Der -Landmarsch von 1975 war ein 29 Tage dauernder Protestmarsch der für ihre Landrechte und gegen weitere Enteignungen, Landnahmen und Verkäufe von -Land. Der Marsch führte von der Nordspitze Neuseelands bis nach Wellington und endete auf den Stufen des Parlamentsgebäudes mit der Übergabe des und einer Petition an die Regierung und das Parlament, unterstützt von 60.000 Unterzeichnern.

Hintergrund 1953 erzwang die Regierung unter Premierminister von der () mit dem , sogenanntes unproduktives -Land einer Nutzung zuführen zu können. Jeder der wollte, konnte nun wirtschaftlich ungenutztes Land dem anzeigen und sich bewerben, das Land über einen eingesetzten Treuhänder leihen zu können.

1967 folgte mit dem eine weitere einschneidende Maßnahme für die , die alles Land, das sie nicht an verkauft hatten, als Ureinwohner von Neuseeland selbstverständlich als ihr Land betrachteten. Das Gesetz aber sah vor, dass freies -Land, welches im Besitz von vier oder weniger Personen war, in allgemeines Land umgewidmet werden sollte. Es förderte die Macht und den Einfluss von -Treuhändern, die so zwangsweise -Land erwerben und sogenanntes unwirtschaftliches Land verkaufen konnten. Das war per Gesetz legalisierte Enteignung und Landnahme. Das Gesetz wurde von der Regierung unter Premierminister () verabschiedet und zog heftige Proteste und Demonstrationen auf der Straße nach sich.

Mit Zunahme der Proteste setzte sich unter den die Erkenntnis durch, dass der seit 1962 existierende und die 1951 gegründete als ihre bisherigen Interessensvertretungen nicht stark genug waren, ihre Rechte und ihre politische Forderungen entsprechend durchzusetzen. Neue Gruppen entstanden, 1968 und die (), beide in angesiedelt und mit guten Kontakten zu den Gewerkschaften, und 1970 die in .

Im Februar 1975 bildete sich schließlich noch eine weitere Gruppe, die sich (deutsch: Die Leute mit Weitblick) nannte. Hauptziel dieser Gruppierung, die sich mehrheitlich aus jungen radikaleren Leuten zusammensetzte, war, für ihre Landrechte zu kämpfen und sich der fortschreitenden Enteignung entgegenzusetzen. Nach 135 Jahren britischer Kolonisation besaßen die von den 66 Mill. Land in Neuseeland 1975 gerade mal noch 2,5 Mill. , mit 1,5 Mill. Landverlust alleine in den vorangegangenen zehn Jahren. Die Furcht, landlos im eigenen Land zu werden, war groß unter den und deshalb empfanden viele, dass die Zeit reif zum Handeln war.

Der Marsch thumb|right|280px|Karte mit dem Verlauf des Protestmarschs Anfang März 1975 wurde ein (Versammlung) im in , südlich von gelegen, einberufen, mit anwesend die 79-jährige . hatte sich in den vielen Jahren ihres sozialen und politischen Engagements unter den viel Anerkennung und Respekt verdient und war eine der wenigen Frauen in der Gemeinschaft der , die als Führungsfigur anerkannt war. Auf dieser Versammlung im März wurde der Vorschlag von aufgegriffen, einen gewaltfreien (Marsch) zum Parlament nach zu organisieren und wegen ihres (deutsch: Ausstrahlung, spirituelle Kraft und Autorität einer Älteren) mit dessen Führung zu betrauen. Auf einem weiteren Treffen im in im April 1975 wurde als Führungs- und Symbolfigur für den langen Marsch bestätigt. Die folgenden vier Monate dienten der Planung und der Geldbeschaffung. Im August waren alle Vorbereitungen getroffen und für Unterstützung und Unterkunft an den verschiedenen gesorgt.

Der Protestmarsch startete am Sonntag, den 14. September 1975 in Te Hapua, hoch im Norden der Nordinsel Neuseelands. Vor ihnen lag ein Fußmarsch von über 1000 km. Whina Cooper hatte, um Einigkeit zu demonstrieren und die Moral zu stärken, eigens für diesen Marsch einen speziellen komponiert, (deutsch: Nicht verstanden), der übersetzt mit dem Vers endete „Lasst uns vereinen, Menschen aller vier Winde, stärkt unsere Sehnsüchte, verbindet sie mit Liebe, mit der Kraft Gottes Segen, zum Wohle der Menschheit.“

thumb|left|180px|Whina Cooper führt den Māori Land March, Rede in Hamilton 1975 Der Marsch führte, begleitet von zwei und einem Bus, in 29 Tagen von aus über , , , , , , , , (Stadtteil von ), , , , , , , , , , , , , , , nach . An jedem dieser Stops organisierten die örtlichen Iwi (Stamm) Unterkunft, Verpflegung, Öffentlichkeit und die Sammlung von Unterschriften für die Petition. Mit jedem Tag des Marsches wuchs die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Am 23. September überquerten Tausende die . Es war das erste Mal seit Eröffnung der Brücke im Jahr 1959, dass es Menschen erlaubt war, zu Fuß über die Brücke den zu überqueren. Marschierende berichteten, dass sie die Brücke schwingen fühlen konnten und als die ersten Marschierenden auf der Brücke waren, sie das Ende des Protestmarsches nicht erkennen konnten.

Doch der Höhepunkt des Protestmarsches war zweifelsohne der Protestzug unter dem Slogan „ “ (deutsch: Keinen weiteren -Land) durch und der Einzug von mehr als 5.000 Menschen in den Park vor dem Parlamentsgebäude. von der , seinerzeit noch Oppositionsführer, versprach als erster den Protestierenden, alles zu tun die Besitzrechte der an ihrem Land zu sichern. Spät am Nachmittag kam dann der Premierminister von der , um die Dokumentenrolle mit dem inklusive der 60.000 Unterschriften von und gezeichnet von der Protestführerin zu übernehmen. Auch versprach die Rechte der zu sichern und betonte den Wert dieses Marsches.

Nach dem Ende des Marsches spaltete sich eine Gruppe von Teilnehmern ab, besetzte die Stufen des Parlamentes und errichtete mit Zelten ein auf dem Grundstück des Parlamentsgebäudes. Mit der (Zelt-Botschaft), wie das genannt wurde, wollten die radikaleren Kräfte der Bewegung mehr Druck ausüben und die Regierung und das Parlament zu sofortigen Zugeständnissen zwingen. distanzierte sich von dieser Gruppe. Als nach den Parlamentswahlen im November die die Regierungsmacht übernahm, wurde einen Monat später am Heiligabend das von der Polizei geräumt und 35 der Demonstranten verhaftet.

Politische Ziele Obwohl die Gruppe ihr Selbstverständnis darin sah, sich für die sozialen Belange der einzusetzen, keinen Unterschied in den Zielen von Arbeitern und machte und den „Blinden“ helfen zu wollen die Zukunft zu sehen, wie es einmal formuliert hatte, waren die politischen Ziele des Marsches ganz klar darauf ausgerichtet, für Landrechte zu kämpfen, der Enteignung und Entrechtung Einhalt zu gebieten und Unrecht wieder gut zu machen. Sie wollten die Kontrolle über ihr Land zurück, dass ihre Rechte akzeptiert werden und die Bedeutung, die das Land für sie hatte, verstanden und respektiert wird.

Der -Landmarsch von 1975 wird als der Beginn des (Landrechte-Bewegung) angesehen, die bis 1984 anhielt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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