Die Mutsuki-Klasse (jap. , Mutsuki-gata kuchikukan) war eine Klasse von zwölf Zerstörern der Kaiserlich Japanischen Marine, welche im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.
Entwicklungsgeschichte und Bau Die Mutsuki-Klasse stellte eine modifizierte Kamikaze-Klasse dar, bei welcher Verdrängung und Länge vergrößert wurden. Letzteres erfolgte aufgrund der Einführung eines doppelt gekrümmten Bugprofils. Im Schiffsinneren glich die Anordnung der Antriebsanlage bis auf zwei Einheiten der Vorgängerklasse. Diese erhielten zu Vergleichszwecken ausländische Turbinensätze: Zoelly bei Nagatsuki und Rateau bei Yayoi. Bei Erprobungsfahrten erreichte die Nagatsuki damit Geschwindigkeiten von 36,3 Knoten mit 40.787 PS, aber bei Einsatzverdrängung überstieg sie nicht die 33,25 Knoten.
Zwölf Einheiten wurden im Rahmen des Bauprogramms von 1923 bei drei privaten und zwei staatlichen Werften geordert. Aufgrund der durch die Flottenbauprogramme projizierten großen Anzahl von Kriegsschiffen, plante die Marine, die Schiffe nur mit Zahlen zu benennen statt Namen zu vergeben. Diese waren die Nr. 19, Nr. 21, Nr. 23, Nr. 25 und Nr. 27 bis 34. Frühe Zerstörer der 1. Klasse hatten ungerade Nummern, aber mit der Aufgabe des Baus von Zerstörern 2. Klasse (siehe Momi-Klasse und Wakatake-Klasse) erhielten alle Schiffe fortlaufende Nummern. Dies erwies sich bei den Besatzungen aber als äußerst unbeliebt und war eine ständige Quelle der Verwirrung in der Kommunikation. Darum wurden zum 1. August 1928 die Schiffe auf traditionelle Monatsnamen des Lunisolarkalenders oder auf die von Mondphasen getauft.
Wie die Einheiten der kleineren Momi- und Wakatake-Klasse, waren diese älteren Boote für den Flottendienst Ende der 30er bzw. Anfang der 40er nicht mehr geeignet. Weshalb sie für Geleitsicherungsaufgaben oder andere Aufgaben eingesetzt/umgebaut wurden.
Einheiten Name(Bei Indienststellung) Name(Ab 1. August 1928) Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Verbleib Dai-19-Gō Kuchikukan (),Nr.19 Zerstörer Mutsuki ()Januar Marinewerft Sasebo 21. Mai 1924 23. Juli 1925 25. März 1926 versenkt durch Luftangriff [07.47S, 160.13E] am 25. August 1942 Dai-21-Gō Kuchikukan (),Nr.21 Zerstörer Kisaragi ()Februar Marinewerft Maizuru 3. Juni 1924 5. Juni 1925 21. Dezember 1925 im Kampf versenkt bei Wake Island [18.55N, 166.17E] am 11. Dezember 1941 Dai-23-Gō Kuchikukan (),Nr.23 Zerstörer Yayoi ()März Uraga Schiffswerft,Yokosuka 11. Januar 1924 11. Juli 1925 28. August 1926 versenkt durch Luftangriff [08.45S, 151.25E] am 11. September 1942 Dai-25-Gō Kuchikukan (),Nr.25 Zerstörer Uzuki ()April Ishikawajima Zōsen,Tokio 11. Januar 1924 15. Oktober 1925 14. September 1926 versenkt [11.03N, 124.23E] am 12. Dezember 1944 Dai-27-Gō Kuchikukan,Nr.27 Zerstörer Satsuki ()Mai Fujinagata Zōsen,Osaka 1. Dezember 1924 25. März 1925 15. November 1925 versenkt durch Luftangriff [15.35N, 120.55E] am 21. September 1944 Dai-28-Gō Kuchikukan (),Nr.28 Zerstörer Minazuki ()Juni Uraga Schiffswerft,Yokosuka 24. März 1924 25. März 1926 22. März 1927 torpediert [04.05N, 119.30E] am 6. Juni 1944 Dai-29-Gō Kuchikukan (),Nr.29 Zerstörer Fumizuki ()Juli Fujinagata Zōsen,Osaka 20. Oktober 1924 16. Februar 1926 3. Juli 1926 versenkt durch Luftangriff [07.24N, 151.44E] am 18. Februar 1944 Dai-30-Gō Kuchikukan (),Nr.130 Zerstörer Nagatsuki ()September Ishikawajima Zōsen,Tokio 16. April 1925 6. Oktober 1926 30. April 1927 im Kampf versenkt [08.02S, 157.12E] am 6. Juli 1943 Dai-31-Gō Kuchikukan (),Nr.31 Zerstörer Kikuzuki ()Chrysanthemenmond Marinewerft Maizuru 15. Juni 1925 15. Mai 1926 20. November 1926 versenkt durch Luftangriff [09.07S, 160.12E] am 4. Mai 1942 Dai-32-Gō Kuchikukan (),Nr.32 Zerstörer Mikazuki ()Zunehmender Mond Marinewerft Sasebo 21. August 1925 12. Juli 1926 5. Mai 1927 versenkt durch Luftangriff [05.27S, 148.25E] am 28. Juli 1943 Dai-33-Gō Kuchikukan (),Nr.33 Zerstörer Mochizuki ()Vollmond Uraga Schiffswerft,Yokosuka 23. März 1926 28. April 1927 31. Oktober 1927 versenkt durch Luftangriff [05.42S, 151.40E] am 24. Oktober 1943 Dai-34-Gō Kuchikukan (),Nr.34 Zerstörer Yūzuki ()Abendmond Fujinagata Zōsen,Osaka 27. November 1926 4. März 1927 25. Juli 1927 versenkt durch Luftangriff [11.20N, 124.10E] am 12. Dezember 1944
Technische Beschreibung mini|Ansicht der Mutsuki-Klasse auf einem amerikanischen Erkennungsblatt
Rumpf Der Rumpf eines Zerstörers der Mutsuki-Klasse war 100,2 Meter lang, 9,16 Meter breit und hatte bei einer Einsatzverdrängung von 1.800 Tonnen einen Tiefgang von 2,96 Metern.
Antrieb Der Antrieb erfolgte durch vier ölbefeuerte Dampferzeuger – Kampon-Kesseln des Yarrow-Typs – und zwei Getriebeturbinensätze, mit denen eine Gesamtleistung von 38.500 PS (28.317 kW) erreicht wurde. Die Leistung wurde an zwei Wellen mit je einer Schraube abgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 37,25 Knoten (69 km/h). Die maximale Fahrstrecke 4.000 Seemeilen (4.408 km) bei 15 Knoten, wofür 426 Tonnen Kraftstoff gebunkert werden konnten.
Bewaffnung Artillerie Die Artilleriebewaffnung bestand aus vier 12-cm-Geschützen mit Kaliberlänge 45 des Typ 3. Diese konnten eine 20,4 Kilogramm schwere Granate bis zu 15 Kilometer weit schießen und waren in vier Einzellafetten in Bootsmittellinie verbaut. Diese Mittelpivotlafetten verfügten über einfache Schilde, welche dem Splitterschutz dienten, und hatten ein Gewicht von 8,9 Tonnen.
Flugabwehr mini|Maschinengewehr Typ 92
Bei Indienststellung bestand die Flugabwehrbewaffnung aus zwei Typ 92-Maschinengewehren im Kaliber 7,7 mm.
Torpedos Die Zerstörer der Mutsuki-Klasse verfügten über zwei Dreifachtorpedorohrsatz im Kaliber 61 cm.
U-Jagdausrüstung Zur U-Jagd verfügten die Boote über zwei Ablaufgestelle auf dem Achterdeck mit einer Kapazität 16 Wasserbomben.
Besatzung Die Besatzung hatte eine Stärke von 150 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.
Literatur
Weblinks
Mutsuki-Klasse bei combinedfleet.com (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Militärschiffsklasse (Japanisches Kaiserreich) Kategorie:Zerstörerklasse