oder Über Superspezies bei Vögeln.
Anhand seiner Studien über die amazonische Vogelfauna verfasste er mehrere Arbeiten zur neotropischen Ornithologie und wandte die Theorie der eiszeitlichen Rückzugsräume auf die Entstehung der enorm großen Biodiversität der Regenwälder des Amazonasbeckens an. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellte sich allerdings heraus, dass die Refugientheorie zur Begründung der Artenvielfalt nicht ausreicht.Daniel Gomes da Rocha, Igor L. Käfer: What has become of the refugia hypothesis to explain biological diversity in Amazonia? In: Ecology and Evolution, 27. März 2019, , Absätze 2 und 4.
Ehrungen und Dedikationsnamen 1975 wurde er mit der William-Brewster-Medaille der American Ornithologists’ Union ausgezeichnet. Er bekam den Preis für seine Reihe ausgezeichneter Publikationen zur Ornithogeographie Südamerikas. Die Gründe für die Auszeichnung werden vom Entscheidungsgremium wie folgt zitiert:
1999 erhielt er für seine Arbeit Artkonzepte in der Vogelsystematik den Ornithologenpreis der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G).
2013 wurde Haffer zu Ehren die neue Blaurabenart Cyanocorax hafferi aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas benannt. Im selben Jahr stellten Morton L. Isler, Robb T. Brumfield und Gustavo A. Bravo die Gattung Hafferia aus der Familie der Ameisenvögel auf.
Werke (Auswahl) Ornithology, Evolution, and Philosophy: The Life and Science of Ernst Mayr 1904–2005. Erwin Stresemann (1889–1972) – Leben und Werk eines Pioniers der wissenschaftlichen Ornithologie. (Mitautor) Avifauna of Northwestern Colombia, South America. Secondary Contact Zones of Birds in Northern Iran. Avian Speciation in Tropical South America – With a Systematic Survey of the Toucans (Ramphastidae) and Jacamars (Galbulidae). Speciation in Amazonian Forest Birds. In: Science, Band 165, Nr. 3889, 1969, S. 131–137, doi:10.1126/science.165.3889.131 Handbuch der Vögel Mitteleuropas (15 Bände) Glutz von Blotzheim, U. N. & Bauer, K. (1966 – 1998) (Mitwirkender – unter anderem Biogeographie, Systematik und Taxonomie)
Einzelnachweise Jürgen Haffer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. (abgerufen am 15. Juli 2010) Deutsche Ornithologen-Gesellschaft: Ornithologenpreis (abgerufen am 16. Juli 2010) Jürgen Haffer: Die „Stresemannsche Revolution“ in der Ornithologie des frühen 20. Jahrhunderts. In: Journal of Ornithology. 142, 2001, S. 381, . Jürgen Haffer: Über Superspezies bei Vögeln. (Online (PDF; 3,7 MB) abgerufen am 16. Juli 2010) The American Ornithologists’ Union: (englisch, abgerufen am 17. Juli 2010)
Weblinks
In memoriam Dr. JÜRGEN HAFFER (1932-2010) auf Anzeiger des Vereins Thüringer Ornithologen 7, 143–150, Dezember 2010 (mit 1 Foto)
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