Ernesto Drangosch (* 22. Januar 1882 in Buenos Aires; † 26. Juni 1925 ebenda) war ein argentinischer Pianist und Komponist.
Drangosch wurde in Argentinien als Sohn deutscher Einwanderer geboren. Sein Vater, Carlos Drangosch, war Inhaber des Musikalienhandels Drangosch & Beines. So erhielt er schon in früher Kindheit Klavierunterricht und trat bereits 1891 mit dem Orchester des Opernhauses unter Leitung von Prieto Melani mit Beethovens Erstem Klavierkonzert auf. Bei einem anderen Konzert wurde Alberto Williams auf den hochbegabten Pianisten aufmerksam und holte ihn 1894 an die Musikhochschule von Buenos Aires. Dort zählten neben Williams Julián Aguirre, Carlos Marchal und Luigi Forino (Cello) zu seinen Lehrern.
Ab 1897 studierte er an der Akademischen Hochschule für Musik in Berlin bei Karl Heinrich Barth Klavier, bei Max Bruch Harmonielehre und Kontrapunkt, bei Joseph Joachim Chor- und Orchesterleitung und bei Carl Krebs Musikästhetik und -geschichte. Musiker wie Felix Weingartner, Arthur Nikisch, Ignatz Paderewski, Arturo Toscanini, Arthur Rubinstein, Jan Kubelík, Franz von Vecsey, Edvard Grieg und Siegfried Wagner zeigten sich beeindruckt von seinem Talent und seiner Persönlichkeit.
1900 kehrte Drangosch nach Argentinien zurück, um sich am Wettbewerb um den Gran Premio Europa, ein von der Comisión Nacional de Bellas Artes gestiftetes Vierjahresstipendium, teilzunehmen. 1901 kehrte er nach Berlin zurück und nahm Klavierunterricht bei Conrad Ansorge und Kompositionsunterricht bei Engelbert Humperdinck. Daneben trat er als Pianist mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Joachim, Ferruccio Busoni und Eugen d’Albert auf.
Von 1905 bis 1907 unterrichtete er am Conservatorio de Música de Buenos Aires, danach leitete er bis zu seinem Tode die von ihm gegründete und nach ihm benannte Casa de Estudios Ernesto Drangosch. Zu seinen Schülern zählten u. a. Arnaldo D’Espósito, Silvia Eisenstein, Luis Gianneo, Honorio Siccardi und Raul Spivak. 1924 berief ihn Carlos López Buchardo als Professor an das Conservatorio Nacional de Música.
Daneben entfaltete Drangosch eine intensive Konzerttätigkeit in Argentinien und den Nachbarländern. So führte er in der Konzertreihe Doce conciertos históricos in je drei Konzerten zwölf repräsentative klassische und romantische Werke für Klavier und Orchester auf und spielte 1916 auf mehreren Konzertreisen sämtliche Klaviersonaten Beethovens.
Drangosch komponierte neben Klavierwerken auch Orchester- und Kammermusik, Chorwerke und Lieder. In vielen seiner Werke verschmolz er traditionelle europäische Musik mit populären amerikanischen Rhythmen wie Tango, Samba, Shimmy, Cakewalk, Maxixe, Pericón und Vidalita. Zwei Bühnenwerke blieben unaufgeführt. Drangosch starb 1925 kurz vor einer geplanten Europatournee an einer Lungenentzündung.
Werke Albumblatt für Klavier, 1895 Sonata en mi bemol mayor für Klavier, 1895 Zwei Spanische Serenaden für Klavier, 1900 Cuatro piezas características für Klavier, 1900 Cap Ortegal Marsch für Orchester, 1900 Tema con variaciones für Klavier, 1902 Ballträume, fantastische Miniatursuite für Streichorchester, 1903 Fantasía, en forma de un tiempo de sonata für Klavier, 1905 Sechs Lieder nach Ludwig Uhland, 1906 Vier Lieder nach Ludwig Uhland, Mathilde Gräfin Sternberg, Friedrich Albrecht Meyer und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1906 Drei Charakterstücke für Klavier, 1908 Drei Klavierstücke, 1908 6 études de concert für Klavier, 1908 Concert E dur für Klavier und Orchester, 1912 Dos poesías de Amado Nervo für Tenor oder Sopran und Orchester Sinfonía argentina, 1914 Tangos criollos für Klavier, 1914 Sonata G-Dur für Violine und Klavier, 1915 Dos piezas características für Violine und Klavier, 1915 Drei Lieder nach Enriquete Salas, Max Bewer und Gottfried Kinkel, 1915 El arte de tocar el piano, 1915 Plegaria nach Gedichten von Blanca Piñero, 1916 6 Bagatelas für Klavier, 1916 Góndola für Klavier, 1916 Romanza – Vals für Klavier, 1918 Zwei Lieder nach Johanna W. Lankan für Chor, 1918 Tres composiciones für Klavier, 1920 Obertura criolla für Orchester, 1920 Cuatro melodías nach Ludwig Uhland, Friedrich Hölderlin und Amado Nervo, 1920 La gruta de los milagros, Operette (Libretto von Ricardo Hicken), 1921 Dos melodías nach Rafael Arrieta Canción de la Marina nach Rafael Arrieta, 1923 El carnaval, Oper (Libretto von Víctor Mercante), 1923–25 El sátiro y la ninfa, sinfonische Dichtung, 1924 El perseguido, Tango für Klavier
Weblinks Musica Clasica Argentina - Biographie, Werke ompersonal - Ernesto Drangosch argentmusica - Ernesto Drangosch
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Argentinien) Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Argentinier Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1925 Kategorie:Mann