Die Gemeinde Estorf liegt im Landkreis Nienburg/Weser. Sie besteht in der jetzigen Form seit der Niedersächsischen Gebietsreform 1974 und ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Mittelweser.

Geografie Die Gemeinde Estorf gliedert sich in folgende Ortsteile: Estorf Leeseringen Nienburger Bruch

Eine Unterteilung des Gemeindegebietes in Ortschaften ist nicht erfolgt, da das für Mitgliedsgemeinden von Samtgemeinden in Niedersachsen nicht erlaubt ist.

Geschichte Estorf wurde zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde vom 9. Februar 1096 erwähnt. In dieser Urkunde übertrug die Gräfin Meresvid von Stumpenhausen unter anderem ein Vorwerk namens „Aesdorpe“ der Mindener Kirche. Nach Ausgrabungsfunden aus dem Jahre 1977 ist jedoch anzunehmen, dass bereits um das Jahr 550 die heutige Ortslage ständig bewohnt war.

Bedeutenden Einfluss hatten im Mittelalter die beiden großen Adelsfamilien der von Freytag und der berühmteren von Münchhausen. Letztere trennten sich jedoch bis 1413 von ihren Estorfer Besitztümern, während die von Freytag bis heute ihr Gut bewirtschaften.

Während des Dreißigjährigen Krieges legten die Bewohner Estorfs zum Schutz ihrer Ernten vor herumziehenden Söldnern im Wald im sogenannten Schünebusch versteckt Scheunen an. In dem Scheunenviertel werden heute regelmäßig historische Backtage abgehalten, was vor allem Fahrradtouristen anzieht.

Am 1. März 1974 wurde der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Leeseringen eingegliedert.

Politik Rat der Gemeinde Der Rat der Gemeinde Estorf setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung: SPD: 5 Sitze CDU: 3 Sitze WG Estorf: 1 Sitz GRÜNE: 1 Sitz AfD: 1 Sitz Die vorherigen Kommunalwahlen ergaben folgende Sitzverteilungen: +WahljahrSPDCDUWGGrüneAfDGesamt20166311 -11 Sitze

Bürgermeister Bürgermeister war bis zu seinem Rücktritt am 31. Dezember 2019 Arnd Focke (SPD).Rechter Terror: Estorfs Bürgermeister tritt zurück Abgerufen am 7. Januar 2020, 09:42 Uhr Ihm folgte Jens Lange (SPD) nach.https://www.sg-mittelweser.de/portal/pressespiegel/estorf-jens-lange-wird-neuer-buergermeister-907012656-21550.html?vs=1

Partnerschaften Estorf befindet sich in einer Partnerschaft mit der Gemeinde Elbingerode am Harz. Abgerufen am 21. April 2019, 02:18

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche Estorf (eingeweiht 1696), mit historischen Deckenmalereien, Holzschnitzereien, Altar und Orgel. Die Orgel wurde 1839 von dem Hannoverschen Orgelbauer Ernst Wilhelm Meyer für die Kirche in Estorf erbaut und ist weitgehend original erhalten. Sie hat ein Manual und elf Register und wurde 2005 von der Orgelbauwerkstatt Jörg Bente aus Helsinghausen restauriert. Scheunenviertel (siehe Geschichte) Estorfer See mit Gutshof

Wirtschaft und Infrastruktur Der Bahnhof Estorf (Weser) liegt an der Bahnstrecke Nienburg–Minden. Er ist Betriebsbahnhof. Hier halten keine Personenzüge.

Söhne und Töchter Wilhelm von Freytag (1720–1798), Offizier im Dienste des Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) Carmen Lahrmann (* 1925), Kinderschauspielerin und -sängerin, lebte in Estorf Helga Hirsch (* 1948), Journalistin, Korrespondentin und Publizistin

Literatur Günther Deking: Estorf – Ein Dorf an der Mittelweser im Spiegel seiner 900jährigen Geschichte. Gemeinde Estorf, 1996 Volker Hansen: Plattdeutsches Wörterbuch für Estorf und Leeseringen und an der Mittelweser, Heimatverein Estorf/Weser, 2010 Volker Hansen: Plattdeutsches Wörterbuch für Estorf und Leeseringen und an der Mittelweser, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2023, Druckausgabe und E-Book mit ISBN Volker Hansen: Meine Jugend. Eine kleine Familien- und Dorfsaga aus Estorf/Weser, 2. Auflage, Heimatverein Estorf/Weser, 2021

Weblinks

Website der Samtgemeinde Mittelweser

Einzelnachweise

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