Bruce Leslie McLaren (* 30. August 1937 in Auckland; † 2. Juni 1970 in Goodwood, Vereinigtes Königreich) war ein neuseeländischer Automobilrennfahrer und Begründer des noch heute existierenden Motorsport-Rennteams McLaren.

Karriere Bruce McLaren war das zweite von drei Kindern. Sein Vater war Kfz-Handwerker mit eigener Werkstatt und fuhr wie auch seine drei Brüder Motorradrennen, sodass das Interesse des Jungen am Motorsport früh geweckt wurde. Aber auch sonst gab sich Bruce McLaren sportlich, bis er mit neuneinhalb Jahren an Morbus Perthes erkrankte, einer Kinderkrankheit, die Knochengewebe im Hüftkopf absterben lässt. Um eine dauerhafte Schädigung der Hüfte zu vermeiden, musste er zwei Jahre lang mit einem Gestell gehen, das ihn stützte und das linke Bein und die Hüfte entlastete. Die Maßnahme hatte Erfolg; zurück blieb nur ein leicht verkürztes Bein.Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch: Rennfahrertod. Heel Verlag, Königswinter 2012, ISBN 978-3-86852-494-9, S. 79–81.

Die Karriere von McLaren verlief in einem immensen Tempo. Unterstützt von seinem Vater, in dessen Werkstatt er an Fahrzeugen mitarbeitete, fuhr er mit 15 Jahren erste Rennen in Neuseeland. Hier wurde auch der Australier Jack Brabham auf ihn aufmerksam, der ihn 1958 ins Cooper-Werksteam holte. Den ersten Rekord holte sich McLaren bereits ein Jahr später, als er im Alter von 22 Jahren und 104 Tagen als bis dahin jüngster Fahrer seinen ersten Sieg in der Formel 1 erzielte (abgesehen von Troy Ruttman bei den damals zur Königsklasse zählenden Indianapolis 500 1952). Dieser Rekord wurde erst 44 Jahre später von Fernando Alonso gebrochen, der mit 22 Jahren und 26 Tagen beim Großen Preis von Ungarn 2003 seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte. Derzeitiger Rekordhalter ist Max Verstappen, der sein erstes Rennen im Alter von 18 Jahren und 228 Tagen gewann. In seiner zweiten WM-Saison wurde McLaren hinter seinem Teamkollegen Jack Brabham Vizeweltmeister.

Nach dieser Zeit konnte das Cooper-Team an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen. McLaren fuhr zwar weiter für dieses Team, begann aber eigene Rennfahrzeuge zu konstruieren. Mit diesen Eigenkonstruktionen fuhr er für das von ihm gegründete Team in verschiedenen Rennserien. 1966 stieg er bei Cooper aus und gründete seinen eigenen Formel-1-Rennstall. In den Anfängen des McLaren-Teams fuhr er ohne Teamkollegen. Der McLaren M2B war die erste Konstruktion seines Teams und erreichte in seiner ersten Saison immerhin drei WM-Punkte. 1968 schaffte es Bruce McLaren, seinen Landsmann Denis Hulme, der bis dahin bei Brabham unter Vertrag stand, für sein eigenes Team zu verpflichten.

mini|hochkant=1.3|Bruce McLaren 1969 auf dem Nürburgring Mit McLaren und Hulme als zweitem Fahrer lief es in den folgenden Jahren besser für das Team. Sie beendeten die Saison 1968 auf den Plätzen 3 (Hulme) und 5 (McLaren) in der Fahrerweltmeisterschaft und wurden in der Konstrukteurs-WM Zweiter hinter dem Lotus-Team. In der nachfolgenden Saison 1969 wurde Bruce McLaren Dritter in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Für 1970 galt der Neuseeländer als einer von mehreren WM-Favoriten, weil der amtierende Weltmeister 1969 (Jackie Stewart) mit dem neuen March als nicht so dominant eingeschätzt wurde. 1966 gewann er gemeinsam mit Chris Amon auf einem Ford GT40 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Bei einer Testfahrt in einem CanAm-McLaren in Goodwood verunglückte er am 2. Juni 1970 tödlich. Bei diesem Unfall wurde die Heckverkleidung des Fahrzeugs infolge des hohen Anpressdrucks weggerissen, der Wagen prallte bei 200 km/h gegen eine Mauer, Bruce McLaren wurde herausgeschleudert und starb.

Nach seinem Tod wurde das Team von seiner Frau Patty, die er 1961 geheiratet hatte (Tochter Amanda wurde am 20. November 1965 geboren), und Teammanager Teddy Mayer weitergeführt.

Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft

Grand-Prix-Siege 1959 (Sebring) 1960 (Buenos Aires) 1962 (Monte Carlo) 1968 (Spa-Francorchamps)

Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1958 Cooper Car Company Cooper T45 Climax 1.5 L4 2 − − − − − − NC 1959 Cooper Car Company Cooper T51 Climax 2.5 L4 7 1 − 1 − 1 16,5 6.1960Cooper Car Company Cooper T51Climax 2.5 L4 1 1 − − − −34 (37)2. Cooper T53 7 − 3 2 − 1 1961 Cooper Car Company Cooper T55 Climax 1.5 L4 8 − − 1 − − 11 8. 1962 Cooper Car Company Cooper T60 Climax 1.5 V8 9 1 1 3 − 1 27 (32) 3. 1963 Cooper Car Company Cooper T66 Climax 1.5 V8 10 − 1 2 − − 17 6.1964Cooper Car Company Cooper T66Climax 1.5 V8 1 − − − − −137. Cooper T73 9 − 2 − − −1965Cooper Car Company Cooper T73Climax 1.5 V8 1 − − − − −109. Cooper T77 9 − − 1 − −1966Bruce McLaren Motor RacingMcLaren M2B Ford 3.0 V8 3 − − − − −316. Serenissima 3.0 V8 1 − − − − −1967Bruce McLaren Motor Racing McLaren M4B BRM 2.0 V8 2 − − − − −314. McLaren M5A BRM 3.0 V12 4 − − − − − Anglo American Racers Eagle T1G Weslake 3.0 V12 3 − − − − − 1968 Bruce McLaren Motor Racing McLaren M7A Ford Cosworth 3.0 V8 11 1 2 − − − 22 5.1969Bruce McLaren Motor Racing McLaren M7AFord Cosworth 3.0 V8 1 − − − − −263. McLaren M7C 8 − 1 2 − − 1970 Bruce McLaren Motor Racing McLaren M14A Ford Cosworth 3.0 V8 3 − 1 − − − 6 14. Gesamt 100 4 11 12 − 3 196,5

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1958 5 12 1959 5 5 3 DNF DNF DNF 1 1960 1 2 DNF 2 3 4 2 3 1961 6 12 DNF 5 8 6 3 4 1962 DNF 1 DNF 4 3 5 3 3 2 1963 3 2 DNF 12* DNF DNF 3 11* DNF 4 1964 DNF 7 2 6 DNF DNF DNF 2 DNF 7 1965 5 5 3 DNF 10 DNF DNF 5 DNF DNF 1966 DNF DNS 6 DNS 5 DNF 1967 4 DNF DNF DNF DNF 7 DNF DNF DNF 1968 DNF DNF 1 DNF 8 7 13 DNF 2 6 2 1969 5 2 5 DNF 4 3 3 4 5 DNS DNS 1970 DNF 2 DNF

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1959 Cooper Car Company Cooper T49 Monaco MK I Jim Russell Ausfall Unfall 1961 Briggs Cunningham Maserati Tipo 63 Walt Hansgen Ausfall Unfall 1962 Briggs Cunningham Maserati Tipo 151 Walt Hansgen Ausfall Kraftübertragung 1963 Aston Martin Lagonda Aston Martin DP215 Innes Ireland Ausfall Kolbenschaden 1964 Ford Motor Company Ford GT40 Phil Hill Ausfall Getriebeschaden 1965 Shelby American Inc. Ford GT40 Ken Miles Ausfall Motorschaden 1966 Shelby American Inc. Ford GT40 Chris Amon Gesamtsieg 1967 Shelby American Inc. Ford GT40 MK IV Mark Donohue Rang 4

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1961 Momo Corporation Maserati Tipo 63 Walt Hansgen Ausfall Differential 1962 Briggs Cunningham Cooper T57 Monaco Roger Penske Rang 5 1963 Briggs Cunningham Jaguar E-Type Lightweight Walt Hansgen Rang 8 1965 Al Dowd Ford GT40 Ken Miles Rang 2 und Klassensieg 1967 Ford Motor Company Ford GT40 MK.IV Mario Andretti Gesamtsieg

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 1958 John Coombs Lotus 15 DNF 1959 CooperJohn Coombs Cooper T49 DNF DNF 1961 Momo CorporationEssex Racing TeamBriggs Cunningham Maserati Tipo 63Aston Martin DBR1 DNF DNF DNF 1962 Briggs CunninghamEssex Racing Stables Fiat-Abarth 1000 BialberoCooper T57Aston Martin DBR1Maserati Tipo 151 1 5 4 DNF 1963 Briggs CunninghamAston Martin Jaguar E-TypeAston Martin DP215 8 DNF DNF 1964 FordBruce McLaren Ford GT40Zerex Special DNF DNF DNF DNF 1965 Al DowdCarroll Shelby InternationalBruce McLaren Ford GT40McLaren Elva Mark I 2 3 DNF 8 DNF 1966 Carroll Shelby International Ford GT40 5 1 1967 Carroll Shelby InternationalFordPorsche Ford GT40Porsche 910 7 1 4 3 1968 Alan Mann Racing Ford P68 DNF

Literatur Eoin Young: McLaren Memories. A Biography of Bruce McLaren. J. H. Haynes & Co Ltd, Sparkford 2005, ISBN 1-84425-119-5.

Weblinks

Bruce McLaren bei Racing Sports Cars

Einzelnachweise

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