Die 19. Infanterie-Division wurde 1940 in die 19. Panzer-Division umgegliedert und war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

19. Infanterie-Division Aufstellung Die 19. Infanterie-Division wurde am 1. Oktober 1934 – mit der Tarnbezeichnung Artillerieführer VI im Wehrkreis VI in Hannover aufgestellt. Ab dem 15. Oktober 1935 wurde die Division offiziell 19. Infanterie-Division genannt. Die Infanterie-Regimenter wurden durch Aufteilung aus dem 17. Infanterie-Regiment der 6. Division der Reichswehr gebildet.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:

Divisionsstab (Hannover) (aus ) Infanterie-Regiment 17 (Braunschweig) (aus ) Infanterie-Regiment 38 (Göttingen) (aus Personalabgaben Infanterie-Regiment 17) Infanterie-Regiment 59 (Hannover) (aus ) Artillerie-Regiment 19 (Hannover, Hildesheim, Celle) (aus ) Sanitäts-Abteilung 19 (Hannover) (aus ) Kraftfahr-Abteilung 19 (Hannover) (aus ) Nachrichten-Abteilung 19 () (aus ) Nachschubtruppen Nr. 19

Seit der Neuaufteilung der Wehrkreise 1936 gehörte sie zum Wehrkreis XI.

Bei der Mobilmachung am 25. August 1939 wurde mit den Einberufungen die III. Bataillone der Infanterie-Regimenter 59 und 74 gebildet. Das Kavallerie-Regiment 14 (Ludwigsburg/Parchim) stellte die Aufklärungs-Abteilung 19 auf und in Hannover wurde ein Feld-Ersatz-Bataillon für die Division gebildet. Die 5. Kompanie/Maschinengewehr-Bataillon 46 (Dortmund) wurde als Fla-Kompanie unterstellt.

Polenfeldzug 1939 Im August 1939 erfolgte die Mobilmachung als Teil der 1. Aufstellungswelle. Beim Angriff auf Polen kämpfte die Division im Verband des XI. Armeekorps, 10. Armee unter anderem in der Schlacht an der Bzura und in der Schlacht um Warschau.

Westfeldzug 1940 Nach Grenzsicherungsaufgaben im Westen trat sie im Mai 1940 als Teil der 6. Armee aus dem Raum Viersen zum Angriff auf Frankreich über die Maas an. Nach dem Vormarsch über Löwen bis in den Raum Ypern in Belgien wurde sie für den zweiten Teil des Feldzugs in den Raum Roubaix beordert. Sie ging dabei über Douai auf Paris vor. Dort hielt sie am 16. Juni eine Parade ab und überquerte schließlich bei Blois die Loire. Zeitweilig als Besatzungstruppe in Frankreich stationiert, kehrte die Division Ende September 1940 in die Heimat zurück.

19. Panzer-Division Aufstellung Bis 1. November 1940 wurde die Division umgegliedert und an diesem Tag in 19. Panzer-Division umbenannt. Als Stamm für die neu aufzustellende 20. Panzer-Division gab sie das Infanterie-Regiment 59, das III. Bataillon des Infanterie-Regiment 74 mit Regimentsstab, die III. Batterie des Artillerie-Regimentes 19 sowie die I. Batterie des Artillerie-Regimentes 55 ab. Die bespannten Teile der I. und II. Batterie des Artillerie-Regimentes 19 dienten in Bergen zur Neuaufstellung der 131. Infanterie-Division.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 130–131.

Divisionsstab () (aus dem Ursprungsverband) Panzer-Regiment 27 (Paderborn) (Neuaufstellung aus Panzer-Ersatz-Abteilungen 10, 11 und 25) Schützen-Brigade 19 () (aus Personalabgaben der Schützen-Regimenter 73 und 74) Schützen-Regiment 73 () (aus ) Schützen-Regiment 74 () (aus ) Kradschützen-Bataillon 19 () (aus Umgliederung des I. Bataillon/Infanterie-Regiment 73 (Celle)) Artillerie-Regiment (mot.) 19 () (aus Ursprungsverband und schwerer Artillerie-Abteilung (mot.) 446) Panzer-Aufklärungs-Abteilung 19 () (aus Aufklärungs-Abteilung 19 und 2. Kompanie/Panzer-Aufklärungs-Abteilung 4) Panzerjäger-Abteilung 19 () (aus Ursprungsverband) Nachrichten-Abteilung (mot.) 19 () (aus Ursprungsverband) Panzer-Pionier-Bataillon 19 () (aus Ursprungsverband) Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 19

Der Division wurden andere Einheiten zugeführt, so die I. Batterie des Artillerie-Regimentes 446 sowie das Panzerregiment 27. Das I. Bataillon des Infanterie-Regiment 74 wurde zum Kradschützenbataillon 19 (K19) umgegliedert. Hinzu kam später eine Flak- und eine Fliegerabteilung.

Für ihre zu erwartenden Einsätze übte die Division mit den neuen Waffen und Formationen in Sennelager bei Paderborn.

Unternehmen Barbarossa 1941 Die 19. Panzer-Division nahm dann als Teil der Panzergruppe 3, Heeresgruppe Mitte, am Überfall auf die Sowjetunion teil. Ziel der Operationsführung der Heeresgruppe war die Gewinnung der „Landbrücke“ Vitebsk-Smolensk.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983, S. 451. Die Division war zum Zeitpunkt der Eröffnung des Feldzuges Teil des LVII. Armeekorps (mot.). Das Armeekorps wurde im nördlichen Angriffskeil eingesetzt.

Am 21. Juni 1941 wurde die Division in die Bereitstellungsräume für das Unternehmen Barbarossa an der südostwärtigen Grenze Ostpreußens nahe dem Spirdingsee verlegt.Rolf Hinze: Die 19. Panzer-Division, S. 9. Die 19. folgt als zweite Welle der 18. Infanteriedivision und der 12. Panzerdivision. In langen, dicht aufgefahrenen Kolonnen schob sich die Division in den ersten Tagen meterweise vorwärts. Am 25. Juni stießen die Angriffsspitzen der Division bei D. Zemloslaw und Traby auf nach Norden aus dem Einschließungsring von Białystok und Minsk drängende Kräfte der Roten Armee. Der Ausbruch konnte unter erheblichen Aufwand abgewehrt werden. Erst am 3. Juli überquerte die Division die westliche Düna bei Disna. Danach stieß die Division in Richtung Newel und erreichte am 18. Juli Welikije Luki. Auf Befehl wurde der Angriff auf Welikije Luki abgebrochen und die Division räumte die Stadt am 20. Juli.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983, S. 451. Sie marschierte nach Welisch und querte gegen erheblichen Widerstand die Düna in Richtung Ilino. Die Division erhielt den Befehl beiderseits der Straße Smolensk – Bjeloy bis in den Raum Potschenki vorzugehen. Nach verlustreichen Kämpfen in diesem Raum wurde ein weiterer Vormarsch aufgegeben und die Division wurde am 6. August 1941 aus der Front herausgezogen und bei Schischkowo frontnah aufgefrischt.Rolf Hinze: Die 19. Panzer-Division, S. 11, 15, 31 u. 39.

Am 18. August stieß die Division erneut gegen Welikije Luki vor, um die in der Lücke zwischen der Heeresgruppe Nord und Mitte stehenden Kräfte der Roten Armee einzukesseln.Am 17. Juli beurteilte das Oberkommando der Heeresgruppe Nord die Lage und die künftigen Möglichkeiten und kam zu dem Ergebnis, das der Operationsraum, die eigenen Kräfte und der versteifte Widerstand der Roten Armee es geboten, Operationen nicht mehr in einem Zuge, sondern in Etappen durchzuführen. Folglich sollte die 16. Armee zunächst den vor ihrer Front stehenden Gegner einkesseln oder zurückwerfen. Der Angriff über die Linie Novgorod-Narva könne erst dann stattfinden, wenn außer dem I. Armeekorps noch 1 – 2 weitere Korps herangekommen seien; bis dahin sei es Aufgabe des Panzergruppe 4 in dieser Linie vorzurücken. Auch für den Angriff auf Estland waren die Kräfte zunächst zu gering. Ein erneuter Angriff könne erst ab 25. Juli stattfinden. Damit kam es für die Heeresgruppe Nord zu einem Dilemma. Die Offensive hatte zwar zunächst die gesteckten Ziele erreicht, eine entscheidende Zerschlagung des Gegners gelang aber nicht. Damit war die Heeresgruppe gezwungen, ihre Kräfte umzugliedern und sich auf eine Stoßrichtung zu konzentrieren. Da aber die Heeresgruppe Mitte ebenfalls ein solches Dilemma hatte und sich auf Smolensk konzentrieren musste, tat sich eine Lücke zwischen den Heeresgruppen bei Wilikije Luki auf. Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 4: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1993, S. 469–469 u. 459–461. Vom 9. bis 15. September schloss die 19. Panzer-Division den rückwärtigen Rand des Kessels bei Staraja Russa.Rolf Hinze: Die 19. Panzer-Division, S. 43–55.

Ab dem 15. September wurde die Division der 4. Armee unterstellt. Auf dem Weg in die Ausgangsstellungen musste die 19. bei Ostaschkow eingesetzt werden. Dadurch verzögerte sich der Beginn des Einsatzes der Division zum Durchbruch durch die Moskau-Schutzstellungen (Schlacht von Brjansk) auf den 12. Oktober.Rolf Hinze: Die 19. Panzer-Division, S. 43, 56. Wie die 4. Armee insgesamt gewann auch die 19. nur noch wenig Boden nach Osten. Sie wurde taktisch gezielt auf der Straße Medyn-Malojaroslawez an der Brücke über die Wyprenka bei Ilyinsky aufgehalten.Rolf Hinze: Die 19. Panzer-Division, S. 56–60. Das Panzerregiment 27 verlor 14 seiner 15 Panzer, als es im rückwärtigen Raum der von der Roten Armee besetzten Brücke in einen Riegel mit Panzerabwehrgeschützen geriet. Sie konnte den verlustreichen Durchbruch in die Moskauer Schutzstellungen erst am 16. Oktober fortsetzen. Am 18. Oktober wurde Malojaroslawez eingenommen und über die Protwa zur Nara (25. Oktober) vorgestoßen. Die anschließenden schweren Panzerangriffe und das ausgebaute sowjetische Stellungssystem im Nara-Brückenkopf erschöpften die Truppe.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983. - S. 580.Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1983, S. 600.

Am 3. Dezember fielen die Außentemperaturen auf minus 35 Grad. Fahrzeuge und Waffen fielen aus und vor allem die Luftunterstützung war nicht möglich.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983, S. 597. Die 4. Armee und damit die 19. Panzer-Division waren zu keinen weiteren weitgreifenden Angriffsoperationen mehr fähig. In dieser Situation eröffnete die Roten Armee (5. Dezember 1941) ihre Winteroffensive.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983, S. 600. - „Noch am 4. Dezember urteilte die Abteilung Fremde Heere Ost des Generalstabes des Heeres, dass der Feind vor der Heeresgruppe Mitte »zur Zeit« ohne Zuführung wesentlicher Verstärkung nicht zu einem Großangriff fähig sei.“, S. 601. - „Das Heeresgruppenkomando gab daher am 5. Dezember die vorgesehenen Rückzugslinien bekannt.“ Die der Division gegenüberliegenden Einheiten der sowjetischen 33. Armee waren ausgezehrt und hatten zunächst nur die Aufgabe, den Gegner in diesem Raum zu binden.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983, S. 771, Kriegstagebuch des OKH, Eintrag für den 4. Dezember 1941. - Am Südflügel 4. Armee nur geringe Gefechtstätigkeit. In der Armeemitte wurden die Division planmäßig hinter die Nara zurückgenommen unter Belassen von einigen Brückenköpfen. Die Divisionen stehen abwehrbereit in ihren Abschnitten. Die Artillerie in den alten Stellungen feuerbereit. Der Feind fühlte nur vorsichtig nach Westen vor. Die 19. richtete sich in einigermaßen winterfesten Stellungen ein.Kriegstagebuch des OKH, Eintrag für den 16. Dezember 1941: "An der Nara-Front keine besonderen Ereignisse.". - Eintrag für den 20. Dezember 1941: "15 km südwestl. Naro-Fominsk wurde ein feindl. Vorstoß abgewiesen.". - Eintrag für den 21. Dezember 1941: "Die Lage an der Nara wurde durch neu nach Malojaroslawez zugeführte Kräfte bereinigt.". - Eintrag für den 28. Dezember 1941: "Feindl. Vorstöße aus Naro-Fominsk brachen im Abwehrfeuer zusammen." Noch am 16. Dezember gab die Heeresgruppe den Befehl, dass die Division „keinen Schritt“ zurückgehen dürfe.KTB H.Gr. Mitte/Ia vom 16.12.1941, BA-MA, RH19 II/122, Bl. 129.

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