Rune Mields (* 24. Februar 1935 in Münster, Westfalen; † 27. Juni 2026 in Köln) war eine deutsche bildende Künstlerin.
Leben Rune Mields absolvierte in Münster ab 1952 eine Lehre als Buchhändlerin. In dem Beruf war sie bis 1959 tätig. Nach mehreren Ortswechseln – gemeinsam mit ihrer Familie – lebte sie ab 1972 in Köln im Belgischen Viertel in einem Wohnatelier.
Ab dem Ende der sechziger Jahre arbeitete Rune Mields als bildende Künstlerin, wobei sie in ihren Werken eine Verknüpfung mit der Mathematik herstellte. Zusammen mit dem Journalisten Klaus Honnef, dem Galeristen Will Kranenpohl, dem Künstler Benno Werth und anderen gründete sie 1968 das Zentrum für aktuelle Kunst – Gegenverkehr in der Theaterstraße 50 in Aachen. 1984 erhielt sie als Autodidaktin eine Gastprofessur an der Hochschule der Künste Berlin. Rune Mields war eines der drei Ehrenmitglieder des Deutschen Künstlerbundeskuenstlerbund.de: Ehrenmitglieder (abgerufen am 19. Mai 2015).
Mields wurde am 15. August 2026 in der Künstlernekropole in Kassel beigesetzt. Das Grab hatte sie selbst 1992 gestaltet.monopol. Magazin für Kunst und Leben vom 29. Juni 2026: Konzeptkünstlerin Rune Mields gestorben (dpa), abgerufen am 15. Juli 2026Wir trauern vom 4. Juli 2026, abgerufen am 15. Juli 2026
Werk und künstlerische Position mini|miniRune Mields: Grabanlage, 1992. Beitrag zur Künstler-Nekropole in Kassel In ihren Werken ging es der Künstlerin um das Beziehungsgeflecht von Zahlen und Zeichen. Ihr Thema waren die international gültigen mathematischen Symbole. Für die Mathematik bedeutete ihre Einführung vor fünfhundert Jahren eine wirkungsvolle Erleichterung: Das Minus- und das Pluszeichen führte Johannes Widmann im Jahr 1489 in die Mathematik ein, das Gleichheitszeichen verwendete Robert Recorde erstmals 1557 und das liegende Kreuz als Multiplikationszeichen gebrauchte William Oughtred im Jahr 1628 zum ersten Mal.
Mit ihrem Konzept der Umsetzung des Wissens gehörte sie in den Kunstbereich der Spurensicherung: In einem Projekt von 1993 bis 2000 suchte sie – wie eine Ethnologin und Archäologin – weltweit nach den Darstellungen der weiblichen Todesgottheiten. So ist Kali im Hinduismus eine Göttin des Todes und der Zerstörung. Die Funde dokumentierte die Künstlerin in dem Buch Schwarze Göttinnen.
Auszeichnungen 1972: Kritikerpreis für Bildende Kunst 1984: Ehrengast der Villa Massimo, Rom 1996: Harry-Graf-Kessler-Preis 1997: Kulturpreis der Stadt Köln 2000: Gabriele Münter Preis 2009: Konrad-von-Soest-Preis 2010: Ehrenmitgliedschaft der VG Bild-Kunstbildkunst.de: Ehrenmitglieder der VG Bild-Kunst (abgerufen am 19. Mai 2015)
Einzelausstellungen (Auswahl) 1967: Studio Köln-Junkersdorf 1968: Galerie Jule Hammer, Berlin 1969: Galerie Hekuba, Düsseldorf 1988: Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und Bonner Kunstverein 2001: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln: Der Weg und das Ziel. 2005: Kunstverein Lingen, Kunsthalle: Rune Mields - Sancta Ratio 2005: Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen: Rune Mields - Sancta Ratio 2010: Galerie der Stadt Sindelfingen: Rune Mields - INFINITY, Werke der letzten Jahre.Ausstellungsinformation (PDF-Datei; 87 kB). Abgerufen am 25. September 2010 2011: Kloster St. Albertus Magnus, Braunschweigkloster-braunschweig.de: Kunst im Kloster - Frühjahr 2011. Rune Mields: „Infinity“ (abgerufen am 19. Mai 2015) 2015: Galerie Judith Andreae, Bonn: Rune Mields - Gemälde und Zeichnungen aus vier Jahrzehnten 2016: Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln: Rune Mields - Die Zahlen sind die Drogen 2024: Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen: Der unendliche Raum – dehnt sich aus 2025: Kunstmuseum Bonn, Rune Mields. Zum 90. Geburtstag
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 1970: Prisma '70. 18. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Rheinisches Landesmuseum BonnAusstellungskatalog 1970: Abb. 281 (Rune Mields: B27/1969, 1969, Öl auf Leinwand, 200 × 250 cm) 1977: documenta 6 2001: Galerie Carol Johnssen, München: Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Gemeinsam mit Ding Yi, Fan Shen und Qin Yifeng.
Veröffentlichungen (Auswahl) Mythen, Zeichen, Systeme. Haus am Waldsee, Berlin 1979. 10 Finger und die Zahlen von 1 bis 10. Arenhövel, Berlin 1984, ISBN 3-922912-09-5 Die Hand und die Fünf. Rainer, Berlin 1990, ISBN 3-88537-125-1 Steinzeitgeometrie. Archiv der Zeichen. Arenhövel, Berlin 1996. Schwarze Göttinnen. Ein Zyklus. Einführung von Gislind Nabakowski. Arenhövel, Berlin 2001, ISBN 3-922912-53-2
Siehe auch Künstler-Nekropole
Weblinks
2001 70 Arbeiten von Rune Mields auf artnet.de Galerie Harthan: Ausstellungsverzeichnis Rune Mields der Jahre 1967–2002. Snapshot der Wayback Machine vom 8. Januar 2016
Rune Mields Zum 90. Geburtstag
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau