mini|Büro von World Vision Inc. in Federal Way, Washington World Vision Inc., in Abgrenzung zu andern World-Vision-Organisationen auch World Vision United States genannt, ist die US-amerikanische Vorgänger-, Gründungs- und Partnerorganisation von World Vision International. Sie wurde im Jahr 1950 in den USA gegründet und ist eine evangelikale Katharina Hofer: Afrika im hektischen Missionsfieber. In: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Das Parlament, 1. März 2004, Nr. 10. Mark R. Amstutz, Andrew S. Natsios: Faith-Based NGOs and U.S. Foreign Policy. In: Elliott Abrams (Hrsg.): The influence of faith. Religious groups and U.S. foreign policy. Rowman & Littlefield Publishers, Lanham MD 2001, S. 175–189 (Amstutz) / S. 189–200 (Natsios). Steve Brouwer, Paul Gifford, Susan D. Rose: Exporting the American gospel. Global Christian fundamentalism. Routledge, New York 1996, S. 184 (books.google.de); James K. Wellman, Jr.: Evangelicalism. In: Thomas Riggs (Hrsg.): Worldmark Encyclopedia of Religious Practices. Band 1: Religions and Denominations. Thomson Gale, Farmington Hills MI 2006, S. 183–188, hier S. 187 f. Evangelical Manifesto Steering Committee. Eine Erklärung zur evangelikalen Identität und zum öffentlichen Engagement, 7. Mai 2008, Washington DC, Übersetzung des Instituts für Ethik & Werte, Gießen. Richard Ziegert: Das protestantische Schisma. In: Pfälzisches Pfarrerblatt, 2006. Derek Michaud, YunJung Moon, Mark Mann: Carl F. H. Henry (1913–2003). In: Boston Collaborative Encyclopedia of Western Theology, mit Bezug auf: Edith L. Blumhofer, Joel A. Carpanter: Twentieth-Century Evangelicalism. A Guide to the Sources. Garland Publishing, New York / London 1990, S. xi. Charles van Engen: Opportunities and Limitations. In: Gary Corwin, Kenneth B. Mulholland (Hrsg.): Working together with God to shape the new millennium. Evangelical Missions Society, Pasadena CA 2000, S. 82–122. Interhemispheric Ressource Center. Report World Vision, 1991; hier zitiert nach: Stephen A. Kent: The French & German vs. American Debate over ‘New Religions’. Scientology, and Human Rights. In: Marburg Journal of Religion, 2001, 6/1; ub.uni-marburg.de William A. Dyrness: Evangelical theology and culture. In: Timothy Larsen, Daniel J. Treier (Hrsg.): The Cambridge Companion to Evangelical Theology. Cambridge University Press, Cambridge 2007, S. 145–160, hier S. 151. Kai M. Funkschmidt: World Vision / World Vision International. In: Hans Dieter Betz et al. (Hrsg.): Die Religion in Geschichte und Gegenwart. 4. Auflage. Band 8. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, Sp. 1694 f. Julie Hearn: The ‘Invisible’ NGO. US Evangelical Missions in Kenya. In: Journal of Religion in Africa, 2002, 32/1, S. 32–60. D. Michael Lindsay: Faith in the halls of power. How evangelicals joined the American elite. Oxford University Press, Oxford 2007, ISBN 0-19-532666-0, S. 259. David Stoll: Is Latin America Turning Protestant? The Politics of Evangelical Growth. University of California Press, Oxford 1990, ISBN 0-520-07645-1, S. 289 (vgl. z. B. S. 155 u.ö.). Hans-Jürgen Prien: Der Protestantismus in Lateinamerika im (18.–20. Jh.). In: Anuario de historia de la Iglesia, 2000, 9, S. 171–195; dialnet.unirioja.es Entwicklungshilfeorganisation mit Sitz in Federal Way.David Michael Lindsay: Faith in the halls of power: how evangelicals joined the American elite. Oxford University Press, New York 2007, S. 44 f. Vorsitzender ist Richard Stearns.Rückblick auf 2009. (PDF; 165 kB) worldvision.org

Im Geschäftswesen operiert World Vision Inc. (nachfolgend kurz WV Inc. oder WV US) als „World Vision“. Um es von anderen World Vision-Organisationen abzugrenzen, wird gelegentlich als Alternativbezeichnung gebraucht: World Vision United States, World Vision USA,Erica Bornstein: The Spirit of Development. Stanford University Press, 2003, ISBN 978-0-8047-5336-4, oder WV USAbout World Vision. (PDF) worldvision.org World Vision Incorporated.

Leitbild und Geschichte World Vision (United States) wurde 1950 als US-Corporation gegründet.

Ihr Ziel ist es, unserem Herrn und Retter Jesus Christus darin zu folgen, dass wir den Armen und Unterdrückten humanitäre Veränderung verschaffen, Gerechtigkeit suchen und Zeugen sind der Guten Nachricht vom Königreich Gottes.

World Vision Vereinigte Staaten ist eine evangelikale Organisation. Katharina Hofer: Afrika im hektischen Missionsfieber. In: Deutscher Bundestag, Das Parlament, 1. März 2004, Nr. 10. Derek Michaud; YunJung Moon; Mark Mann; Carl F. H. Henry: Twentieth-Century Evangelicalism. A Guide to the Sources. In: Boston Collaborative Encyclopedia of Western Theology. Garland Publishing, New York / London 1990, S. XI. Mark R. Amstutz: Faith-Based NGOs and U.S. Foreign Policy. In: Elliott Abrams (Hrsg.): The influence of faith. Religious groups and U.S. foreign policy. Rowman & Littlefield Publishers, Lanham MD 2001, S. 175–189 (englisch).

Für World Vision ist die Realität der humanitären Not und der globalen Ungerechtigkeit eine wesentliche ideologische Motivation. Andere ideologische Faktoren sind die Prinzipien der Partizipation, der kommunalen ownership (Verantwortung der Einheimischen) sowie das Prinzip der Nachhaltigkeit.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, No 4, S. 410. Zum Leitbild gehört aber auch die Christlichkeit. Darunter werden die Grundüberzeugungen verstanden, die eine Organisation im Blick auf ein gemeinsames Ziel zusammenschweißen.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, No 4,S. 411.

Gegründet wurde die Organisation 1950 von Bob Pierce als World Vision nachdem er für Jugend für Christus nach China und Nordkorea gereist war. Der Journalist sammelte Spenden für koreanische Witwen und Waisen. Er war der erste Präsident von WV und bis 1967 im Amt.

Im Jahr 1958 hatte die Organisation bereits 10.000 Patenkinder in Korea, den Philippinen, Vietnam, Afghanistan, Indonesien, Birma (heute: Myanmar) und Indien.

In den USA kommt es häufig zu einer Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeprogrammen der Regierung. tehelka.comSteve Brouwer, Paul Gifford, Susan D. Rose: Exporting the American gospel. Global Christian fundamentalism. Routledge, New York 1996, S. 184.

Skeptisch wird die starke Unterstützung gesehen, welche World Vision für ihr Wirken in Kambodscha und Vietnam durch USAID während des Vietnamkrieges erhielt, weswegen World Vision, deren Gründer Robert Pierce beispielsweise durch Kampagnen in China aktiv dem Kommunismus entgegenwirken wollte, auch als ein Produkt des Kalten Krieges gesehen. Die katholische Organisation Pax Christi nannte World Vision im Hinblick auf deren Wirken in Ecuador als ein „Trojanisches Pferd“ der US-Außenpolitik. Beklagt wurde dort auch die Diskrepanz zwischen Worten und Taten, da die Gruppe sich zwar christlich und nicht evangelikal nennen würden, sie ihre Hilfe aber ausschließlich durch evangelikale Führer verbreite.David Stoll: Is Latin America Turning Protestant?: The Politics of Evangelical Growth. University of California Press, 1990, S. 268, 282–284, 289.

Im Jahr 1962 gründete World Vision die World Vision Relief Organisation als Katastrophenhilfe-zweig.

Nach dem Rücktritt von Bob Pierce 1967 führte bis 1969Washington Man Will Speak Here. In: Los Angeles Times, 18. Mai 1968, S. B8. sein Stellvertreter Pastor Richard C. Halverson die Geschäfte. Parallel dazu war Halverson von 1966 bis 1983 auch Vorsitzender des „Board“ (Etwa Verwaltungsrat oder Aufsichtsrat) von World Vision U.S. 1969 wurde W. Stanley Mooneyham Präsident. Bis 1973 erreichte die Zahl der Patenkinder 50.000 und die Entwicklungshilfe kam als neuer Arbeitszweig dazu.

Bis 1976 stieg die Zahl der Patenkinder auf 100.000. Der Dachverband World Vision International mit Sitz in Monrovia (Kalifornien) unter Leitung von Moneyham wurde 1977 gegründet und übernahm einen Großteil der Mitarbeiter von World Vision US. Schon seit 1966 trat World Vision Inc. auch unter der Bezeichnung World Vision International auf.Siehe beispielsweise die Registrierungsurkunde Nummer 944238 des United States Patent Office vom 3. Okt. 1972, mit der die Marke „World Vision International“ auf World Vision Inc. registriert wurde. Seit 1977 wurde diese Bezeichnung, obwohl bis 2004 weiter auf World Vision Inc. registriert, nur noch für die Dachorganisationen verwendet, die seitdem die internationale Zusammenarbeit von World Vision koordinierte.World Vision International In: manta.com In: wvi.org Die Gründungsorganisation World Vision Inc., nunmehr überwiegend als Supportorganisation in den USA tätig, wird seit dieser Zeit auch als World Vision US bezeichnet.

Im Laufe der Jahre hat World Vision Inc. seine Außendarstellung modifiziert: Es sei kein evangelistisch orientiertes Missionswerk mehr, sondern eher ein christliches Hilfswerk der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Nothilfe und das primäre Ziel sei nicht mehr die Christianisierung, sondern die Bekämpfung der Armutsursachen, was die Hilfe zur Selbsthilfe begründet.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, S. 414. Der ursprüngliche Missionsgedanke (Evangelisation) sei durch das Prinzip des christlichen Zeugnisses („Christian witness“) ersetzt worden. Die Sekundärliteratur spricht z. B. auch von „lifestyle evangelism“, worunter der christliche Umgang mit Menschen im Bemühen um Entwicklung verstanden wird.Erica Bornstein: Developing Faith: theologies of economic development in Zimbabwe. In: Journal of Religion in Africa. 32.1, S. 11. Mit den Armen zu arbeiten, ist christliches Handeln.Erica Bornstein: Developing Faith: theologies of economic development in Zimbabwe. In: Journal of Religion in Africa. 32.1, S. 8. Aber „primäres Ziel“ wird in der Sekundärliteratur u. a. die wirtschaftliche Entwicklung gesehen.Erica Bornstein: Developing Faith: theologies of economic development in Zimbabwe. In: Journal of Religion in Africa. 32.1, S. 10.

Mit der laut Selbstdarstellung zunehmenden Internationalisierung, Dezentralisierung und Föderalisierung der Organisation (Gründung des Dachverbandes World Vision International in den 1970er Jahren) wurde der „Partnerschaftsgedanke“ mit einer „Gleichheit“ zwischen südlichen und nördlichen Landesbüros zum verbindenden Element und ideologischen Zusammenhalt.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, S. 415. 1984 wurde der erste Nicht-Amerikaner zum internationalen Präsidenten der Organisation gewählt.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, S. 418. Aus „einer größtenteils nicht-operationalen, evangelikalen, US-basierten Wohltätigkeitsorganisation“ sei, so die Selbstdarstellung, eine international, diversifizierte Partnerschaft mit Betonung auf Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit geworden.Alan Whaites: Pursuing partnership: World Vision and the ideology of development – a case study. In: Development in Practice, August 1999, Vol. 9, S. 413. Entstammte World Vision einer „konservativen US-christlichen Agenda“, umspanne die Organisation heute die christlichen Hauptströmungen, wobei Katholiken, Orthodoxe und Protestanten in einer breiten Überkonfessionalität koexistieren. Die Organisation ist „christlich, aber frei von kirchlichem Sektierertum“.