Bernhard Gauer (* 19. Mai 1882 in St. Barbara bei TrierGeburtsregister Standesamt Löwenbrücken (Vororte Trier), Nr. 230/1882.; † 26. April 1955 in Köln-LindenthalSterberegister Standesamt Köln I, Nr. 1572/1955.) war ein deutscher Grafiker, Maler, Entwurfszeichner für Glasmalerei und Mosaik sowie Restaurator.

Leben Gauer besuchte zunächst ein Gymnasium, ehe er eine praktische Ausbildung und ein Studium zum Kirchenmaler an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf absolvierte und sich am 14. November 1903 für das Fach Malerei bei Carl von Marr an der Münchner Akademie einschrieb.Akademie der Bildenden Künste München: Matrikelbuch. Band 3: 1884–1920. (matrikel.adbk.de, daten.digitale-sammlungen.de). 1907 war er an der Kunstakademie Düsseldorf Meisterschüler bei Eduard von Gebhardt. Nach dem Studium ließ er sich in Düsseldorf nieder. Seit 1902 war er dort Mitglied im Künstlerverein Malkasten. Ein Italienstipendium führte ihn zum Studium von Mosaiken nach Venedig und Ravenna, was sein späteres Schaffen bestimmen sollte. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als deutscher Soldat teilgenommen hatte, lebte er als freischaffender Künstler in Trier und widmete sich der kirchlichen Kunst.

Gauer schuf Ausmalungen, Glasgemälde und Mosaiken für mehrere Kirchen im In- und Ausland, so in der Lutwinuskirche in Mettlach und in der Antoniuskirche in Düsseldorf-Friedrichstadt. Für die Herz-Jesu-Kirche (Aachen) schuf er 1914 das große Chormosaik und später, in den Jahren 1921 bis 1925, in der Kriegergedächtniskapelle die Darstellung des Kreuzweges Jesu Christi. 1930 stattete er das Dormitio Sanctae Mariae über der alten Sionskirche in Jerusalem mit Mosaiken aus und stellte Mosaiken in der Geburtskirche zu Bethlehem wieder her.

Gauer hielt sich zudem von 1932 bis 1939 erneut für Restaurierungsarbeiten in Palästina auf, wo er unter anderem von 1935 bis 1937 in der Stadt Tabgha (jetzt zu Israel gehörig) mit der Instandsetzung der zerstörten Bodenmosaiken der Brotvermehrungskirche (Heptapegon = Gebiet der Siebenquellen) beauftragt war. Dort entdeckte er 1936 unter anderem unter den Mosaiken die Überreste der ältesten christlichen Kirche Palästinas. 1938 veröffentlichte er einen ausführlichen Werkbericht über seine Arbeiten, Entdeckungen und Schlussfolgerungen. Er wurde von der Regierung Transjordaniens auch mit der Restaurierung der Mosaiken in der Kirche des heiligen Cosmas und Damianos in Yerasch (Dscherasch) beauftragt. Gauer verfasste mehrere Schriften, die sich mit antiken Mosaiken befassten. Seine letzte Arbeit war die Konservierung und Restaurierung der Kuppelkmosaiken im Felsendom zu Jerusalem.

Er war 1940, 1941 und 1942 mit drei Porträts in Öl auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten. Er war mit Emilie (geborene Dieckmann) verheiratet. 1945 wurde er Vorsitzender des Vereins der Düsseldorfer Künstler.

Werke (Auswahl) mini|hochkant|Gemälde des Schweißtuchs der hl. Veronika 1920: Golgatha, St. Sebastian, St. Georg (Große Kunstausstellung im städtischen Kunstpalast Düsseldorf) 1922: Parsival, Erlösung, Ezechiel, Jeremias, Dom zu Mailand, Männlicher Kopf (Große Kunstausstellung im städtischen Kunstpalast Düsseldorf) 1930: Kapella Palatina Palermo Inneres, Pater Gabriel 1939: Darstellung des Schweißtuchs der heiligen Veronika mit dem Antlitz des Erlösers für die Veronikakirche an der VI. Station der Via dolorosa (überlebensgroßes Gemälde) 1940: Bauer vom Niederrhein 1941: Frau aus der Eifel

Schriften Werkbericht über die Instandsetzung der Boden Mosaiken von „Heptapegon“ (Basilika der Brotvermehrung am See Tiberias). In: The Journal of the Palestine Oriental Society. Band 18, 1938, S. 233–253 (deutsch, ).

Ehrungen 1924: Ritter des Silvesterordens in Rom 1934: Ritter des Orden vom Heiligen Grab zu Jerusalem 1952: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Gauer, Bernhard. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 50: Gaspare–Geesink. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-22790-6, S. 207.

Reinhard Heß: Trierer Maler: Bernhard Gauer. In: Neues Trierisches Jahrbuch. Jahrgang 1969, S. 81–83.

Weblinks

Gauer, Bernhard, Eintrag in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank Bernhard Gauer auf ArchInform

Einzelnachweise

Kategorie:Mosaikkünstler Kategorie:Restaurator Kategorie:Ritter (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Silvesterordens (Ritter) Kategorie:Maler (Düsseldorf) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann