Die Steinernen (šut abni) ist im Gilgamesch-Epos die Bezeichnung von mythologischen Steinwesen, denen die Wasser des Todes nichts anhaben können. Sie sind verantwortlich für die Herstellung von Staken mit einer Länge von 30 Metern, die für die Überfahrt benötigt werden und die sie während der Schifffahrt im Beisein des göttlichen Fährmannes Ur-šanabi benutzen, um zu der Insel des Uta-napišti zu gelangen.Stefan M. Maul: Das Gilgamesch-Epos. S. 180.

Die Steinernen leben gemeinsam mit Ur-šanabi im Wald und unterstützen ihn möglicherweise beim Schlagen der Zedern, aus denen die Staken hergestellt werden. Ihr Beisein gewährleistet eine sichere Überfahrt. Frühere Vermutungen, dass es sich bei den Steinernen um einen Anker, steinerne Ruder, Segel oder um die Staken selbst handele, haben sich zwischenzeitlich nicht bestätigt. Vers 88 belegt, dass die Steinernen gemeinsam mit Ur-šanabi reisen:

Somit sind die Steinernen keine Ersatzbezeichnung für die Staken, da Gilgamesch zunächst die Steinernen zerstört und anschließend erst die Staken aus den Zedern herstellt. Die Steinernen nutzen zudem die Staken für die Überfahrt.

Gilgamesch, dem die Steinernen zunächst den Weg zu der Fähre des Ur-šanabi versperren, zerschmettert sie deshalb in einem Wutanfall. Ur-šanabi führt Gilgamesch seine unkluge Handlung vor Augen, der nun selbst die Zedernäste abreißen und aus den Zedern 300 Staken herstellen muss:

Literatur Andrew R. George: The Babylonian Gilgamesh Epic. Introduction, critical Edition and cuneiform Texts. Band 1. Oxford University Press, Oxford u. a. 2003, ISBN 0-19-927841-5. Stefan M. Maul: Das Gilgamesch-Epos. Neu übersetzt und kommentiert. 3. durchgesehene Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52870-8.

Einzelnachweise

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