Der Dienstagabend-Klub (Originaltitel The Thirteen Problems) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von Agatha Christie. Sie erschien zuerst im Vereinigten Königreich im Juni 1932 im Collins Crime ClubChris Peers, Ralph Spurrier and Jamie Sturgeon. Collins Crime Club – A checklist of First Editions. Dragonby Press (Second Edition) March 1999 (Page 14) und 1933 in den USA bei Dodd, Mead and Company unter dem Titel The Tuesday Club Murders.John Cooper and B.A. Pyke. Detective Fiction - the collector's guide: Second Edition (Pages 82 and 87) Scholar Press. 1994. ISBN 0-85967-991-8 Der Scherz Verlag (Bern; Stuttgart; Wien) veröffentlichte 1962 die deutsche Erstausgabe mit der Übersetzung von Maria Meinert.Deutsche Erstausgabe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Es gibt eine neuere deutsche Übersetzung von Renate Orth-Guttmann, die zuerst 2015 als Teil des Bandes Das große Miss-Marple-Buch – Sämtliche Kriminalgeschichten erschienhttp://d-nb.info/1070794635 Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek. und 2017 separat bei Atlantik veröffentlicht wurde.http://d-nb.info/1120722837 Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek. Einige Ausgaben bei Scherz und Fischer verwendeten zwischen 1994 und 2013 die leicht abweichende Schreibweise Der Dienstagabend-Club.Der Dienstagabend-Club im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

In den dreizehn Kurzgeschichten löst Miss Marple auf ihre eigene Art ungelöste Probleme.

Sechs der Kurzgeschichten sind die allerersten Geschichten mit Miss Marple, die bereits von Dezember 1927 bis Mai 1928 im Royal Magazine erschienen sind.

Einführung Wie auch in anderen Sammlungen von Kurzgeschichten gibt Christie der Buchausgabe eine geschickt konstruierte Rahmenhandlung, die die Sammlung fast zu einem Episodenroman werden lässt. Die ersten sechs Geschichten werden im Tuesday Night Club erzählt, einem lockeren Treffen in Miss Marples Haus, bei dem Geschichten über geheimnisvolle Mordfälle und unglaubliche Begebenheiten zum Besten gegeben werden. Einer der Gäste ist Sir Henry Clithering, ein pensionierter Kommissar von Scotland Yard. Weitere Gäste sind Miss Marples Neffe Raymond West, ein bekannter Schriftsteller, Joyce Lemprière, eine Künstlerin und spätere Frau von Raymond West, Dr. Pender, der Geistliche der Gemeinde, und Mr. Petherick, ein Rechtsanwalt.

Die nächsten sechs Geschichten werden ein Jahr später während eines Dinners auf Gossington Hall, dem Haus der Bantrys erzählt, an dem neben Sir Henry Clithering Dr. Lloyd, ein älterer Arzt, und die Schauspielerin Jane Helier teilnehmen. Als sechste Person wird auf Anregung von Sir Henry Miss Marple eingeladen.

Die dreizehnte Geschichte spielt einige Zeit nach diesem Dinner. Miss Marple bittet darin Sir Henry Clithering, den Tod eines Mädchens aus St. Mary Mead genauer zu untersuchen. Ihr Verdacht auf eine unnatürliche Todesursache erweist sich als richtig.

Die Geschichten Der Dienstagabend-Klub Englischer Originaltitel:

Miss Marple hat fünf Gäste in ihrem Haus in St. Mary Mead, nämlich ihren Neffen und Schriftsteller Raymond West, die Künstlerin Joyce Lemprière, den früheren Kommissar bei Scotland Yard Sir Henry Clithering, den Geistlichen Dr. Pender und den Rechtsanwalt Mr. Petherick. Aus der Gesprächsrunde wird die Frage gestellt, welche der Personen aufgrund ihrer Tätigkeit wohl am besten ungelöste Kriminalfälle lösen kann. Die Gruppe beschließt, dass man sich jeden Dienstagabend trifft und einer aus der Gruppe ein Problem vorstellt, dessen Lösung er kennt.

Sir Henry Clithering beginnt mit einer Geschichte, die vor einem Jahr als ungelöster Fall zu den Akten gelegt wurde und erst wenige Wochen zuvor aufgeklärt wurde. Er berichtet von drei Menschen, die er als Ehepaar Mr. und Mrs. Jones und deren Gesellschafterin Miss Clark vorstellt und die gemeinsam Dosenhummer, Salat, Auflauf und Brot und Käse gegessen hatten und danach alle drei erkrankten. Zwei Personen erholten sich, doch die dritte Person starb. Mr. Jones war ein attraktiver 50-jähriger Mann, seine Frau war etwa 45 Jahre alt und Miss Clark war etwa 60 und etwas korpulent. Am Vorabend des Unglückstags befand sich Mr. Jones beruflich in einem Hotel und ein Zimmermädchen sah ein Stück Löschpapier, das Mr. Jones zuvor benutzt hatte. Sie erkannte darauf im Spiegel die Worte „völlig abhängig von meiner Frau … wenn sie tot ist, werde ich … Hunderte und Tausende“. Als das Zimmermädchen später in der Zeitung erfuhr, dass Mrs. Jones gestorben war, teilte sie ihre Beobachtung mit. Das Gerücht verbreitete sich, dass Mr. Jones an einer jungen Arzttochter interessiert gewesen sei und zur Beruhigung der aufgebrachten Bevölkerung wurde die Leiche von Mrs. Jones exhumiert. Es stellte sich einwandfrei heraus, dass Mrs. Jones mit Arsen vergiftet worden war.

Allerdings erbte Mr. Jones nicht etwa Hunderttausende, sondern nur etwa achttausend Pfund und auch der Verdacht der Beziehung zur Arzttochter ließ sich nicht erhärten. Der Dorfarzt aber berichtete, dass er sofort gerufen wurde und die ernste Lage von Mrs. Jones erkannte, woraufhin er von zu Hause Opiumpillen zur Schmerzlinderung kommen ließ. Er diagnostizierte eine Fischvergiftung, der Dosenhummer war aber restlos aufgegessen und die Dose bereits entsorgt worden. Das Hausmädchen Gladys Linch gab an, dass sich der Hummer in tadellosem Zustand befand. Die Vermutung, Mr. Jones habe seine Frau durch Arsen im Hummer vergiftet, erschien unwahrscheinlich, weil das Essen schon zubereitet war, als er von einer Geschäftsreise aus Birmingham zu Hause ankam, und alle gemeinsam davon aßen. Auch Miss Clark geriet kaum in Verdacht, da sie durch den Tod von Mrs. Jones ihren Arbeitsplatz verlor und auch nichts erbte. Schließlich brachte Mr. Jones noch einen Teller Grießbrei aufs Zimmer seiner Frau, doch sie lehnte ihn ab und Miss Clark aß ihn an ihrer Stelle auf, weil sie wegen einer strengen Diät Heißhunger verspürte. Die Worte auf dem Zettel im Hotelzimmer erklärte Mr. Jones ohne Umschweife mit einem Antwortbrief an seinen Bruder in Australien, in dem er erklärt, dass er von seiner Frau völlig abhängig sei und erst nach ihrem Tod an Geld kommen könne, um das ihn sein Bruder gebeten habe. Er befinde sich damit in einer Situation wie Hunderte und Tausende von Menschen auf der Welt.

Die Gäste von Miss Marple beginnen, verschiedene Theorien zu äußern. Es wird Miss Clark verdächtigt, Mrs. Jones gehasst zu haben und den Grießbrei in Wahrheit vergiftet und nicht selbst gegessen zu haben. Ein anderer verdächtigt die Arzttochter, die ihrem Vater Arsen statt Opiumpillen geschickt habe, weil sie in Mr. Jones verliebt sei und nun die Gelegenheit gesehen habe, Mrs. Jones loszuwerden. Bevor Sir Henry den Fall auflöst, fragt er aus Höflichkeit noch Miss Marple um ihre Meinung. Sie erzählt, der Fall erinnere sie an eine Geschichte eines früheren Nachbarn, der nach seinem Tod zur Überraschung seiner Frau all sein Geld einer Geliebten vermachte, die einst sein Hausmädchen war und mit der er fünf Kinder hatte. Unvermittelt fragt Miss Marple Sir Henry, ob Gladys gestanden habe, und äußert die Hoffnung, Mr. Jones werde dafür hängen, dass er Gladys zu einer Mörderin gemacht habe. Miss Marple sagt, sie habe sofort gewusst, dass sich die Worte „Hunderte und Tausende“ auf Zuckerkügelchen bezogen hätten, als sie vom Auflauf gehört habe (das Englische ist eine andere Bezeichnung für Zuckerperlchen, im englischen Original gab es Trifle statt Auflauf).

Sir Henry bestätigt Miss Marple und löst den Fall auf. Mr. Jones hatte das Hausmädchen Gladys geschwängert und ihr versprochen, sie nach dem Tod seiner Frau zu heiraten. Er gab das Arsen in die Zuckerkügelchen und wies Gladys an, sie später über den Auflauf zu geben. Er selbst nahm sie von seiner Portion wieder herunter und Miss Clark mied den Auflauf wegen ihrer Diät. Das alles gestand Gladys gegenüber Sir Henry, nachdem Mr. Jones sie verlassen hatte, ihr Kind bei der Geburt gestorben war und sie nun im Sterben lag.

Der Tempel der Astarte Originaltitel:

Dr. Pender erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Tod eine scheinbar überirdische Ursache hatte. Sir Richard Haydon, ein Studienfreund Dr. Penders, hatte ein Haus am Rande von Dartmoor gekauft, das Hain des Schweigens genannt wurde. Die Umgebung des Hauses war geprägt von hügeliger Heidelandschaft, in der sich Überreste der jüngeren Steinzeit und ein kürzlich entdecktes Hünengrab mit Bronzewerkzeug befanden.

Sir Haydon lud Dr. Pender und sieben weitere Personen ein, nämlich Richard Haydons Cousin Elliot Haydon, Lady Mannering und ihre Tochter Violet, Captain Rogers und seine Frau, Dr. Symonds und Miss Diana Ashley. Letztere war eine attraktive Berühmtheit, zu der sich Richard Haydon hingezogen fühlte. Am Tag nach der Ankunft zeigte Richard Haydon seinen Gästen die Landschaft und führte sie zu einem Hain, von dem Haydon überzeugt war, dass er ein authentischer Ort für Riten zu Ehren der Mondgöttin Astarte sei, weshalb er sich inmitten des Hains ein steinernes Sommerhaus als Ersatz für einen Tempel gebaut hatte. Diana Ashley schlug vor, im Mondschein eine Orgie zu feiern und der Astarte zu frönen. Der Geistliche Dr. Pender fühlte sich von Bösem umgeben und lehnte ab. Auch die anderen Gäste fühlten sich unwohl und einigten sich stattdessen auf eine Kostümparty. Dr. Pender kleidete sich in eine Mönchskutte, Captain Rogers und seine Frau verkleideten sich als Höhlenmenschen, Richard Haydon als Seefahrer, Elliot Haydon als Räuberhauptmann, Dr. Symonds als Küchenchef, Lady Mannering als Krankenschwester und ihre Tochter als tscherkessische Sklavin. Zuletzt erschien Diana Ashley, die mit einem unförmigen Domino enttäuschte.

Bei einem Spaziergang verschwand Diana Ashley und die Anderen fanden sie als Astarte verkleidet im Astartenhain. Sie warnte die Angekommenen davor, sich ihr zu nähern, da sie den Tod in der Hand halte. Richard Haydon war von der Erscheinung bezaubert und ging auf Diana Ashley zu, die ihm wiederholt mit dem Tod drohte. Im Weitergehen fiel Richard Haydon zu Boden und blieb liegen. Sein Cousin Elliot lief auf ihn zu, drehte ihn um und rief dann mit Erschrecken Dr. Symonds herbei, denn Richard Haydon war erstochen worden. Es war keine Waffe zu finden, und nachdem der Tote ins Haus gebracht worden war, kehrte Elliot Haydon nochmal zum Tatort zurück. Erst am nächsten Morgen suchte und fand man ihn an derselben Stelle wie seinen Cousin, diesmal mit einem Bronzedolch in seiner Schulter. Er berichtete, beim Betreten des Sommerhauses eine Erscheinung der Astarte gesehen zu haben, bevor er niedergeschlagen worden sei. Es stellte sich heraus, dass der Dolch aus dem Hünengrab stammte und Richard Haydon ihn erworben hatte. Die Polizei verdächtigte Diana Ashley, konnte ihr aber nichts nachweisen und den Fall nicht lösen.

Die Mitglieder des Dienstagabend-Klubs rätseln nach der Lösung. Doch Miss Marple ist nur unklar, was zu Richard Haydons Sturz führte. Sie vermutet, dass er über eine Wurzel gestolpert sein könnte. Fraglos erscheint ihr, dass nur sein Vetter Elliot ihn erdolcht haben kann, als er den Gestürzten umdrehte. Die Waffe konnte er als Teil des Räuberkostüms verstecken. Dr. Pender bestätigt, dass Elliot ihm fünf Jahre nach den Vorfällen in einem Brief den Mord gestanden habe, den er beging, weil auch er in Diana Ashley verliebt war und mit dem Tod seines Cousins einen Rivalen beseitigen und dessen Titel und Besitz erben wollte. Später stach er sich selbst den Dolch in die Schulter, um den Verdacht von sich zu lenken.

Die verschwundenen Goldbarren Originaltitel: