Rosengarten ist ein Teil des Ortsteils Rosengarten/Pagram der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) südöstlich von Berlin in Brandenburg.

Geografie Während der Weichseleiszeit machte das Gletschereis einen Bogen von Döbberin über Rosengarten, südlich an Booßen vorbei, weiter über Beresinchen bis nach Kunowice. Als das Eis taute, floss das Schmelzwasser oberhalb von Frankfurt nach Süden. Man nimmt an, dass ein kleiner Nebenstrom aus dem Sandgrund und dem Langen Grund bei Güldendorf in diesen Strom mündete. Das Wasser sammelte sich in einer Rinne, dem sogenannten Warschau-Berliner Urstromtal. Es bildete sich eine Endmoränenlandschaft mit größeren Erhebungen, die Ablagerungen westlich der Oder bildeten eine Hochfläche, das heutige Lebuser Land. Die Findlinge, welche zurückblieben, wurden vom Eis aus Skandinavien bis in die dortige Region transportiert.

Gemeindegliederung [

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Das 1495 ersterwähnte Rosengarten wurde 1947 nach Frankfurt (Oder) eingemeindet. 1950 wurde das 1228 ersterwähnte Pagram mit Rosengarten zusammengelegt. Seit 1977 ist Pagram/Rosengarten ein Frankfurter Ortsteil vier Kilometer westlich des Stadtrandes von Frankfurt (Oder) am Stadtwald gelegen.

Geschichte Im Jahre 1495 wird in einer Urkunde erstmals auf der Wüstung Pagram der Hoff Rosengartten erwähnt. Nachdem Familie von Röbel, welche auch im Nachbardorf Biegen lange Zeit Besitztümer hatte, Rosengarten 1572 als Lehn erhalten hatte, wurde das Straßenangerdorf 1585 erstmals als solches bezeichnet. Um 1585 veranlasste der Junker Johann Heinrich von Röbel den Bau einer Kirche. Der Ziegelfachwerkbau stand auf einer Anhöhe am Rand des Gutsparks, auf dem Weg zu den Weinbergen und zum Booßener Wäldchen. Zur Kirche gehörten drei Morgen Land. Zusätzlich erhielten Pfarrer und Küster von den Kossäten und dem Gutsherren Naturalabgaben wie Roggen und Hafer. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurden Dorf, Rittergut und Kirche 1633 eingeäschert. Das Kirchenland wurde nicht mehr bestellt und der Lichtenberger und Rosengartener Pfarrer Christianus Linke verhungerte 1638 in Frankfurt. Erst ab 1648 erholte sich der Ort wieder. Bis 1653 predigte ein provisorisch eingestellter Student. Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte erst 1664 bis 1666. Erster Kirchenpatron nach dem Dreißigjährigen Krieg war 1692 der Frankfurter Theologieprofessor Philipp Buchius (1639–1696).

1696 wurde mit Küster Martin Lürch der erste Schulmeister benannt.

Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) hinterließ Verwüstungen. Die Kirchenbücher wurden von russischen Soldaten zerfetzt.

19. Jahrhundert Das zuvor zum Lebusischen Kreis gehörende Rosengarten kam mit der Kreisgebietsreform 1816 zum Kreis Frankfurt. Die damalige Gutsherrin Frau von Gloger ließ 1832 am Lindenplatz ein Schulgebäude errichten. Am 22. Oktober 1842 wurde die durch Rosengarten führende Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Berlin eröffnet. Bis 1864 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf 299, zu Rosengarten gehörte ein Vorwerk (seit 1926 Lillihof), das Rittergut umfasste 3064 Morgen, das Dorf etwa 594 Morgen Land. Im Jahre 1865 entstand die Försterei Eduardspring, die bis 1935 einen Ausschank anbot.

1867 begann der verstärkte Abbau der Braunkohle vor Ort. Am 9. Juni 1869 veröffentlicht das Königliche Oberbergamt die Verleihungsurkunde über das Eigentum der Kohlengrube Vergißmeinicht, welche den Abbau zwischen Rosengarten und Lichtenberg ermöglichte. Mit dem Bau der Ziegelei in der Nähe des späteren Standortes Waldhaus entstand 1885 der Wohnplatz Ziegelei. Die Ziegelei wurde 1945 zerstört und danach abgetragen.

Der erste Spritzenverband gründete sich 1874. Ein Spritzenverband war ein Verbund mehrerer Dörfer, die sich eine Feuerspritze teilten. Die Dörfer durften nicht mehr als 300 Einwohner haben und mussten nahe beieinander liegen. Durch die wachsende Bevölkerung wurde 1894 der Ausbau der Schule nötig.

1898 war das neobarocke Gutsschloss des Karl Eduard Hugo Rudolf, genannt Rudolf Schulz (1854–1907) fertiggestellt. Er war mit Rose Scherz (1858–1891) und dann mit ihrer Schwester Franziska Scherz (1867–1950), Töchter eines Gutsbesitzers, verheiratet. Rudolf Schulz galt als überregional anerkannter Landwirt.Jahrbuch der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 1895, Band 10, Hrsg. Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Gebr. Unger (Th. Grimm), Berlin 1895, S. 485. online

20. Jahrhundert 1903 wurde die 1585 errichtete und 1664 bis 1666 wiederhergestellte alte Kirche baupolizeilich gesperrt und abgerissen. Der Gutsbesitzer und Kirchenpatron Rudolf Schulz beauftragte den Berliner Hofbaumeister Gustav Hauer, eine neue Kirche im Dorf zu errichten. Diese wurde am 4. Oktober 1903 geweiht.

1912 wurde der Schulneubau am Lindenplatz eingeweiht. Erster Lehrer ist Emil Lehmann. Seit 1913 führte die „Erlöserbrücke“ über die Bahnstrecke. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges (1914–1918) wurden Kriegsgefangene aus dem Lager Gronenfelde unter Leitung des Lagerkommandanten General Trützschler von Falkenstein an der Bahnstrecke eingesetzt, da der Streckenabschnitt Rosengarten auf Grund seines Gefälles besonders schwierig im Bau war. Von 1911 bis 1917 wurde der Rangier- und Güterbahnhof mit einem kleinen Wohnplatz errichtet. 1922 entstand aus dem Spritzenverband die Freiwillige Feuerwehr Rosengarten.

Am 17. Dezember 1925 wurde die Bahnstrecke durch einen Erdrutsch verschüttet. Das Waldhaus Rosengarten wurde 1931 errichtet. Es beherbergte neben der Försterwohnung eine Gaststätte und ein Tanzlokal. Die große Terrasse und der Kinderspielplatz waren ein beliebtes Ausflugsziel. Ab 1935 gab es zudem ein Tiergehege und eine Waldbühne.

1928, kurz nach der Fusion von Gemeinde und Gutsbezirk durch die neue Kommunalverfassung, was am Eigentum vom Fiskus, der Kirche und Privatbesitz nichts änderte, lediglich war das Gut rechtlich keine eigenständige Ortschaft mehr, hatte das Rittergut Rosengarten 732 ha und das dazugehörige Rittergut Lichtenberg 792 ha. Den beiden Betriebsteilen standen zwei Oberinspektoren vor. Eigentümer war der Rittmeister d. R. Werner Schulz (1885–1957), berechtigt den Namen Werner Schulz-Rosengarten zu führen, ebenso seine Nachfahren.Berechtigung vom Amtsgericht Hannover 9.1.1957.Schulz 3, Sonderuck, in: Deutsches Geschlechterbuch, Band Brandenburg 2, C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 1969, S. 465 f. Familie Schulz wurde nach 1945 enteignet.

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) fielen 26 Männer aus Rosengarten. Das Waldhaus wurde vollständig zerstört. Fünf Rosengartener wurden unmittelbar nach dem Krieg von der sowjetischen Geheimpolizei GPU verhaftet. Nur einer kehrte lebend wieder.

Nachkriegsdeutschland und DDR 1946 wurden in Rosengarten im Zuge der Bodenreform 657,7 ha Land enteignet. Das Land wurde unter 41 Landarbeitern, landlosen oder landarmen Bauern und 36 Umsiedlern aufgeteilt. 60 ha kamen zum Frankfurter Stadtwald.

Das Gutsschloss wurde 1946 ein Kinderheim, was es bis Mitte 1993 blieb. 1971 erhielt das Kinderheim den Namen des von den Nationalsozialisten ermordeten Lehrers Martin Schwantes.

Im Jahre 1947 wurde Rosengarten nach Frankfurt (Oder) eingemeindet, die Schule wurde erweitert und auf dem Gelände des ehemaligen Waldhauses entstand ein Wohnhaus mit Gaststätte. Ab 1950 gehört Pagram zu Rosengarten. 1953 wurde im Rahmen der Zwangskollektivierung in der DDR eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ I gegründet, 1954 war sie bereits Typ II und 1960 Typ III. Wegen der nötigen Mitarbeit der Frauen wurde ein Erntekindergarten eingerichtet, der ab 1955 ein dauerhaft eingerichteter Kindergarten wurde. 1972 wurde die Rosengartener LPG der LPG in Kliestow angegliedert.

Nachwendezeit Bis 1991 gab es im Ort eine Kinderkrippe, und trotz der Schließung des Schulstandortes 1975 blieb der Schulhort bis 1977 bestehen. Die neu entstandene Eigenheimsiedlung wurde 1994 mit 122 Häusern fertiggestellt, und so zählte Rosengarten (mit Pagram) zur 500-Jahr-Feier im Jahre 1995 bereits 800 Einwohner. Die Freiwillige Feuerwehr Rosengarten wurde seit dem 20. Januar 2007 vom Feuerwehrverein Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Rosengarten e. V. unterstützt. Mit der Verkehrsfreigabe am 16. Dezember 2008 wurde die 5 Millionen Euro teure Sanierung der Erlöserbrücke am Bahnhof abgeschlossen.

Besitzverhältnisse

LehnsherrLehnsträgerPfandbesitzvonbisKurfürst von BrandenburgFamilie Paul Große aus Frankfurt (Oder)vor 14951538Bischof von Lebus15381551Familie von der Straßen15511572Familie von Röbel (Hans Heinrich von Roebel, Joachim Ehrentreu von Roebel)15721598Kurfürst von Brandenburg15981699Bürgermeister Martin Meyer (Meuwer), Söhnevor 1664nach 1665Prof. Philipp Buchius (1639–1696) aus Frankfurt (Oder)16791699Prof. Philipp Buchius (1639–1696) aus Frankfurt (Oder)16991701König in Preußen17011706Herr von KamekeProf. Rhode aus Frankfurt (Oder)17061726Prof. Rhode aus Frankfurt (Oder)17261738¼ Prof. Ring aus Frankfurt (Oder) und ¾ Rhodes Erbin Frau Albinius (Prof. Rings Schwester)17381749Prof. von Bergen aus Frankfurt (Oder)17491772König von Preußen17721780Herr von Irwing17801805Frau von Gloger, geb. von Irwing und Ehemann Hauptmann von Gloger18051838Dr. Jablonsky18381841Baron von Hoevel18411851Amtsrat Loebbecke auf Marienborn18511858Herr von Barsewitsch18581863Herr von Ihlefeld18631878verwitwete Frau Fabrikbesitzer Köhlmann Reprint. ISBN 3-226-00787-4.nach 1880Rudolf SchulzRudolf Schulz, in: Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Ein Deutsches Geschlechterbuch, Vierter Band, Hrsg. Herold (Verein), C. A. Starke-Verlag, Görlitz 1909, 353 f. Vor 1897:Herr Rudolf Schulz, Rittmeister und Rittergutsbesitzer mit Frau Gemahlin aus Rosengarten, in: Kgl. Badkommissariat: Kurliste von Bad Kissingen № 262. 1897, Verlag T. A. Schachenmayer, Bad Kissingen, Mittwoch, 8. September, online Um 1904.L. Beissner: Mitteilung der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Hrsg. Fritz Graf Schwerin-Wilmersdorf / Deutsche Dendrologische Gesellschaft, Druck Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann) Langensalza, Selbstverlag, Bonn-Poppelsdorf 1904, S. 326. Online, ff. 1914 Werner Schulz.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. Handbuch der Königlichen Behörden. in: Niekammer’s Güter-Adressbücher, Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 297 f.

Entwicklung des Dorfes +JahrDorfEinwohnerzahl163320 Ritterhöfe, 5 Kossäten, 2 Paar HausbotenRatsdiener oder Stadtdiener, der die Bürger im Auftrag ins Rathaus lädt oder ihnen obrigkeitlichen Befehle ins Haus bringt. Siehe , 1 Schäfer, 1 Schäferknecht, 1 Hirte16654 Kossäten, 2 neue Kossäten16665 bewohnte Höfe, 1 Schäfer, 1 Hirte16878 ganze Kossäten, 3 wüste Kossäten17118 Kossäten, 1 Schmied, 1 Schäfer, 1 Hirte177214 Kossäten und Büdner, 1 Schmied11418018 ganze Kossäten, 5 Büdner, 1 Schmiede, 1 Krug, 1 Vorwerk134181623 Feuerstellen, 10 spannfähige bäuerliche Nahrungen17418313 Schneider, 1 Schmied, 1 Schankwirt, 1 Webstuhl auf Leinen18599 spannfähige bäuerliche Höfe, 8 nichtspannfähige Höfe18631 Rittergut, 1 Vorwerk, 1 Wärterhaus, 18 Wohnhäuser, 1 gewerbliches Haus, 48 steuerfreie Häuser18642991895295190023 Häuser, auf dem Gut 8 Häuser193147 Wohnhäuser mit 99 Haushalten

Tourismus Sehenswürdigkeiten

Zu den Baudenkmalen Rosengartens gehören die Brücke der Ortsverbindungsstraße Rosengarten-Pagram über die Eisenbahn. Sie wurde 1913 erbaut, wird von 5 Pfeilern getragen, ist 115 Meter lang und wurde 2008 saniert. alternativtext=Ansicht des Gefallenendenkmals in Rosengarten|mini|Gefallenendenkmale Rosengarten, 2009