Die Gemeinde Handrup ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Lengerich im Landkreis Emsland in Niedersachsen.
Geographie Geographische Lage Handrup liegt ca. 20 km östlich der Ems, des Dortmund-Ems-Kanals und der Stadt Lingen. Der Ortsteil Stroot entwickelte sich in den letzten Jahren zum neuen Ortskern.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im Nordosten die Gemeinde Wettrup, im Osten die Gemeinde Bippen und die Stadt Fürstenau beides in der Samtgemeinde Fürstenau im Landkreis Osnabrück, im Süden die Gemeinde Andervenne in der Samtgemeinde Freren und im Westen die Gemeinde Lengerich.
Gemeindegliederung Hestrup Dorf Flaken Steppenberge Neuengraben Stroot
Geschichte Um 800 v. Chr.: erste Ansiedlungen am Handruper Esch Um 500 v. Chr. bis 400 n. Chr.: neue Ansiedlungen von Mitgliedern sächsischer Stämme Um 100 v. Chr.: Entstehung der ersten Höfe in der Nähe der Esche 890 n. Chr. 1. urkundliche Erwähnung im Heberegister des Klosters Werden/Ruhr, allerdings als Herst=Hersindrophe, was so viel heißt wie Pferdedorf Um 950: Eingliederung in die Pfarrei Lengerich 1619: Erste Vermessungen der Eschländereinen 1812–1815: Sog. Franzosenzeit mit ständigen Requirierungen 1818: Bau der Schule 1863: Bau einer Lehrerwohnung 1870: Beginn der Markenteilung 1911: Verkoppelung der Eschländereinen 1921–1923: Bau des KlostersGerd Steinwascher: Klöster im Emsland vom Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Annuntiata Bays, M. Gerharda Rekers, Franz Solan Nüßlein, Karl Schulte-Wess, Gerd Steinwascher: Von Klöstern und Klosterleuten. Orden wirken im Emsland. Emsländischer Heimatbund, Sögel 1999, ISBN 3-88077-082-4, S. 4–39, hier S. 33. 1924: Bau der Kirche 1932: Reichspräsidentenwahl, Ergebnis in Handrup: von Hindenburg 355, Hitler 11 Stimmen 1936: Bau des Sportplatzes auf dem Mühlenberg 1938: Flüchtlinge aus dem Sudetenland in Handrup Ab 1945: Vertriebene aus Ostpreußen und Schlesien werden nach Handrup eingewiesen bzw. siedeln sich dort an. 1955: Umbau der Schule 1958: Gründung des VfL Handrup 1963: Weihe der drei neuen Kirchenglocken 1965: Flurbereinigung und Entwässerung, Gestaltung des Eckelschloots 1968: Erster Umbau der Kirche 1971: Gründung des Kindergartens für die Gemeinden Handrup und Wettrup 1972: Orkanartiger Sturm mit schlimmen Schäden 1974: Bildung der Samtgemeinde Lengerich aus den Gemeinden Bawinkel, Lengerich, Gersten, Handrup, Langen und Wettrup 1976: 250 Jahre Schützenverein Handrup e. V. 1982: Dorferneuerung in Handrup 1984: Abschluss der Flurbereinigung und der Dorferneuerung mit einem großen Dorffest 1987: Eiskatastrophe in Handrup 1988: „Neugründung“ des VfL Handrup 1996: Neubau der Grundschule in der Nähe des Klosters 2002: Zweiter Umbau der Kirche
Einwohnerzahlentwicklung 1880 1900 1925 1933 1939 1950 2015 Handrup 652 705 763 856 726 1.006 836
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat neun gewählte Mitglieder. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode + SitzverteilungPartei202620212016 CDU 8 9 9 Einzelbewerber 1 – –2026 Einzelbewerber Hugenberg-Teismann
Bürgermeister ab 1918 1918–1935 Heinrich Schomaker 1935–1945 Josef Giese 1945 Clemens Hesemann sen. MdB (nur für einige Tage, danach wurde er zum Landrat des Landkreises Lingen gewählt) 1945–1976 Anton Triphaus 1976–1991 Clemens Hesemann jun. 1991–2016 Josef Stockel seit 2016 Josef Mauentöbben
Sport SV Lengerich-Handrup Der Sportverein Lengerich-Handrup wurde 1946 gegründet und war lange Zeit der einzige Sportverein der Gemeinden Lengerich und Handrup. Nähere Informationen unter: Lengerich (Emsland)#SV Lengerich-Handrup VfL Handrup Der Verein für Leibesübungen Handrup wurde am 20. September 1958 ausschließlich von Geistlichen, Lehrern und Schülern des Herz-Jesu-Klosters in Handrup gegründet. Anfangs wurden die Sportarten Leichtathletik, Faustball und Ringtennis betrieben. Ab 1967 wurde dann auch Volleyball gespielt. Die Volleyballmannschaft des VfL Handrup war die erste Mannschaft des damaligen Landkreises Lingen, die an Punktspielen teilnahm. Später kamen dann noch die Sportarten Turnen, Tischtennis, Schwimmen und Judo dazu. Im Judo konnten in den 1970er Jahren einige niedersächsische und norddeutsche Meisterschaften gewonnen werden.
Von 1973 bis 1976 nahm eine Jugendmannschaft am Punktspielbetrieb im Fußball teil, blieb aber erfolglos, sodass der Fußball dem SV Lengerich-Handrup überlassen wurde. Gegen Ende der 1970er Jahre wurden die Aktivitäten des Vereins notgedrungen geringer, denn die Zahl der Internatsschüler nahm stetig ab. Zu dieser Zeit konnten dann auch Bewohner der umliegenden Gemeinden dem Verein beitreten. Da zuletzt kaum noch Schüler im Internat wohnten, schliefen die sportlichen Aktivitäten im Verein ganz ein. Der Verein blieb jedoch bestehen.
Nach Absprache mit dem damaligen Vereinsvorsitzenden wurde der VfL Handrup von der Klostergemeinschaft übernommen. Auf der ersten Generalversammlung am 4. März 1988 wurde von den Mitgliedern eine neue Satzung verabschiedet und ein neuer Vorstand gewählt. Der Verein war nun eigenständig und begann mit dem Aufbau einer Tennisabteilung.
Heute stellt der Tennis die Hauptsparte des VfL dar. Außer Tennis betreibt der Verein heute noch ein Blasorchester, eine Damengymnastik- und eine Volleyballabteilung sowie eine Rückenschule.www.vflhandrup.de
Sehenswürdigkeiten Hesemanns Mühle (Wassermühle, die 1811 erbaut wurde) Herz-Jesu-Kloster (erbaut 1921–1926) Herz-Jesu-Pfarr- und Klosterkirche (erbaut 1926–1927) EchelslootDer Echelsloot, Ringgraben mit einer Insel im Bereich eines ehemals natürlichen Teichs Ringgraben mit Insel
Schulen Handrup hat neben einer Grundschule ein Gymnasium. Das Gymnasium Leoninum in Handrup ist eine freie, staatlich anerkannte katholische Schule in der Trägerschaft der Herz-Jesu-Priester. Es versteht sich als ein altsprachliches und neusprachliches Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Zweig. Gut 1400 Schüler besuchen die Schule in den Jahrgängen 5 bis 12, davon stammen zwei Drittel aus dem Landkreis Emsland und ein Drittel aus dem Landkreis Osnabrück. Am Leoninum arbeiten 100 Lehrer sowie vier Patres, die der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester angehören.
Söhne und Töchter der Gemeinde Joseph Deters (1887–1958), deutscher links-katholischer Politiker zur Zeit der Weimarer Republik Clemens Hesemann (1897–1981), deutscher Politiker (CDU), MdB, MdL (Niedersachsen)
Literatur Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück, Band 1: Die allgemeine Geschichte. Verlag R. van Acken, Lingen 1905. Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929. Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen 1953.
Weblinks
Informationen zur Geschichte Handrups Literaturarchiv auf heimatarchiv.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Emsland Kategorie:Emsland
Kategorie:Ersterwähnung 890