mini|Lisa Badum (2023) Lisa Hildegard Badum (* 2. Oktober 1983 in Forchheim) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie ist klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.

Leben Badum besuchte von 1990 bis 1994 die Anna-Volksschule in Forchheim. Nach dem Abitur 2003 am dortigen Ehrenbürg-Gymnasium absolvierte sie von 2003 bis 2010 das Studium der Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und schloss dieses mit dem Diplom ab. Sie verbrachte zwei Semester ihres Studiums in Thessaloniki in Griechenland.

Von 2010 bis zum Herbst 2013 arbeitete Badum als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von MdB Uwe Kekeritz in Fürth. Von 2012 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag 2017 war sie im Bereich Bürgerenergie bei dem grünen Energieversorger Naturstrom tätig.

Badum ist römisch-katholischer Konfession.

Politische Tätigkeiten Als Jugendliche engagierte sich Badum bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Über die Grüne Hochschulgruppe und die Bundestagsabgeordnete Ursula Sowa kam sie 2005 zu Bündnis 90/Die Grünen. Von 2014 bis 2018 Sprecherin des Landesarbeitskreises Frauen der Bayrischen Grünen.

Von 2010 bis zum Herbst 2013 arbeitete Badum als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von MdB Uwe Kekeritz in Fürth. Von 2012 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag 2017 war sie im Bereich Bürgerenergie bei dem grünen Energieversorger Naturstrom tätig.

Von 2016 bis 2018 war sie Bezirksvorsitzende der Grünen Oberfranken.

Kreistag Forchheim

Im Mai 2008 wurde Badum als Kreisrätin im Landkreis Forchheim gewählt. Seitdem wurde sie in den Jahren 2014, 2020 und zuletzt 2026 wiedergewählt. Im März 2026 führte sie mit 17.839 Stimmen die grüne Liste an.

Deutscher Bundestag

Im Dezember 2008 wurde sie als grüne Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2009 für den Wahlkreis 236 (Bamberg-Forchheim) nominiert und auf Platz 15 der bayerischen Landesliste gewählt, verpasste jedoch den Einzug in den Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2013 gelang ihr das auf Platz 13 der Landesliste nicht. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie erneut als Direktkandidatin im Wahlkreis 236 und auf Platz 11 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Bayern an. Sie erhielt ein Ausgleichsmandat und zog in den Bundestag ein.

Im 19. Deutschen Bundestag war Badum ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Seit der 19. Wahlperiode ist Badum Sprecherin für Klimapolitik der Grünen Bundestagsfraktion.

Bei der Bundestagswahl 2021 zog sie über Platz 9 der Landesliste erneut in den Deutschen Bundestag ein. Sie war Obfrau im Ausschuss für Klimaschutz und Energie sowie stellvertretendes Mitglied im Wirtschaftsausschuss und im Auswärtigen Ausschuss. Von April 2022 bis 2025 war Badum Vorsitzende des Unterausschusses für Internationale Klima- und Energiepolitik. Seit der 27. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 27) in Sharm El Sheikh leitet Lisa Badum die Delegation des Deutschen Bundestages bei Klimakonferenzen. In der 20. Wahlperiode war Lisa Badum Vorsitzende der Deutsch-Griechischen Parlamentariergruppe. Badum ist außerdem Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und Gründerin und Vorsitzende des Parlamentskreises Braukultur.

Bei der Bundestagswahl 2025 ist Lisa Badum über Platz 5 der bayrischen Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Sie trat als Direktkandidatin im Wahlkreis 235 (Bamberg) an und erreichte ein Erststimmen-Ergebnis von 13,4 Prozent, während 12,6 Prozent der Zweitstimmen auf Bündnis 90/Die Grünen entfielen. Im 21. Deutschen Bundestag ist sie Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.

Positionen Für Badum stellt der Kampf gegen die Klimakrise eine globale und intergenerationelle Herausforderung dar. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sozial gerechten Umsetzung der Pariser Klimaziele, wobei sie in der 19. Wahlperiode für einen ambitionierten Kohleausstiegsplan eintrat. Sie kritisierte den von der Großen Koalition beschlossenen Kohleausstieg 2038 und forderte mehr Transparenz und einen zeitigeren Ausstieg. Die Förderung erneuerbarer Energien sieht sie als entscheidenden Schritt an.

Auch die soziale Ausgestaltung der Klimapolitik gehört zu Badums politischen Schwerpunkten. Lisa Badum tritt für eine ambitionierte und sozial gerechte Klimapolitik ein. Sie setzt sich für einen stärkeren sozialen Ausgleich bei der CO₂-Bepreisung ein und fordert wiederholt die Einführung eines Klimageldes, bei dem Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung an Haushalte zurückgegeben werden. In einem im März 2026 an Bundesumweltminister Carsten Schneider gerichteten Brief unterbreitete sie ihm zehn Vorschläge für eine sozial gerechtere Klimapolitik. Dazu gehörten unter anderem eine einkommensabhängige Förderung energetischer Sanierungen, ein stärkerer Schutz von Mieterinnen und Mietern vor steigenden Öl- und Gaskosten sowie ein Klimageld für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Badum begründete die Vorschläge auch mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Klimaschutz. Aus ihrer Sicht bieten Klimaschutzmaßnahmen die Chance, dass insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen profitieren.

Fossile Konzerne sieht Badum als zentrale Verursacher der Klimakrise und fordert, diese stärker für die Folgen ihrer CO2-Emissionen in die Verantwortung zu nehmen. Sie kritisierte insbesondere die Strategie fossiler Unternehmen, die Verantwortung für den Klimaschutz über das Konzept des Fußabdrucks auf das individuelle Verhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verlagern. Stattdessen fordert Sie Unternehmen wie BP stärker in die Pflicht zu nehmen.

Neben ihrer Arbeit auf Bundesebene setzt sich Badum auch auf kommunaler Ebene für eine gerechte Energiewende ein und betont die enge Verbindung zwischen Klimaschutz und lokaler Gestaltung. Sie setzte sich stark für die Abschaffung der 10-H Regel in Bayern ein, da sie der Meinung ist, dass diese den Ausbau der Windenergie erschwert.2022 bezeichnete sie die damaligen Änderungen an der 10H-Regel als unzureichend. Sie verwies dabei auch auf die Bedeutung des Windkraftausbaus für die wirtschaftliche Entwicklung Bayern und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Auch in den Folgejahren setzte sich Badum für den Ausbau der Windenergie in Bayern ein. Ende 2025 warb sie für eine Beteiligung am Verfahren zur Ausweisung neuer Vorranggebiete für Windenergie in Oberfranken. Des Weiteren engagierte sich Badum für die Umwandlung eines Teils des Naturparks Steigerwald in einen Nationalpark.

Lisa Badum positioniert sich gegen eine Fortsetzung der fossilen Gasförderung. Im Zusammenhang mit den geplanten Erdgasbohrungen im oberbayerischen Reichling kritisierte sie 2024 die bayerische Genehmigungspolitik und argumentierte, dass die dort möglichen Fördermengen keinen relevanten Beitrag zur bayerischen Energieversorgung leisten würden. Statt neuer Gasförderung forderte sie einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien und eine konsequente Verringerung des Gasverbrauchs. Sie diskutierte hierzu mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger u.a. bei Jetzt red i. In ihrer Bewertung des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD 2025 kritisierte Badum zudem die geplante Erschließung neuer heimischer Gasvorkommen und bezeichnete dies als klimapolitisch überholt.

Auf europäischer Ebene befürwortet Badum ein möglichst ambitioniertes Klimaschutzpaket zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und einen umfangreichen CO2-Grenzausgleich (CBAM). Sie sprach sich gegen die Aufnahme von Atomenergie und Gas in die EU-Taxonomie aus.

Im globalen Kontext warnt Badum vor den Konsequenzen der Klimakrise, die bestehende Krisen und die soziale Ungerechtigkeit verschärfe und plädiert für mehr Klimagerechtigkeit. Das Angebot von Bundeskanzler Olaf Scholz, den Senegal bei der geplanten Ausbeutung von Gasfeldern vor seiner Küste zu unterstützen, kritisiert Badum.

Mitgliedschaften Sie ist Mitglied und Beirätin des Vereins Nationalpark Steigerwald, sowie Mitglied in weiteren Naturschutzorganisationen wie dem Bund Naturschutz e.V.

Seit 2014 ist sie Mitglied des Vorstands des Vereins „Bürgerenergie Bayern e.V.“, der sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien durch eine bürgernahe Energiewende und für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Treibhausgasen sowie für einen CO2-Preis einsetzt.

Im internationalen Bereich ist sie Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft und Von Oktober 2021 bis September 2024 war Badum Präsidentin der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften e. V..

Auszeichnungen 2015: Helene-Weber-Preis für ihr kommunal- und gleichstellungspolitisches Engagement. 2021: Unterstützung als Kandidatin für den Bundestag von der Organisation Brand New Bundestag 2026: Obama Leader Europa 2026-2027

Weblinks

Website von Lisa Badum

Aus dem Hintergrund: Lisa Badum. In: mik.fm, Folge 2 (Interview 2018 mit Tobias Baier)

Einzelnachweise

Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Bayern) Kategorie:Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau Kategorie:Absolvent der Otto-Friedrich-Universität Bamberg