Lojze GrozdeDatei:Lojze-Grozde MK.jpg Märtyrer Geburt27. Mai 1923, Zgornje Vodale bei Mokronog, SlowenienTod1. Januar 1943 in MirnaSeligsprechung13. Juni 2010 durch Kardinal Tarcisio BertoneHeiligsprechungMärtyrer27. März 2010 durch Papst Benedikt XVI.BegräbnisstätteŠentrupertGedenktag27. MaiAttributeBuch, Palmzweig, SchneeglöckchenPatronateDichter, Schüler; Slowenien„Die Eucharistie ist die Sonne meines Lebens.“ Lojze Grozde (1942, während Exerzitien)Anton Strle, Slovenski mučenec Lojze Grozde, Ljubljana 1991, Seite 97.

Lojze Grozde, eigentlich Alojzij Grozde, (* 27. Mai 1923 in Zgornje Vodale; † 1. Januar 1943 in Mirna) war ein slowenischsprachiger Dichter. Er wird in der Katholischen Kirche aufgrund seines Martyriums als Seliger verehrt.

Leben

Lojze Grozde wurde in Zgornje Vodale (Obervodalle) bei Mokronog in der Pfarrei Tržišče im südostslowenischen Gebiet Dolenjska als das außereheliche Kind von Marija Grozde und Franc Udovč geboren. Marija musste als Tagelöhnerin hart arbeiten, um den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn zu verdienen. Als Lojze vier Jahre alt war, heirateten seine Mutter und Franc Kovač. Da sein Stiefvater ihn nicht mochte, musste er zunächst bei Verwandten wohnen, Lojze durfte nicht zur Hochzeit und auch nicht in das neue Zuhause seiner Mutter. Er musste bei den Verwandten bleiben, obwohl es ihn sehr zu seiner Mutter zog.Tone Ciglar: Mučenec Lojze Grozde. Svetilnik mladim, neomajno na strani dobrega. In: Salezijanski vestnik. Nr. 3, Jahrgang 83, S. 22, Verlag Salve, Ljubljana-Rakovnik 2010. Als Lojze später ein hervorragender Schüler wurde, war auch sein Stiefvater stolz auf ihn. Nach den vier Klassen der Volksschule ging er zur weiteren Ausbildung nach Ljubljana. Mit der Hilfe seine Tante Ivanka und einer ungenannten Wohltäterin konnte Lojze seine Studien weiterführen. Er wohnte im Jünglingsheim Marijanišče und besuchte das Altsprachliche Gymnasium.

Grozde wurde Mitglied der Katholischen Aktion und später einer ihrer Anführer; er war Mitglied der Marianischen Kongregation. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und nach der Besetzung von Slowenien wurde 1941 die Situation für Katholiken schwierig. Wegen des Krieges und der marxistischen Revolution spitzten sich die Verhältnisse im damaligen Königreich Jugoslawien immer weiter zu. Für Lojze war es die Zeit einer eigenen Berufsentscheidung. Aus der Tagespolitik hielt er sich heraus, er suchte seinen Weg in einem vertieften Gebetsleben, das er mit dem Einsatz für die Mitmenschen verband.

Martyrium mini|Grab von Lojze Grozde in Šentrupert na Dolenjskem, Slowenien

Geschehnisse Die Ferien vor dem letzten Gymnasialjahr hatte Grozde nicht zu Hause verbracht, da dort die Gewalttaten immer mehr zunahmen.In jenem Jahr haben mehrere katholische Laien und auch Priester unter tragischen Umständen ihr Leben verloren. Ein erster Bericht darüber findet sich in einem Büchlein der Salesianer aus dem Jahr 1943. Gregor Mali: Duhovni koledarček 1944. Ljubljana, Knjižice Nr. 239/240, 1. Dezember 1943. Für 14 von denen, die im Jahr 1942 starben, wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet. Ungeachtet gutgemeinter Warnungen entschloss er sich für Neujahr 1943 für einen Heimatbesuch, wofür er eine Reisegenehmigung erbitten musste. Am 1. Januar 1943, einem Herz-Jesu-Freitag, besuchte er im Zisterzienserstift Stična die Heilige Messe und fuhr mit dem Zug von Ivančna Gorica nach Trebnje. Da die Bahnstrecke unterbrochen war, entschloss er sich, bis Mirna (Neuring) zu Fuß zu gehen. Unterwegs konnte er auf einen Wagen aufsteigen. Am Ortseingang von Mirna holte ihn die Partisanenwache vom Wagen und begann, ihn zu verhören.Der ehemalige Partisanengeneral Lado Kocijan erwähnt, dass dies Angehörige der Brigade Tomšič gewesen seien. In: Mladina.si: (Ne)preverjeni mučenik. Tednik, Nr. 13, 22. Mai 2010. Bei sich hatte er ein lateinisches Messbuch, das Buch Die Nachfolge Christi von Thomas von Kempen und ein Büchlein über die Gottesmutter von Fátima. Die Partisanen führten ihn zum weiteren Verhör in ein nahegelegenes Gasthaus, auch um der aufgeheizten Situation wegen, die im Ort seit der Hinrichtung des Theologiestudenten Janez Hočevar herrschte, der drei Stunden zuvor erschossen wurde. Dieser wollte zu den Feiertagen seine Angehörigen im nahen Šentrupert na Dolenjskem (St. Rupert) besuchen. In Grozde sahen die Partisanen nur einen weiteren Kollaborateur und einen Zuträger der Besatzungsmacht.

In der Bevölkerung sprach man bald von einer brutalen Neujahrsfeier der Partisanenbrigade, die Mirna besetzt hatte. Manche behaupten heute zwar, es habe keinerlei Folterung gegeben, doch bereits die erste kurze Lebensbeschreibung berichtet über eine Folterung von Lojze Grozde in Mirna. Ähnliches schreibt auch Anton Strle, der wichtigste Biograph Grozdes. Er berichtet, dass der Leichnam nicht bestattet worden war, und dass sofort nach dessen Auffindung eine Kommission Spuren schwerer Gewaltanwendung feststellte.

So berichtet es das von acht Augenzeugen unterschriebene Protokoll. In einem weiteren Bericht ist zu lesen, dass eine weitere große Wunde sich links unterhalb des Kiefers befand. Auf diese Weise wurde Grozde, wie man berichtet, die Zunge an der Wurzel abgeschnitten. An einem Bein fanden sich unter dem Knie Spuren davon, dass Riemen geschnitten wurden, am Fuß und an der Sohle war die Haut zum Teil entfernt.Anton Strle: Slovenski mučenec Lojze Grozde. Ljubljana 1991, S. 121–129. Die erste Auflage des Buches erschien unter dem Titel Mladec Kristusa Kralja. Ljubljana 1944.

Auffindung und Bestattung Am 23. Februar 1943 entdeckten Schüler im Wald den unverwesten Leichnam Grozdes, welcher Spuren grausamer Folterung trug. Er wurde in das benachbarte Šentrupert gebracht, wo eine Kommission das schriftliche Protokoll erstellte. Im Anschluss daran wurde sein Leichnam auf dem Friedhof von Šentrupert beigesetzt, da eine Überführung in seine Heimatpfarrei Tržišče wegen der damaligen Verhältnisse nicht möglich war.

Reaktionen auf das Geschehen Verwandte und Mitschüler, Bekannte und Freunde Von der Nachricht über die Folterung und die Ermordung des unschuldigen Studenten waren die Menschen schockiert und die Verwandten und Mitschüler, Bekannten und Freunde tief betroffen.

rechts|mini|Lojze Grozde

Pfarrer Gregor Mali Pfarrer Gregor Mali gibt im Büchlein „Geistlicher Kalender“ vom 1. Dezember 1943 auf einer Seite eine erste kurze Lebensbeschreibung von Lojze Grozde. Er schreibt ebenfalls von einer brutalen Folterung:

Politkommissar Dušan Majcen-Nedeljko Das Tal der Mirna wurde in jenen Tagen von der „Ersten schlagenden Brigade Tone Tomšič“ beherrscht, deren Stab sich auf die Neujahrsfeier vorbereitete. Ihr Politkommissar Dušan Majcen-Nedeljko schrieb gut zwei Wochen nach der Ermordung von Lojze Grozde:

Partisanengeneral Lado Kocijan Mladina.si – eine slowenische elektronische Wochenzeitung – schreibt, dass sich für das Schicksal von Lojze Grozde um 1995 auch der frühere Partisanengeneral Lado Kocijan interessierte. Er behauptete,

So war Lojze in den Augen des partisanischen Femegerichtes ein Kurier der Belogardisten und wurde deshalb zum Tode verurteilt.

behauptete der frühere Kämpfer der Brigade „Matija Gubec“(Ne)preverjeni mučenik - (Un)geprüfter Märtyrer. In: Mladina.si, Nr. 13, 22. Mai 2010, online (slowakisch), aufgerufen am 13. Mai 2011..

Narte Velikonja Der Dichter und Schriftsteller Narte VelikonjaNarte Velikonja (* 8. Juni 1891 in Predmeja; † 25. Juni 1945 in Ljubljana, von Partisanen erschossen) erwähnt Lojze Grozde in seinem allegorischen Artikel „Götzendienst des Verbrechens“Narte Velikonja: Malikovanje zločina., in dem er die Gewalttaten der Partisanen verurteilt. Das Motto „Gottes Kinder, der Heimat Söhne, niemandes Knechte!“Bogu otroci, domovini sinovi, nikomur hlapci! von Fran Saleški Finžgar deutet er im Hinblick auf die Kriegszeit so:

Taras Kermauner Der Literaturhistoriker und Dramaturg Taras Kermauner hat im Vorwort zur Biographie von Anton Strle (der ebenfalls Kandidat für die Seligsprechung ist) über GrozdeSlovenski mučenec Lojze Grozde, S. 135. Das Vorwort von Taras Kermauner hat den bezeichnenden Untertitel: »Lojze Grozde – Vorbild auch für die heutigen Slowenen« (Lojze Grozde - vzornik tudi današnjim Slovencem). geschrieben:

Seligsprechung 250px|mini|Seligsprechung in Celje 2010 Zum 50. Todestag von Grozde eröffnete die Erzdiözese Ljubljana den kirchlichen Prozess zur Anerkennung seines Martyriums und damit zu seiner Seligsprechung und Kanonisierung.Anton Pust, Zdravko Reven, Božidar Slapšak: Palme mučeništva. Ubiti in pomorjeni slovenski duhovniki, redovniki in bogoslovci in nekateri verni laiki. Celje 1995, S. 367–368. Der erste Postulator für die Seligsprechung war der Salesianer Stanislav Hočevar, Erzbischof und Metropolit von Belgrad. Papst Johannes Paul II. hat bei seinem ersten Besuch in Slowenien (16.-19. Mai 1996) Grozde zweimal erwähnt. Unter anderem sagte er: „Der Diener Gottes Lojze Grozde ist nur eines der unzähligen unschuldigen Opfer des Kommunismus, die die Palme des Martyriums zum unauslöschlichen Gedenken und Bedenken hochhalten.“

Am 27. März 2010 bestätigte Papst Benedikt XVI. das Martyrium von Lojze Grozde.Igor Luzar: Celjski sad Grozdetovega zrna. In: Družina, Slovenski katoliški tednik, Nr. 22, Ljubljana 30. Mai 2010.An diesem Tag empfing nämlich Papst Benedikt XVI. den Präfekten der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Erzbischof Angelo Amato, und bestätigte die Veröffentlichung der Verordnung betreffend das Martyrium von Grozde. Die Seligsprechung des ersten Märtyrers Sloweniens erfolgte am 13. Juni 2010 durch Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone im Rahmen des Slowenischen Eucharistischen Kongresses im Stadion von Celje.Der erste slowenische Selige war Bischof Anton Martin Slomšek von Maribor. Die Seligsprechung geschah durch Papst Johannes Paul II. in Maribor im Jahre 1999. das mit ca. 40.000 Gläubigen gefüllt war.

Der slowenische Dichter Im Jahre 1991 erschien eine Art Tetralogie über Grozde mit dem Titel Slovenski mučenec Lojze Grozde (Der slowenische Märtyrer Lojze Grozde). Es beginnt mit einer Biographie, die Anton Strle nach den Aussagen mehrerer Zeugen und aus eigener Erfahrung und Erinnerung verfasste. Als Präfekt im Marianum war Strle der Erzieher von Grozde und kannte ihn wahrscheinlich am besten. Das Buch ist wohl ein Nachdruck der Biographie aus dem Jahre 1944. Nach der Veröffentlichung wurde Strle für fünf Jahre inhaftiert und anschließend wurden ihm für drei weitere Jahre die Bürgerrechte abgesprochen.„Professor Anton Strle wurde für sein Buch über Lojze Grozde mit fünf Jahren Haft „belohnt“ (von 1947 bis 1952) und nach der Entlassung noch für drei Jahre mit der Aberkennung der Bürgerrechte.“ Anton Štrukelj: Strle in Grozde. (Strle und Grozde), Družina 23, 6. Juni 2010, S. 24. Der spätere Dogmatikprofessor an der theologischen Fakultät in Ljubljana schreibt: Davon zeugt auch Grozdes Gedicht „Das schmerzliche Sonett“ (Bolestni sonet) aus dem Jahr 1942.Slovenski mučenec Lojze Grozde. S. 68, das vollständige Gedicht findet sich auf S. 187. Das schmerzliche Sonett (Ausschnitt)Slowenien, Slowenien, du meine Wunde! Vergessen, verachtet und verraten, An Feinde machtlos überlassen!

Blutige Hände ergriffen dich, Dass dich sie besudeln, zerreißen - Sei ruhig, Herz, sei ruhig: Gott lebt noch. (Slowenische Originalfassung unten Bolestni sonet (del)Slovenija, Slovenija, ti moja rana! Pozabljena, prezrta in izdana, sovragu prepuščena brez moči!

Stegnile so krvave se roke, da te oskrunijo, raztrgajo, zdrobe - miruj, srce, miruj: Bog še živi.)

Janez Pogačar, der Lojze persönlich kannte, weil dessen Tante Ivanka bei ihm im Dienst war, hat einige wenige Erinnerungen schriftlich festgehalten. Darin bekräftigt er, dass Lojze nicht bereit war, eine Waffe in die Hand zu nehmen und dafür manch bittere Bemerkung hinnehmen musste.