Etymon (Plural Etyma; [n.] zu „wahr, wahrhaft, echt, wirklich“) ist ein Begriff der historischen Sprachwissenschaft (Linguistik), der in zwei einander verwandten Bedeutungen verstanden werden kann als: diejenige Wortform (oder Form eines Wortteils), aus der heraus sich spätere sprachliche Ausdrücke entwickelt haben; in diesem Sinne sind die Wurzeln der Wörter Etyma; die Herkunft der Wörter oder Wortteile beziehungsweise die Erklärung dieser Herkunft. Beide Bedeutungen nach: Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin / New York 2002, S. XV. ISBN 3-11-017472-3.

Beispiel Die deutschen Wörter haben, heben, Habicht, Hafen und etliche andere gehen ebenso wie lateinisch capere, bretonisch kavout und albanisch kap auf die indogermanische Verbwurzel *kh₂p- ‚halten, packen‘ zurück.Beispiel aus: Harro Gross: Einführung in die germanistische Linguistik. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, neu bearbeitet von Klaus Fischer. Iudicium, München 1998, S. 111. ISBN 3-89129-240-6. Diese erschlossene Wurzel ist also das Etymon für eine ganze Wortfamilie.Der Begriff in seinem historischen Verständnis.

Siehe auch Etymologie

Literatur Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. 4. Auflage; Verlag J.B. Metzler, Stuttgart und Weimar, 2010, ISBN 3-476-02335-4 Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 4., neu bearbeitete Aufl. Quelle & Meyer, Heidelberg 1985, Stichwort: „Etymon“. ISBN 3-494-02050-7.

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