Neumühle (fränkisch: NaimilE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 139. Dort folgendermaßen transkribiert: „naimíl“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Neumühle liegt in der Gemarkung Weihenzell.
Geografie Die Siedlung liegt am Wernsbach, der mit dem Zellbach (links) zur Rippach zusammenfließt. Die Kreisstraße AN 10 führt nach Weihenzell (0,6 km östlich) bzw. nach Wernsbach (1,8 km westlich). Die Kreisstraße AN 9 führt nach Zellrüglingen (0,8 km nördlich) bzw. am Schmalnbachshof vorbei nach Grüb (2,5 km südlich).
Geschichte Neumühle wurde 1410 als „de molendino Schonranfft prope Weihenzell“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Besitzer Hans Schönranft ab, der 1420 auch explizit genannt wird. In den Jahren 1732, 1739 und 1751 heißt die Einöde „Knoblauchsmühl“ alternativ auch „Neumühl“, ab 1809 amtlich nur noch „Neumühl“. Die Bezeichnung Knoblauchsmühl dürfte sich vom Knoblauchanbau ableiten, der in dieser Gegend eher selten war.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 139.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Neumühle zur Realgemeinde Weihenzell. Sie hatte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Neumühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 35 und 36 des Ortes Weihenzell.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 925.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 759. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neumühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Neumühle zu einer Siedlung erweitert, die mittlerweile mit Weihenzell eine geschlossene Siedlung bildet.
Baudenkmal Haus Nr. 1: zweigeschossiger Bau, verputztes Fachwerk, frühes 18. Jahrhundert; Scheune, Fachwerkgiebel, 18. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 6 13 10 11 13 9 18 58 85 149 225 379 434 586HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 2 2 2 2 2 8 43 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.
Religion Neumühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1410 Kategorie:Siedlung (Städtebau) in Bayern