mini|Theophil Herder-Dorneich (links) 1974 mit Falkenorden
Theophil Herder-Dorneich (* 31. Dezember 1898 in Freiburg im Breisgau; † 11. Februar 1987 in Buchenbach) war ein deutscher Verleger.
Familie Theophil Herder-Dorneich war der Sohn von Philipp Dorneich, dem Generaldirektor des Verlag Herder, und Angiolina, geb. Vassarotti. Er hatte fünf Geschwister, darunter seine auf dem Campo Santo Teutonico in Rom begrabene Schwester Vincenza Schaedel (1900–1982).Albrecht Weiland: Der Campo Santo Teutonico in Rom und seine Grabdenkmäler. Band 1, Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-20882-2, S. 225.
Theophil heiratete 1925 Elisabeth Herder, die einzige Tochter von Hermann Herder sen., dem Enkel des Verlagsgründers Bartholomä Herder, und dessen Ehefrau CharlotteHerder, Charlotte, in: Gudrun Wedel: Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon. Köln : Böhlau, 2010, S. 331., geb. Willmann. Er fügte den Nachnamen seiner Frau dem eigenen Namen hinzu. Aus der Ehe gingen die Kinder Hermann Herder (1926–2011), Birgit, Philipp Herder-Dorneich (* 1928), Elisabeth und Gabriele hervor.
Leben Theophil Dorneich besuchte das humanistische Gymnasium in Freiburg und studierte nach Kriegseinsatz 1916 bis 1918 Rechtswissenschaften an der Freiburger Universität. 1921 wurde er mit der Arbeit Die Dauer des Autorrechts in rechtsvergleichender Darstellung in Freiburg zum Dr. iur. promoviert. Im Anschluss daran machte er seine buchhändlerische Ausbildung im Verlag Herder in den Niederlassungen Wien, Freiburg, Köln, München, Rom, London, Paris und St. Louis (bis 1927).
Theophil Herder-Dorneich trat 1928 in das Direktorium des Herder-Verlags ein, eines der größten Theologieverlage Deutschlands, zugleich ein großer Universalverlag, und führte ihn von 1937 an.
Während des Dritten Reiches hatte er große Probleme mit den Nationalsozialisten, die versuchten, den erklärtermaßen katholisch ausgerichteten Verlag auf die Produktion von Gebetbüchern zu reduzieren. Trotz dieser Probleme übernahm Herder 1939 den Verlag Karl Alber und den Christophorus-Verlag und gründete 1943 in Barcelona die Editorial Herder. Am 27. November 1944 wurde das Verlagsgebäude, „Rotes Haus“ genannt, durch einen Bombenangriff im Rahmen der Operation Tigerfish zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Von 1939 bis 1945 war Theophil als Soldat im Zweiten Weltkrieg, ab 1944 Major der Reserve.
1952 wurde Theophil Herder-Dorneich von Kardinal-Großmeister Nicola Kardinal Canali zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 8. Dezember 1952 in Kölner Dom durch Lorenz Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert; zuletzt hatte er den Rang eines Großoffiziers inne. Er war Mitbegründer der Komturei St. Albertus Magnus Freiburg nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und war wesentlich am Neuaufbau der Deutschen Statthalterei des Ordens in den 1950er Jahren beteiligt. Er wurde zum Großkreuz-Ritter al merito ernannt.Hans Jürgen Brandt: Jerusalem hat Freunde. München und der Ritterorden vom Heiligen Grab, EOS 2010, Seite 78. Seit 1917 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Hercynia Freiburg im Breisgau im CV.
1948 wurde er Präsident des ersten deutschen Katholikentages nach dem Krieg in Mainz. Theophil Herder-Dorneich war 1949 einer der Mitbegründer des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). Er gehörte mit Franz Greiss, Peter H. Werhahn, Werner Habig, Wilhelm Naegel, Werner Linnemann, Peter Zettelmeyer und August Küster dessen erstem Vorstand an.Klaus-Dieter Schmidt: Soziale Gerechtigkeit durch unternehmerische Initiative: der Bund Katholischer Unternehmer 1949–1990, Schöningh 1994, Seite 30.
Ein Zeugnis seiner gläubigen Weltschau ist die von ihm und seiner Frau gestiftete Vaterunser-Kapelle in Buchenbach.
Ehrungen und Auszeichnungen 1951: Ehrensenator der Universität Freiburg 1951: Ernennung zum Kommerzienrat, abgerufen am 15. Januar 2015. 1952: Ritter vom Heiligen Grab 1958: Komturkreuz mit Stern des Päpstlichen GregoriusordensRückblick 1958: Hohe Auszeichnungen, Badische Zeitung, herausgegeben am 30. Dezember 2008. 1958: Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 1958: Ehrendoktorwürde Dr. phil. h.c. der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg 1961: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB). 1979: Ehrenbürger der Gemeinde Buchenbach bei Freiburg 1982: Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland weitere in- und ausländische Auszeichnungen
Literatur
Wer ist wer?: Das Deutsche Who’s Who Band 19, 1976, S. 169. Horst Ferdinand: Theophil Herder-Dorneich. In: Baden-Württembergische Biographien 1, 1994, S. 135–136 (Digitalisat).
Weblinks
Herder Verlag
Einzelnachweise
Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrenbürger im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Kategorie:Ehrendoktor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kategorie:Ehrensenator der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kategorie:Päpstlicher Ehrenkämmerer Kategorie:Komtur mit Stern (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem) Kategorie:Träger des Gregoriusordens (Komtur mit Stern) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Träger des Falkenordens Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Präsident eines Katholikentages Kategorie:Person (Herder-Verlag) Kategorie:Badener Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann