Die 50Hertz Offshore GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin, das Offshore-Windparks in der Ostsee an das Übertragungsnetz anschließt. Das Unternehmen ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission. Die Gesellschaft wurde 2007 als Vattenfall Europe Baltic Offshore Grid GmbH gegründet und 2010 umfirmiert. Im Ostseeraum ist die 50Hertz Offshore GmbH für die Netzanbindung der deutschen Offshore-Windparks zuständig.

Unternehmensgeschichte Das Energiewirtschaftsgesetz legt fest, dass Übertragungsnetzbetreiber, in deren Regelzone die Netzanbindung von Windenergieanlagen auf See erfolgen soll, die Offshore-Anbindungsleitungen zu errichten und zu betreiben haben ( EnWG) (§ 17 Absatz 2a alte Fassung). Da die Netzanbindung für Offshore-Windparks in der deutschen Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern erfolgt, ist 50Hertz Transmission gesetzlich zuständig. Um mehr Transparenz bei der Umwälzung der Kosten zu schaffen, die im Offshore-Bereich entstehen, wurde die 50Hertz Offshore GmbH als Zweckgesellschaft gegründet. Rechtsvorgänger war die Vattenfall Europe Baltic Offshore Grid GmbH, die am 6. August 2007 ins Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingetragen wurde. Infolge des Verkaufs des Übertragungsnetzes der Vattenfall AG an den belgischen Netzbetreiber Elia System Operator wurde auch die Vattenfall-Offshore-Gesellschaft in 50Hertz Offshore GmbH umfirmiert.

Für ein neues Verwaltungsgebäude sowie ein Lager mit Kai-Anschluss und Liegeplätzen für Schiffe hat 50Hertz einen Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 60 Jahren abgeschlossen. Das Gelände mit einer Fläche von 23.000 m² gehört der Stadt Rostock und befindet sich am Hafen in Warnemünde. Der Netzbetreiber wird 80 Millionen Euro investieren und 180 Arbeitsplätze schaffen.

Offshore-Anbindungssysteme in der Ostsee Die Netzanbindung der Offshore-Windparks in der Ostsee durch 50Hertz erfolgt in Dreiphasenwechselstrom-Technologie. Eine Ausnahme stellt das Offshore-HGÜ-System Ostwind 4 dar. +OstseeSystemNameNetzverknüpfungspunktÜbertragungskapazitätOffshore-Windpark(s)SpannungStatusFertigstellungOST-1-1Ostwind 1bei Lubmin (KKW Greifswald)250 MWWikingerAC 220 kV in Betrieb2018OST-1-2250 MWArkona-Becken Südost in Betrieb2019OST-1-3250 MWWikinger, Arkona-Becken Südost in BetriebOST-1-4Ostwind 3bei Brünzow300 MWWindanker in Betrieb2026OST-2-1Ostwind 2bei Lubmin250 MWArcadis Ost 1 in Betrieb2023OST-2-2250 MWBaltic Eaglein Betrieb 2024OST-2-3250 MWin BetriebOST-2-4Ostwind 4bei Brünzow2000 MWOstSee EnergiesDC 525 kV in Planung(2031)OST-3-1Bentwisch338,6 MWBaltic 1AC 150 kV in Betrieb2011OST-3-2Baltic 2 in Betrieb2014OST-6-1bei Gnewitz900 MWGennakerAC 220 kV in Bau(2028)

Die Kosten für Ostwind 1 und Ostwind 2 haben sich jeweils auf etwa 1,5 Milliarden Euro belaufen. Vor der Verlegung mussten Altlasten und Kampfmittel beseitigt werden, die noch aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg am Meeresboden der Ostsee liegen.

Offshore-Anbindungssysteme in der Nordsee Bis 2032 wird 50Hertz auch eine Offshore-Netzanbindung in der Nordsee mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung realisieren. +NordseeSystemNameNetzverknüpfungspunktÜbertragungskapazitätOffshore-Windpark(s)SpannungStatusFertigstellungNOR-11-1LanWin3Heide/West (bei Heide)2000 MWOceanbeat EastDC 525 kV in Planung(2032)NOR-12-3bei Pöschendorf2000 MWFläche N-12.4Fläche N-12.5DC 525 kV in Planung(2033)NOR-12-4bei Pöschendorf2000 MWFläche N-12.6DC 525 kV in Planung(2034)

Quelle: Flächenentwicklungsplan 2025, Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 (2023) 1. Entwurf

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmen (Windenergie) Kategorie:Unternehmen (Berlin) Kategorie:Unternehmensgründung 2007