mini|Abendkleid von Christian Dior mit passenden Handschuhen mini|Debütantinnen mit weißem Abendhandschuh beim Chrysanthemenball (2012) Als Abendhandschuhe (oder auch Opernhandschuhe) werden gemeinhin lange, zum Teil bis zum Oberarm und höher reichende Damenhandschuhe bezeichnet, die zu Abendkleidern, Brautkleidern, Ballkleidern und Gesellschaftskleidern getragen werden. Gebräuchlichste Materialien für Abendhandschuhe sind Leder, Satin oder Samt.

Geschichte

Während die Etymologie des Begriffs Opernhandschuh unbekannt ist, wurden in westlichen Ländern seit dem 17. Jahrhundert Handschuhe bis oder knapp unter den Ellbogen von Frauen getragen; in einem erhaltenen Stich von Englands Queen Mary aus dem Jahr 1688 wird sie mit ellbogenlangen Handschuhen gezeigt. Im 18. Jahrhundert nur noch selten, tauchten Damenhandschuhe erst wieder im Directoire und Empire auf. Sie waren umso länger, je kurzärmeliger die Ballkleider wurden. Im Biedermeier trug die Dame zu kurzärmeligen Ballkleidern weiße Handschuhe, die unterhalb des Ellenbogens in einer „Schniepe“ genannten Spitze endeten. Durch das ganze 19. Jahrhundert bis lange in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts blieben Damenhandschuhe unterschiedlicher Länge modische Accessoires der Ball- und Abendgarderobe (lange Handschuhe waren z. B. ein wichtiges Stilmittel in Christian Diors New Look) und wurden auch bei anderen gesellschaftlichen Anlässen getragen. Auch heute noch werden Abendhandschuhe zu besonders festlichen Anlässen (z. B. dem Wiener Opernball, bei dem Opernhandschuhe für weibliche Debütantinnen immer noch Pflicht sind) oder aber von Frauen, die ihrer Kleidung eine elegante Note verleihen wollen, getragen.

Trivia Die wahrscheinlich bekanntesten Filmszenen, in denen Abendhandschuhe getragen wurden, sind die von Rita Hayworth in GildaPut the blame on mame auf YouTube (1946), von Marilyn Monroe (1953) in Blondinen bevorzugtDiamonds are a girl's best friend auf YouTube und von Audrey Hepburn in Frühstück bei TiffanyBreakfast at Tiffany's, Anfangsszene auf YouTube (1961).

Siehe auch Kleidermode der Restauration und des Biedermeiers

Literatur Erika Thiel: Geschichte des Kostüms. Henschel-Verlag, Berlin, 2004 (8. Aufl.), ISBN 3-89487-260-8, S. 212. Georg Himmelheber: Kunst des Biedermeier 1815–1835. Prestel Verlag, München 1988, ISBN 3-7913-0885-8, S. 65.

Weblinks

(englisch)

Einzelnachweise

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