miniatur|Reiner Eichenberger 2010

Reinhard «Reiner» Eichenberger (* 1. Juli 1961 in Zürich) ist ein Schweizer Wirtschaftswissenschaftler. Er ist ordentlicher Professor für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg im Üechtland und Forschungsdirektor des privat finanzierten CREMA (Center for Research in Economics, Management, and the Arts).

Leben Eichenberger schloss das Studium der Ökonomie in Zürich 1986 ab. Es folgten die Promotion (1991) und Habilitation (1998) in Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Er war von 1984 bis 1991 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich bei Bruno Frey und Peter Zweifel. Von 1991 bis 1998 forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich. Er ist seit November 1998, als Nachfolger von Walter Wittmann, Inhaber des Lehrstuhls für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg. Er war von 2015 bis 2017 Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg sowie von 2017 bis 2021 Mitglied und von 2019 bis 2021 Vizepräsident des Senats der Universität Freiburg.Reiner Eichenberger, NZZ Live, Website nzz.ch (abgerufen am 30. Juli 2026)

Er ist Mitherausgeber der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift Kyklos und Mitglied der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom). Bis Ende 2006 war er nebenamtlicher Richter in der Eidgenössischen Rekurskommission für Wettbewerbsfragen. Er entwickelte zusammen mit Bruno Frey das Konzept der FOCJ. Seine Spezialgebiete sind Wirtschafts- und Finanzpolitik, ökonomische Analyse des politischen Prozesses und politischer Institutionen, Deregulierung der Politik, Verbindung Ökonomie und Psychologie. Er ist Mitglied des Kuratoriums des Vereins Mehr Demokratie und Mitglied des Stiftungsrates der Max Schmidheiny-Stiftung. – Mehr Demokratie : Kuratorium. Abgerufen am 31. März 2024.max-schmidheiny.foundation/page/de/stiftung/stiftungsrat/ – Stiftung: Stiftungsrat Im Jahr 2016 wurde ihm der STAB-Preis (Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur) verliehen.Reiner Eichenberger, NZZ Live, Website nzz.ch (abgerufen am 30. Juli 2026) Überdies ist Eichenberger Forschungsdirektor der von Bruno S. Frey und Margit Osterloh finanzierten Forschungseinrichtung CREMA.

Reiner Eichenberger ist verheiratet und hat zwei Töchter. Die Familie lebt am Zürichsee.

Thesen und politisch-mediale Resonanz

Eichenberger wird oft in schweizerischen Medien interviewt und verfasst zahlreiche Artikel (u. a. NZZ, Basler Zeitung, Handelszeitung, Finanz und Wirtschaft, Die Weltwoche). Gemäss der Schweizer Mediendatenbank von 2022 erschien sein Name in den letzten eineinhalb Jahren in über 590 Pressebeiträgen. Das Wirtschaftsmagazin Bilanz wählte ihn 2010 auf Platz 5 der einflussreichsten Schweizer Ökonomen.Bilanz https://www.unifr.ch/webnews/content/11/file/elite_der_macht.pdf Die Neue Zürcher Zeitung wählte ihn von 2016 bis 2018 und von 2021 bis 2022 auf Platz 2 der gesellschaftlich einflussreichsten Ökonomen in der Schweiz. 2015 belegte er Platz 4.

Während der COVID-19-Pandemie in der Schweiz und weltweit sprach sich Eichenberger aus Kostengründen für eine Durchseuchung eines Grossteils der Bevölkerung im Sinne der umstrittenen Herdenimmunitätstheorie ausNZZ.ch vom 6. April 2020: «In einigen Wochen werden wir uns fragen: Sind wir eigentlich völlig von Sinnen gewesen?» und wurde dafür von den Gesundheitsbehörden heftig kritisiert.blick.ch vom 10. März 2020: BAG kritisiert Ökonom Eichenberger: Durchseuchung mit Coronavirus ist «unethisch» Neben dem Vorschlag zur Durchseuchung der Bevölkerung fand auch seine fehlerhafte Berechnung mediale Verbreitung, dass Autofahren der Gesellschaft weniger Schaden zufüge als Velofahren. Teil der Berechnung war, dass Velofahrende sich carnivor von Rindfleisch ernähren würden und Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs mit typischerweise 4 Personen besetzt wären. Nur reine Nudelessende würden pro Personenkilometer etwa 12 Gramm CO₂ verursachen, also knapp die Hälfte des Autos mit 30 gCO₂/Pkm. In seiner Replik auf viele Reaktionen rechnete er genauer nach und berücksichtigte auch externe Kosten, negierte jedoch die externen Nutzen. Unwidersprochen ist seine prinzipielle Aussage, dass "die [Velo-]Fahrerinnen und Fahrer für jede Fahrstrecke zusätzlich Energie aufwenden ... müssen." und: "Ein Vergleich mit dem Auto hängt stark vom Ernährungsverhalten der Velofahrer sowie vom Verbrauch und der Besetzung der Autos ab." Die Schweizerische Volkspartei beauftragt Eichenberger für Gutachten und Konferenzen. Auf Kritik, ob er als Wissenschaftler an Konferenzen wie «Die Schmarotzer-Politik der links-grünen Städte» teilnehmen sollte, entgegnet Eichenberger, dass solche Titel nicht sein Stil seien, aber die Diskussion beleben würden.

Veröffentlichungen (Auswahl) mit Bruno S. Frey: Bessere Politik durch Föderalismus und direkte Demokratie. In: Carsten Herrmann-Pillath, Otto Schlecht, Horst Friedrich Wünsche (Hrsg.): Marktwirtschaft als Aufgabe. Ludwig-Erhard-Stiftung. Fischer, Stuttgart 1994, S. 773–787. mit Bruno S. Frey: Competition among Jurisdictions: The Idea of FOCJ. In: Lüder Gerken (Hrsg.): Competition among Institutions. Macmillan, London 1995, S. 209–229. mit B. S. Frey: The New Democratic Federalism for Europe – Functional, Overlapping and Competing Jurisdictions. Edward Elgar Publishing, Cheltenham 1999.

Weblinks Reiner Eichenberger auf der Website bei der Universität Freiburg. Publikationsliste auf den Seiten der Research Division of the Federal Reserve Bank of St. Louis. Reiner Eichenberger, Die Volkswirtschaft − Magazin für Wirtschaftspolitik, Website dievolkswirtschaft.ch (Artikel aus den Jahren 2006–2015). Artikel von Reiner Eichenberger, Finanz und Wirtschaft, Website fuw.ch (Artikel aus den Jahren 2022–2026). Citations Reiner Eichenberger, Website scholar.google.com.

Einzelnachweise

Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Freiburg, Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann