mini|hochkant|Herz-Jesu-Kirche von Nordwesten mini|hochkant|Luftbild Die katholische Pfarrkirche Herz-Jesu-Kirche () liegt im Südosten von Münster in Westfalen, knapp außerhalb des Innenstadtrings, im nach ihr benannten Stadtviertel Herz-Jesu. Die Portalfassade weist zur Wolbecker Straße.
Geschichte Die neugotische Herz-Jesu-Kirche ist in den Jahren 1895 bis 1900 nach Plänen des Münsteraner Architekten Wilhelm Rincklake erbaut worden. Sie wurde am 22. Juni 1900, dem Patronatsfest, konsekriert und ist die erste Kirche im Bistum Münster, die dem Herzen Jesu geweiht wurde.
Die Kirche ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Sie besteht aus einem dreischiffigen Langhaus mit einem Querhaus, dessen Arme jedoch kaum über die Seitenschiffe des Langhauses hinausreichen. An das Langhaus schließt im Süden der mächtige, viergeschossige und weit sichtbare Glockenturm an. Er ist 94,6 Meter hoch, damit der höchste Kirchturm Münsters und wird „Fingerzeig Gottes“ genannt.Westfälische Nachrichten: , 3. September 2012Westfälische Nachrichten: „Fingerzeig Gottes“ bekommt ein neues Kirchturmdach: Sanierungsarbeiten an der Herz-Jesu-Kirche starten, Münster, Münster, Helmut P. Etzkorn, 14. Januar 2021 (online) Die Kirche selbst ist 61 Meter lang, 22 Meter breit; das Hauptschiff ist 24 Meter hoch, die Seitenschiffe sind 11 Meter hoch. mini|Altarraum der Herz-Jesu-Kirche Im Zweiten Weltkrieg wurden das Gewölbe, der Hauptaltar und alle Fenster durch Bomben zerstört. Unbeschadet überstanden den Krieg allein die Sakristei mit ihren handgeschnitzten Paramentenschränken. 1951 wurde die Kirche wiederhergestellt, später wurden dann die Kirchenfenster erneuert. In den Jahren 1970/1971 wurde die Kirche infolge des Zweiten Vaticanums umgestaltet: Es entstand eine Altarinsel in der Vierung. Der Hochaltar wurde entfernt. Der Chorraum hinter der Altarinsel wird heute als Werktagskirche genutzt.
Die Pfarrgemeinde Herz Jesu und St. Elisabeth wurde am 30. Mai 2013 mit den Pfarrgemeinden St. Benedikt und Hl. Edith Stein, in die Kirchengemeinde Sankt Mauritz eingegliedert. Seitdem ist die Herz-Jesu-Kirche eine Filialkirche.
Ausstattung mini|Herz-Jesu-Statue unterhalb der Orgelempore Die Ausstattung wurde nach den Kriegsverlusten durch neue Stücke ergänzt. Erwähnenswert sind das Triumphkreuz, der Tabernakel und die Evangelistenfiguren. Unterhalb der Orgelempore befindet sich eine Herz-Jesu-Statue aus dem Atelier des Münsteraner Bildhauers August Schmiemann.
Orgeln Die Kirche beherbergt eine Hauptorgel (1954) auf einer Empore im Südwerk, und eine Chororgel (1993), die im östlichen Querschiff untergebracht ist.
Die erste Orgel wurde 1924 von Friedrich Fleiter (Münster) mit einem neugotischen Prospekt und 56 Registern erbaut, die allerdings im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde. 1954 erbaute Fritz Klingenhegel (Münster) ein neues Instrument mit Freipfeifenprospekt. 1993 lieferte die Fa. Fleiter aus Münster einen neuen Spieltisch für die Hauptorgel und ergänzte die Disposition.
I Hauptwerk C–g3 1. Rohrpommer 16′2. Prinzipal 8′3. Spillpfeife 8′4. Singend Gedackt 8′5. Oktave 4′6. Nachthorn 4′7. Kleinoktave 2′8. Kornett III ′ 9. Mixtur VI ′10. Trompete 8′ II Positiv C–g3 11. Gamba 8′ 12. Quintade 8′ 13. Rohrgedackt 8′ 14. Praestant 4′ 15. Koppelflöte 4′ 16. Schwiegel 2′ 17. Spitzquinte ′ 18. Glitzernd Pfeife II ′ 19. Sesquialtera II-III ′ 20. Scharff IV ′ 21. Trichterdulizian 8′ Tremulant III Schwellwerk C–g3 22. Bordun 16′ 23. Holzflöte 8′ 24. Harfpfeife 8′ 25. Vox coelestis 8′ 26. Zartgedackt 8′ 27. Weitoktave 4′ 28. Rohrnasard ′ 29. Trichterpfeife 2′ 30. Blockflötenterz ′ 31. Lieblich Prinzipal 1′ 32. Kleinmixtur IV 1′ 33. Hellzimbel III ′ 34. Engtrompete 16′ 35. Hornoboe 8′36. Weittrompete 4′ Tremulant Pedal C–f1 37. Prinzipalbass 16′ 38. Subbass 16′39. Echobass 16′40. Oktavbass 8′ 41. Holzgedackt 8′ 42. Choralbass 4′ 43. Hohlflöte 2′ 44. Schweizerpfeife 1′ 45. Rauschpfeife VI 2′ 46. Bombarde 32′ 47. Posaune 16′ 48. Feldtrompete 8′ 49. Clairon 4′ Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
Die Chororgel wurde im Jahr 1993 von der Fa. Fleiter aus Münster erbaut und so eingerichtet, dass von ihr aus die Hauptorgel anspielbar ist.
I Hauptwerk C–g3 1. Rohrflöte 8′ 2. Prinzipal 4′ 3. Oktave 2′ 4. Mixtur III ′ II Positiv C–g3 5. Holzgedackt 8′ 6. Gamba 8′ 7. Gedacktflöte 4′ 8. Quinte ′ 9. Terz ′ 10. Hautbois 8′ Pedal C–f1 11. Subbass 16′ 12. Holzgedackt (= Nr. 5) 8′ 13. Gedacktflöte (= Nr. 7) 4′ 14. Quinte (= Nr. 8) ′ 15. Terz (= Nr. 9) ′ 16. Hautbois (= Nr. 10) 8′ Koppeln: II/I, I/P
Glocken Im Turm befindet sich ein sechs-stimmiges V12 Geläut, das die Gemeinde 1948 erworben hat. Das Geläut war beim Bochumer Katholikentag zum Einsatz gekommen.Informationen zu den Glocken aus einem Mitteilungsblatt des Glockensachverständigen des Bistums Münster Das vormalige Geläut war der Waffenproduktion in den beiden Weltkriegen zum Opfer gefallen.
Nr. Name Gussjahr Gießer Durchmesser (mm) Gewicht (kg) Nominal 1 Josef 1949 BVG 2270 4860 gis0 2 Herz Jesu 19103060 h0 3 Franziskus v. Assisi17002085cis1 4 Maria Himmelskönigin 16051810 dis1 5 Ludgerus 1275855 fis1 6 Schutzengel 1135 625 gis1
Einzelnachweise
Weblinks
Herz-Jesu-Kirche auf der Homepage von St. Mauritz Orgel Video des Glockengeläuts
Herz Jesu Herz Jesu Kategorie:Herz-Jesu-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Bauwerk von Wilhelm Rincklake Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut