Diese Liste enthält Orte in der Lausitz, die im Rahmen der nationalsozialistischen Germanisierung sorbischstämmiger Ortsnamen 1936 bzw. 1937 umbenannt wurden. Die meisten Orte erhielten ihre ursprünglichen Namen nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Anderenfalls sind die entsprechenden neuen Namen fett gedruckt.

Ähnlich den Umbenennungen von Orten in Ostpreußen wurden zahlreiche Ortsnamen, die zu offensichtlich nicht-deutschen Ursprungs waren, durch neue Namen ersetzt. Diese wurden meist völlig neu geschaffen, manchmal auch direkt ins Deutsche übersetzt. In manchen Fällen wurde lediglich die Endung „eingedeutscht“ bzw. die Schreibweise leicht verändert. Diese Umbenennungswelle endete in der Lausitz Anfang 1938, nachdem das Reichsinnenministerium aus militärischen – nicht inhaltlichen – Gründen eingeschritten war.vgl. Lietz 2005, S. 28f. Neben Orten wurden auch zahlreiche Flur- und Gewässernamen umbenannt, so erhielt z. B. die Struga den deutschen Namen „Wellenbach“. Auch zahlreiche Fließe im Spreewald bekamen deutsche Namen, die zumeist bis heute verwendet werden.

Diese Umbenennungen erfolgten größtenteils im preußischen Teil der Ober- sowie in der Niederlausitz, während in Sachsen weniger umbenannt wurden. Die meisten umbenannten sächsischen Orte erhielten ihre ursprünglichen Namen zwischen 1946 und 1949 auf Anordnung der Landesbehörden zurück, während Rückbenennungen in Brandenburg deutlich seltener waren.

+ Ortsnamen – alt und verdeutscht alter Ortsname sorbischer Ortsname Verdeutschung Datum der Umbenennung Anmerkung Alt Tschöpeln Lindenhain Neuschöpfung; heute Stare Czaple, Trzebiel, Polen Beitzsch Beitsch Anpassung der Schreibweise; heute Biecz, Brody, Polen Bluno Bluń Blunau Endung eingedeutscht Bresena Brězyna Maienbach Neuschöpfung; heute Bresina, OT von Weißkeißel Brischko Brěžki Birkenheim Übersetzung Briesnigk Rjasnik Groß Briesenig Endung eingedeutscht, heutiger Ortsname ist Briesnig Buckoka Bukowka Buchenberge Übertragung; heute Buczyny, Trzebiel, Polen Buckowien Bukowina Buchhain Übersetzung Bukonitza Bukonica Buchen Übertragung; heute Bukonitza, OT von Sagar Byhleguhre Běła Góra Geroburg Neuschöpfung in Anlehnung an Markgraf Gero Byhlen Bělin Waldseedorf Neuschöpfung in Anlehnung an die geographische Lage Byhlow Běła Bühlow Anpassung der Schreibweise Crayne Krajna Krayne Anpassung der Schreibweise Deschka Auenblick Neuschöpfung Deutschbaselitz Němske Pazlicy Großbaselitz Tilgung der ethnischen Bezeichnung Diehsa Dźěže Altmarkt Neuschöpfung; inspiriert vom großen Marktplatz im Ort Dubraucke Dubrawka Eichwege Übertragung Dlugy Długi Fleißdorf Neuschöpfung Dobberbus Dobrośice Doberburg Verdeutschung Dobrilugk Dobrjoług Doberlug Verdeutschende Änderung der Aussprache und der Schreibweise Dobristroh Dobry Wótšow Freienhufen Neuschöpfung Dolk Gólnikaŕnja na Dołku Forsthaus Kiefernheide Neuschöpfung Dollan Dolań Wolkenberg-Ausbau Umbenennung in Anlehnung an den Gemeindehauptort Wolkenberg Drehna Tranje Grünhain Neuschöpfung Drössigk Dŕazg Drößig Endung eingedeutscht Dubbine Eichenhof Übertragung; OT von Sembten Dubrau Dubrawa Eichenwald Übersetzung Dubring Dubrjenk Eichhain Übersetzung Dubrow Eichenhagen Übertragung; heute Dąbrowa, Lubsko, Polen Gohra Góra Bergheide Übertragung Gollitza Gólica Wiesenvorwerk Neuschöpfung; OT von Peitz Gora Góra Friedenshöhe Neuschöpfung; OT von Gablenz Goschzschen Chošćišća Goschen Anpassung der Schreibweise Goyatz Gójac Schwieloch Neuschöpfung, nach der Lage am Schwielochsee Gribona Gribownja Wolkenberg-Vorwerk nach dem Gemeindehauptort Wolkenberg Groß Krausnigk Wjelika Kšušwica Großkrausnik Groß Neida Wulka Nydej Groß Weidau Neuschöpfung Groß Tzschacksdorf Tśěšojce Groß Schacksdorf Anpassung der Schreibweise Horka Hórka Wehrkirch Neuschöpfung; inspiriert von der Wehrkirche im Ort; 1948 zurückbenannt Horscha Hóršow Zischelmühle Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Hoske Hózk Elsterode Neuschöpfung; Bezug auf die geographische Lage; 1948 zurückbenannt Jasua Jazowa Jahmen Ausbau Umbenennung in Anlehnung an seine Lage Jetscheba Jatřob Habichtau Übertragung; 1949 zurückbenannt Kaana Kanjow Reichendorf Neuschöpfung; nicht zurückbenannt; Ort 1981 abgebrochen für Talsperre Quitzdorf Keula Kulowc Runddorf Übersetzung; 1948 zurückbenannt Keula Kij Rudolfhütte Neuschöpfung; 1945/46 zurückbenannt Klein Jänowitz Jahnsfeld Übertragung; heute Janowice, Lubsko, Polen Klein Krausnigk Mała Kšušwica Kleinkrausnik Klein-Oelsa Wolešnica Oelbrück Neuschöpfung mit lautlicher Anlehnung an den Ursprungsnamen; 1945/46 zurückbenannt Kokainz Kokańc Erlenhof Neuschöpfung Kosswigk Kósojce Koßwig Endung eingedeutscht Kotsemke Buschweide Neuschöpfung; heute Chocimek, Lubsko, Polen Kreba Chrjebja Heideanger Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Krischa Křišow Buchholz Neuschöpfung; bis heute nicht zurückbenannt Koyne Chojna Keune Anpassung der Schreibweise Linda Lindfeld Anpassung der Endung; OT von Hammerstadt; später Ortsabbruch durch Tagebau Leippa Selingersruh Neuschöpfung; heute Lipna, Przewóz, Polen Lipsa Lindenort Übersetzung Lugk Ług Lug Mockro Mokšoja Kolonie Muckers Neuschöpfung in Anlehnung an den ursprünglichen Namen; heißt heute Stradow Ausbau Mortka Mortkow Grube Ostfeld Neuschöpfung; übernommen vom Namen der nahen Kohlegrube; 1948 zurückbenannt Mücka Mikow Stockteich Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Nablath Nabłoto Nahberg Neuschöpfung; heute Nabłoto, Brody, Polen Nardt Narć Elsterhorst Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Neida Nydej Köhlergrund Neuschöpfung? 1945 zurückbenannt Neu Tschöpeln Birkenstedt Neuschöpfung; heute Nowe Czaple, Trzebiel, Polen Niecha Nechow Buschbach Neuschöpfung; Umbenennung im Rahmen der Eingemeindung nach Jauernick-Buschbach Nieda Wolfsberg Neuschöpfung; heute Niedów, Polen Niemaschkleba Lindenhain Neuschöpfung; heute Chlebowo, Gubin, Polen Nikrisch Nikřiž Hagenwerder Neuschöpfung Noes Nowa Wjes Bleichenau Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Oelsa Wólšina Kreuzschenke Neuschöpfung; 1945/46 rückbenannt; 1963 erneut umbenannt in Förstgen-Ost Ossagk Wósek Ossak Pademagk Pódmokła Pademack Eindeutschung der Endung, 1974 devastiert Pattag Neißebrück Neuschöpfung; heute Potok, Woiwodschaft Lebus Piessigk Pěski Pießig Endung eingedeutscht Plonitza Hugon Aue Neuschöpfung Pockuschel Rotfelde Neuschöpfung; heute Gręzawa, Tuplice, Polen Podrosche Podroždź Grenzkirch Neuschöpfung; inspiriert von der Kirche im Ort; 1948 zurückbenannt Posottendorf-Leschwitz Weinhübel Neuschöpfung; 1949 Eingemeindung von Leschwitz nach Görlitz ohne Rückbenennung; Posottendorf heute in Polen Presehna Birkwalde Übersetzung Pretznicka Waldrand Neuschöpfung; OT von Gablenz Publick Publik Wildfelde Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Rachlau Rachlow Wiesdorf Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Radewiese Radowiza Heinersbrück-Nord Neuschöpfung in Anlehnung an die geographische Lage Sabrodt Zabrod Wolfsfurt Neuschöpfung; inspiriert vom „Tiger von Sabrodt“ und dem ursprünglichen Namen (brod = „Furt“); 1948 zurückbenannt Särchen Ždźark Annahütte nach einem Betrieb im Ort Sella Lindhain Neuschöpfung Sercha Zdźarki Burgundenau Neuschöpfung; heute Żarka nad Nysą, Pieńsk, Polen Sglietz Zglic Glietz Anpassung der Schreibweise Skerbersdorf Skarbišecy Schönlinden Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Skuhlen Skulin Schuhlen Anpassung der Schreibweise Smarso Smaržow Rodetal (Niederlausitz) freie Übersetzung Soculahora Sokolca Falkenberg Übersetzung; 1949 zurückbenannt Sohra Žarow Kesselbach Neuschöpfung; heute Żarki Średnie, Pieńsk, Polen Spohla Spale Brandhofen Übertragung; inspiriert vom ursprünglichen Namen; 1948 zurückbenannt Stannewisch Stanojšćo Steinhufen Neuschöpfung; 1948 zurückbenannt Steinölsa Kamjentna Wólšinka Steinerlen Übersetzung; 1948 zurückbenannt Syckadel Sykadło Siegadel Germanisierung der Schreibweise Tätzschwitz Ptačecy Vogelhain Übersetzung; 1948 zurückbenannt Teicha Hatk Teichrode Verdeutschung der Endung; 1948 zurückbenannt Tetta Ćetow Margaretenhof Übertragung vom Namen eines Vorwerks; 1949 zurückbenannt Thräna Drěnow Stiftswiese Neuschöpfung; 1945/46 zurückbenannt Torga Kleeberg Neuschöpfung; OT von Kodersdorf; 1945/46 zurückbenannt Tzschacksdorf Schacksdorf Anpassung der Schreibweise; heute Strzeszowice, Trzebiel, Polen Tzschernitz Cersk Tschernitz Anpassung der Schreibweise Tschernske Černsk Hirschwalde Neuschöpfung; 1945/46 zurückbenannt Tschöpeln Töpferstedt Neuschöpfung; heute Czaple, Trzebiel, Polen Tzschecheln Eichenrode Neuschöpfung; heute Dębinka, Trzebiel, Polen Tzscheeren Grünaue Neuschöpfung; heute Czerna, Tuplice, Polen Tzschelln Čelno Nelkenberg Übertragung vom Namen eines nahen Hügels; 1948 zurückbenannt Tzschernowitz Schernewitz Anpassung der Schreibweise; heute Czarnowice, Gubin, Polen Tzschorne Carna Hirschwinkel Neuschöpfung, heutiger Ortsname ist Zschorno Uhyst (Spree) Delni Wujězd Spreefurt Neuschöpfung; inspiriert von der geographischen Lage; 1948 zurückbenannt Weissagk b. Calau Wusoka Weißag Weissagk b. Luckau Wusoka Weißack Endung eingedeutscht Weißagk Wusoka Märkischheide Neuschöpfung Wendischbaselitz Serbske Pazlicy Kleinbaselitz Tilgung des ethnischen Namenszusatzes Wendisch Buchholz Serbski Bukojc Märkisch Buchholz Tilgung des ethnischen Namenszusatzes Wendisch-Cunnersdorf Serbske Kundraćicy Rosenhain III bzw. Rosenhain C Umbenennung im Rahmen der Eingemeindung nach Rosenhain; Name 1985 wiederhergestellt Wendisch Drehna Serbski Drjenow Walddrehna Entfernung des ethnischen Namenszusatzes Wendisch Musta Birkfähre Neuschöpfung Wendisch Ossig Warnsdorf Neuschöpfung; heute Osiek Łużycki, Polen Wendisch-Paulsdorf Serbske Pawlecy Rosenhain II bzw. Rosenhain B Umbenennung im Rahmen der Eingemeindung nach Rosenhain; Name 1985 wiederhergestellt Wendisch Rietz Märkisch Rietz Tilgung des ethnischen Namenszusatzes Wendischsohland Serbski Załom Am Frühlingsberg Neuschöpfung Wendisch Sorno Žarnow Sorno Entfernung des ethnischen Namenszusatzes; 1971 devastiert Werchluga Wehrhain Neuschöpfung Werda Wjerto Inselheide Übersetzung (Ursprung war bereits deutsch); 1945/46 zurückbenannt Wiesa Rabental Neuschöpfung; erneute Umbenennung 1938 in Altwiese; 1948 wieder Wiesa Wossinka Wosinka Erlengrund Wunscha Wunšow Wunschhausen sprachliche Anpassung; 1948 zurückbenannt Wusswergk Wózwjerch Wußwerk Endung eingedeutscht Zerre Drětwja Spreetal Neuschöpfung; inspiriert von der geographischen Lage; 1945/46 zurückbenannt Zschipkau Šejkow Schipkau Anpassung der Schreibweise Zschornegosda Čorny Gózd Schwarzheide Übersetzung; Vereinigung zweier Dörfer unter dem neuen Namen Zukleba Steinfelde (Niederlausitz) Neuschöpfung; heute Suchleb, Lipinki Łużyckie, Polen

Quellen und Einzelnachweise Meßtischblätter für die entsprechenden Regionen

Literatur Gero Lietz: Zum Umgang mit dem nationalsozialistischen Ortsnamen-Erbe in der SBZ/DDR. Leipzig 2005, 298 Seiten, ISBN 3-937209-63-8. Fritz Verdenhalven: Namensänderungen ehemals preußischer Gemeinden von 1850 bis 1942. Neustadt an der Aisch 1999, 139 Seiten.

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