mini|René Lorin René Lorin (Camille Jules René Lorin; * 24. Mai 1877 in Paris; † 31. Januar 1933 in Paris) war ein französischer Ingenieur und Erfinder. Seine Veröffentlichungen zu unterschiedlichen Arten von Strahltriebwerken und zu drohnenartigen Flugkörpern („Lufttorpedos“) waren seiner Zeit einige Jahrzehnte voraus und fanden erst nach seinem Tode weitere Beachtung. Im November 1913 wurde sein Aufsatz „Une expérience simple relative au propulseur à réaction directe“ veröffentlicht. Darin wurde erstmals das Prinzip eines Staustrahltriebwerkes beschrieben, wie es Jahrzehnte später realisiert werden konnte. Daher wird Lorin die Ersterfindung des Staustrahltriebwerkes zugeschrieben, das teilweise auch als „Lorin-Antrieb“ bezeichnet wurde. Octave Chanute stand mit Lorin in Kontakt und war neben anderen wie Henri Marie Coandă etwa zur gleichen Zeit mit Versuchen zu Strahltriebwerken beschäftigt.

Vita Die Vorfahren von Camille Jules René Lorin stammten aus Morbier im Département Jura. Lorin wurde 1877 in Paris geboren. Er war verheiratet und hatte zwei Söhne. Als Schüler besuchte er das Lycée Henri IV. René Lorin war einer der ersten Studenten der École Centrale Paris und schloss sein Studium 1901 mit einem Diplom als Ingenieur ab.

Seinen Militärdienst in Angoulême beendete er als Artillerieoffizier im Rang eines „Sous-lieutenant“ (Zugführer). Während des Ersten Weltkrieges wurde er als Offizier im französischen Armee-Corps für Transport- und Automobilwesen eingesetzt. 1917 zeichnete er als „Capitaine R. Lorin, Commandant le service automobile du n° Corps d'armée“. Im Bulletin des Aéro-Club de France wurde am 15. Mai 1918 veröffentlicht: „Camille Lorin, capitaine au 6e escadron du train des équipages militaires, chef du service automobile de 6e C. A.“ wurde für erfolgreiche Einsätze in der Picardie im Zeitraum März und April (1918) belobigt. In der Geschichte der „6e escadron du train des équipages militaires“ wird zur „23e compagnie“ der Name „Capitaine Lorrain“ genannt. Die Einheiten wurden im August 1914 aufgestellt und im November 1918 aufgelöst.

Lorin war bis zu seinem Lebensende Angestellter als Ingenieur für Transportwesen bei der Compagnie générale des omnibus, einer Vorläufergesellschaft der Régie autonome des transports Parisiens (RATP). Er wird als beruflich engagierter Ingenieur im Automobil- und Transportwesen und wegen seiner Verdienste zum öffentlichen Personenverkehr von Paris gewürdigt. Darüber hinaus engagierte er sich zu weiteren Erfindungen, die teils praktisch, teils visionär waren. Lorin verstarb 1933 im fünfundfünfzigsten Lebensjahr.

Werke Neben einigen Patenten sind von ihm weitere Veröffentlichungen bekannt. Sein Buch L'air et la vitesse erschien 1919 und behandelt Themen zu mehreren seiner Erfindungen im zeitgenössischen Kontext.

Erfindungen

Die Erfindungen von Lorin sind vorwiegend als Vorschläge oder Konzepte bekannt. Neben den Veröffentlichungen zu Strahltriebwerken beschäftigte er sich auch mit Flugkörpern, die seiner Zeit weit voraus waren. Während des Ersten Weltkrieges schlug er eine fliegende Bombe vor, mit der Berlin bombardiert werden sollte. In seinem Buch verfasste er dazu das Kapitel: „De Paris pourait-on bombarder Berlin?“ Nikolai Rynin beschrieb Lorins Entwürfe in seiner Enzyklopädie Interplanetary Communications. Rynin erwähnt darin zu den Entwürfen von Lorin etliche frühere Veröffentlichungen anderer Erfinder zu ähnlichen Konzepten: „Butler & Edwards (1867)“, „van de Kerchove & T. Snyerrs Jr. (1881)“, „Geshvend (Kiew 1886)“, „Le Faure & Graffigny (1888)“ und Entwürfe von Aleksandr Gorokhov veröffentlicht in Mekhanicheskii polet budushchego (1911). mini|1913, Zeichnung von Lorin zum Prinzip eines Staustrahltriebwerkes Lorin veröffentlichte seine Konzepte zu Staustrahltriebwerken zuerst 1913 in der technischen Zeitschrift Aérophile. Er selbst konnte seine Ideen nicht zu Ende entwickeln, geschweige denn in einen Prototyp umsetzen. Es fehlte zu der Zeit an technischen Möglichkeiten und erreichbaren Geschwindigkeiten, die für ein Funktionieren erforderlich gewesen wären. mini|Musée de l’air et de l’espace: Experimentalflugzeug "Leduc 010-03", darauf der Name: René Lorin. Das Konzept von Lorin wurde unter anderem von René Leduc (1898–1968) weiterentwickelt, der 1933 ein Patent für sein eigenes Staustrahltriebwerk beantragte und dabei auf Lorins Veröffentlichungen stieß. Ein Versuch, Lorin zu kontaktieren schlug fehl, da dieser zu der Zeit bereits verstorben war. Leduc und andere zollten ihm später Tribut. In den 1950er Jahren ließ René Leduc Experimentalflugzeuge der Baureihe Leduc 010 mit dem Namen Lorins beschriften. Auch Luigi Stipa und Albert Fonó sowie Eugen Sänger und Hellmuth Walter beschäftigten sich mit Lorins Arbeiten.

Patente mini|Zeichnung zum Patent FR390256A „Système de propulsion“ von René Lorin (1908) Es sind zahlreiche Patente von Erfindern mit Familiennamen Lorin bekannt. René Lorin (auch „Camille Jules René Lorin“) ließ Erfindungen als französische Patente eintragen. Einige Erfindungen wurden in mehreren Ländern registriert. Nachfolgend eine Auswahl seiner Patente: 1908 Antriebssystem: 1920 Taschenlampendynamo: 1920 Taschenlampendynamo:

Veröffentlichungen René Lorin hatte sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg für die Entwicklungen in der Luftfahrt interessiert und publizierte etliche Aufsätze dazu, in denen er seine Berechnungen und Theorien vorstellte. Nachfolgend ein chronologischer Überblick von diesen Werken, die in der Zeitschrift L'Aérophile erschienen:

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise Biographie:

Michel de la Burgade, Les Grand Centraux, Ausgabe Nummer 513, Seite 24.

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