Die 18. Panzer-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht, der im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront eingesetzt wurde.

Geschichte Aufstellung Die 18. Panzer-Division wurde am 26. Oktober 1940 in Chemnitz im Wehrkreis IV (Dresden) aus Teilen der 4. (IR 52) und 14. Infanterie-Division (IR 101) aufgestellt. Im Dezember 1940 wurden ihr die neu gebildeten Panzerregimenter 18 und 28 mit je zwei Abteilungen unterstellt. Letzteres wurde im März 1941 wieder aufgelöst und aus Teilen eine III. Abteilung für das Panzerregiment 18 gebildet.Samuel W. Mitcham: German Order of Battle, Volume 3: Panzer, Panzer Grenadier, and Waffen SS Divisions in WWII. Stackpole 2007, S. 49 f.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 120–122.

Divisionsstab (Chemnitz) (aus Personalabgabe Panzergruppe 2, Panzer-Brigade 1 und Stab stv. Gen.Kdo. IV. AK) Panzer-Brigade 18 (aus Personalabgabe Panzer-Brigade 1 und verschiedener Panzer-Regimenter) Panzer-Regiment 18 (aus Personalabgabe Stab/Panzer-Brigade 1, Tauchpanzer-Abteilung „A“ und „B“) Panzer-Regiment 28 (aus Tauchpanzer-Abteilung „C“ und „D“) Panzer-Abteilung (Flamm) 100 Schützen-Brigade 18 (Zwickau) (aus Personalabgaben Infanterie-Regimenter der Division) Schützen-Regiment 52 (aus Umgliederung Infanterie-Regiment 52) Schützen-Regiment 101 (aus Umgliederung Infanterie-Regiment 101) Kradschützen-Bataillon 18 (aus motorisiertem I. Bataillon/Infanterie-Regiment 52) Pionier-Bataillon (mot.) 98 (aus zwei Heeres-Pionier-Kompanien (mot.) ergänzt durch Neuaufstellungen der Wehrkreise IV und VIII) Artillerie-Regiment (mot.) 88 (aus Stab/Art.Rgt. 209 (bespannt), II. Abteilung/Art.Rgt. 14, Heeres-Artillerie-Abteilung 741 und Artillerie-Abteilung (mot.) 630) Panzer-Aufklärungs-Abteilung (mot.) 88 (aus Umgliederung Aufklärungs-Abteilung Werder) Panzerjäger-Abteilung 88 (aus Lehreinheiten des Panzer-Lehr-Regiment Wünsdorf und Personalabgaben von verschiedenen Panzerjäger-Ersatz-Abteilungen) Panzer-Nachrichten-Abteilung (mot.) 88 (aus Nachrichten-Abteilung (tmot.) 209) Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 88

Verlegung in den Raum Warschau In der Vorbereitung des Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, verlegte die Division schon im Mai in den Bereitstellungsraum bei Warschau.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten dt. Großverbände 2003 S. 122.

Deutsch-Sowjetischer Krieg (1941–1943) Am 22. Juni bei Angriffsbeginn verfügte der Verband über etwa 200 Panzerkampfwagen und stieß im Rahmen des XXXXVII. (47.) Panzerkorps der Panzergruppe 2 im Mittelabschnitt der nun als Ostfront bezeichneten Kampflinie über die Grenze zur Sowjetunion vor.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten dt. Großverbände 2003 S. 122 f.

Während das Kradschützen-Bataillon 18 hierzu mit Floßsäcken über den Fluss ging, setzte die II. Abteilung/Panzer-Regiment 18 die selten vorhandenen Tauchpanzer ein, um durch den Bug auf der sowjetischen Seite einen Brückenkopf zu bilden.

Im weiteren Vorstoß überquerte der Verband die Beresina und stieß über Borissow Anfang August in den Raum südlich Smolensk vor. Nach Gefechten, besonders mit den überlegenen sowjetischen T-34 Panzern, verfügte sie nach zwei Wochen nur noch über 83 Panzer, am 24. Juli nur vier Wochen nach Beginn des Unternehmens Barbarossa waren noch 12 Panzer vorhanden.Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 39–41. Eine Nachschubkolonne wurde durch einen sowjetischen Gegenangriff vernichtet. In den ersten drei Wochen des Krieges fielen von 17.174 Soldaten und 401 Offizieren, 2.300 Soldaten und 123 Offiziere.Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 66–69. Diese Verluste führten zu Kriegsmüdigkeit. Noch während der Blitzkriegphase Mitte Juli 1941 wurde das Kradschützenbataillon für zehn Tage in einen Stellungskrieg gezwungen, der an die Stellungskriege des Ersten Weltkriegs erinnert. Es lag unter Dauerbeschuss sowjetischer Artillerie und war ständigen Angriffen feindlicher Infanterie ausgesetzt. Der Bataillonsarzt schrieb einen eindringlichen Bericht:

Die schweren bisherigen Verluste erzwangen die Auffrischung der Division in der Abwehrstellung im Jelnja-Bogen südwestlich von Smolensk. Es wurden auch neue Panzer zugeführt, so erhielt die Division 25 neue Panzerkampfwagen III und 5 neue Panzerkampfwagen IV.

Kessel von Kiew Ende August griff die 18. Panzer-Division mit der Panzergruppe 2 nach Süden an und schloss damit den Kessel von Kiew. Danach, Anfang Oktober begann mit der Kesselschlacht von Briansk der eigentliche Angriff auf Moskau. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch inklusive Ersatz 9.323 Soldaten und 239 Offiziere. Trotz Ersatzlieferungen verfügte die 18. Panzer-Division Mitte August 1941 über nicht mehr als 50 einsatzfähige Panzer. Die Logistik musste vom motorisierten Transport des Nachschubs auf von Pferden gezogene Panjewagen umgestellt werden. Damit waren die strategischen Vorteile einer Panzereinheit: Schnelligkeit und Beweglichkeit aufgehoben.

Unternehmen Taifun Am 9. November waren noch 14 funktionsfähige Panzer vorhanden, die wegen Treibstoffmangel bis zum 19. November ausfielen.

Im Rahmen des Unternehmen Taifun erreicht die Division Ende November das Dorf Skopin, dies sollte der östlichste Punkt südlich von Moskau bleiben, den ein Verband der Heeresgruppe Mitte im Verlauf des Krieges erreichen sollte.

Die Zahl der übrigen Fahrzeuge waren auf ein Viertel des Ursprungsbestandes geschrumpft. Bedrohliche Versorgungsengpässe bei Nahrung und Kleidung sowie erbärmliche Lebensumstände, Erfrierungen, Krankheiten (Grippe, Hautinfektionen, Darmentzündungen, Typhus und Fleckfieber) und Erschöpfung minderten die Einsatzfähigkeit zusätzlich: „Der körperliche und seelische Zustand der Truppe und einzelner Führer“ notierte die Einsatzleitung der Division am 22. Dezember 1941 „zwingt zu sehr eingehender Befehlsgebung und peinlicher Überprüfung aller Befehle, damit Pannen vermieden werden.“Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 41, 44. Zum Zeitpunkt der sowjetischen Gegenoffensive waren noch 1.963 Soldaten und 43 Offiziere kampffähig.

Nachdem die 18. Panzer-Division bis zum 12. Dezember 1941 den oberen Don südöstlich von Tula erreicht hatte, zog sie sich auf die Winterstellung zurück. Ab 26. Dezember 1941 setzte in ihrem Bereich die sowjetische Gegenoffensive ein, der sie sich bis April 1942 entgegenstellte. Die 18. Panzer-Division brannte alle Dörfer nieder, die sie nicht mehr halten konnte, tötete oder verbrauchte den gesamten Viehbestand, verhaftete die männliche Bevölkerung und trieb Frauen und Kinder in den Schnee.Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 126.

Auffrischung Als die Division im Januar und Februar 1942 im Raum nördlich von Schisdra stand, wurde ein Gegenangriff zur Befreiung von deutschen Kräften, die im Raum Ssuchinitschi eingeschlossen worden waren, erforderlich. Hierzu wurde die Gruppe Nehring gebildet, der es gelang die in der Masse betroffene 216. Infanterie-Division zu entsetzen.

Im Februar 1942 notierte der Kommandeur: „Eine Kompanie mußte wegen gehäuften Auftreten von Fleckfieber aus der Front herausgezogen und abgesondert werden […] Die Kürzungen der Portionssätze ist bei dem Zustand der Truppe für längere Zeit nicht tragbar. Eine völlige Entspannung für Auffrischung, Gesundheitszustand und Stimmung ist wünschenswert.“Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 44. in den ersten drei Monaten von 1942 meldete sich ein Drittel der Division, rund 5000 Soldaten krank. Der Kommandeur forderte seine Offiziere auf „mit allem Nachdruck der zweifellos vorhandenen Müdigkeit und Gleichgültigkeit unserer Leute entgegenzuwirken.“Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 44 f. In den ersten drei Monaten von 1942 verlor die 18. Panzer-Division 6667 Soldaten und 120 Offiziere, oft auf Grund von Krankheiten und Erfrierungen.

Im Frühjahr und Sommer 1942 klagte die 18. Panzer-Division permanent über quantitativ und qualitativ unzureichenden Ersatz, einen Mangel an fronterfahrenen Offizieren und Unterführern. In dieser Zeit war sie im Bereich der 2. Panzerarmee im XXXXVII. (47.) Panzerkorps eingesetzt.

Verlustreiche Abwehr Anfang Juli 1942 wurden diese Reste bei einem sowjetischen Angriff nahezu vernichtet, in dessen ersten drei Tagen allein wurden 1.364 Soldaten und 43 Offiziere als tot gemeldet. Eine zweite vernichtende Niederlage folgte im Winter 1942/43 bei Orel, im März betrug die Gesamtstärke der Division nur noch 2.834 Mann.Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 74–76.

In der Lagebeurteilung heißt es: „In den letzten Wochen haben von 16 Kommandeuren 8 (darunter alle Panzer-Grenadier-Bataillons-Kommandeure) gewechselt, außerdem ist die Stelle des Divisions-Kommandanten und des Ia neu besetzt […] Keiner der Kommandeure hat in seiner jetzigen Stellung Kampf- und Führungserfahrung im Angriff, nur in der Abwehr […] Das vorhandene Offizier-Korps für Angriff und Abwehr zahlenmäßig ungenügend […] Fehlstellen 28 %.“Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 75 f.

Auffrischung vor dem Angriff Bereits im April und Juni 1943 wurde die Division vollständig aufgefüllt. Im Raum Gratschwka nördlich von Orel positioniert wurden 45 Panzer für die II. Abteilung/PzRgt 18 zugeführt. Für die Umgliederung des Krad.Schtz.Btl. 8 und der AA mot. 88 zur Pz.AA 18 wurde die Ausrüstung für 2 SPW Kompanien geliefert. Auch die Artillerie war nahezu vollständig.

Unternehmen Zitadelle Ab dem 5. Juli 1943 ging die 18. Panzer-Division in die Schlacht bei Kursk im Frontabschnitt der 292. Infanterie-Division als Teil des XXXXI. (41.) Panzer-Korps der 9. Armee zum Angriff über, zuvor wurde der Verband durch 89 Offiziere, 130 Unteroffiziere und Soldaten verstärkt. Sie war zu dieser Zeit eine der personell stärksten deutschen Divisionen an der Ostfront. Erreicht wurde diese Stärke aber durch den Einsatz von älteren Soldaten aus dem Tross, über die es später hieß, sie seien für den Fronteinsatz völlig ungeeignet.

Die Division bildete mit etwa 50 verfügbaren Panzern die erste Welle. Am 7. Juli begann der Vorstoß auf den Abschnitt Polewoje-Ssnowa. Danach war die Angriffskraft erschöpft. Am 11. Juli 1943, wenige Tage nach Beginn des Unternehmens Zitadelle, war die Division 5.266 Soldaten und 157 Offiziere stark, 12 Tage später waren es nur noch 890 Soldaten und 30 Offiziere.Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek bei Hamburg, S. 84–86. Die Division ging im Raum um Beresowy Log-Ponyri bis zum 13. Juli zur Abwehr über.

Verbraucht Nachdem nahezu kein einsatzfähiger Verband mehr bestanden hatte, wurden die Reste der Division aus der Front gezogen. Als Divisionskampfgruppe 18. Pz.Div. nach Norden in den Oreler Bogen verlegt, erfolgten noch Abwehrkämpfe und Gegenangriffe zwischen Jagodnaja und Karatschew, Ende August Kämpfe nordostwärts von Smolensk zwischen dem 28. und 31. August. Der letzte Kampfeinsatz war die Verstärkung der Abwehr der 246. Infanterie-Division bei Smolensk bis zum 9. September.

Auflösung Nachdem der Verband in die Reserve der Heeresgruppe Mitte überführt worden war, erfolgte im September 1943 die formelle Auflösung.

Verwendung der Reste der Division